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21.03.2023

08:15

Energie

Gaspreis fällt unter 40 Euro – EU verlängert Gas-Notfallplan

Von: Tristan Heming, Anna Kipnis

Energiekonzern RWE bestätigt Vorarbeiten für LNG-Terminals vor Rügen +++ Experte sieht Ausstieg aus russischem Gas bis 2027 kritisch +++ Der Newsblog.

Trotz eines Vetos von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat der Energiekonzern RWE mit ersten Vorarbeiten für weitere LNG-Terminals östlich von Rügen begonnen. dpa

Ein LNG-Tanker vor der Küste der Insel Rügen

Trotz eines Vetos von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat der Energiekonzern RWE mit ersten Vorarbeiten für weitere LNG-Terminals östlich von Rügen begonnen.

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Jana Brüntjen

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 73,08 US-Dollar. Das waren 71 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung fiel um 70 Cent auf 66,94 Dollar.

Nach einem turbulenten Wochenstart haben sich die Ölpreise vorerst stabilisiert. Am Montag waren die Ölpreise zunächst deutlich von den Turbulenzen im europäischen Bankensektor belastet worden, sie konnten sich im Tagesverlauf aber erholen. Zeitweise waren die Rohölpreise jedoch auf den tiefsten Stand seit Ende 2021 gefallen.
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Timm Seckel

EU will Gas-Notfallplan verlängern

Der europäische Gas-Notfallplan soll nach dem Willen der EU-Kommission um ein Jahr verlängert werden. „Wir haben gute Fortschritte bei der Diversifizierung der Versorgung gemacht und unsere Abhängigkeit von Russland verringert“, sagte Energiekommissarin Kadri Simson am Montag in Brüssel laut Mitteilung. „Aber die globalen Gasmärkte dürften in den kommenden Monaten angespannt bleiben.“ Ein weiteres Senken der Gasnachfrage werde die Vorbereitung auf den nächsten Winter sicherstellen. Zudem werde damit das Ziel, die Gasspeicher bis zum 1. November zu 90 Prozent zu füllen, leichter erreicht. Simson zähle auf die Unterstützung der Mitgliedsstaaten.

Der Gas-Notfallplan war vor dem Hintergrund eines möglichen Stopps russischer Gaslieferungen im vergangenen August in Kraft getreten und sollte ursprünglich bis Ende März gelten. Er sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch freiwillig um 15 Prozent senken, verglichen mit dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre. Kommissionsangaben zufolge sank die Gasnachfrage in der EU zwischen August und Januar sogar um mehr als 19 Prozent - rund 42 Milliarden Kubikmeter seien eingespart worden.

Die Behörde schlägt nun vor, die Gasnachfrage weiterhin bis März 2024 um 15 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus sollen die Länder nach den Vorstellungen der Behörde monatlich über die erzielten Einsparungen berichten statt alle zwei Monate. Der Vorschlag soll von den Energieministerinnen und -ministern der Länder bei ihrem nächsten Treffen am 28. März besprochen werden.
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Timm Seckel

Preis für Erdgas fällt unter 40-Euro-Marke

Der Preis für europäisches Erdgas sinkt weiter. Am Montag fiel der Marktpreis erstmals seit Mitte 2021 unter die Marke von 40 Euro je Megawattstunde (MWh). Der richtungsweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat sank am Vormittag bis auf 39,65 Euro. Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2021.

Wegen des Kriegs von Russland gegen die Ukraine waren die Erdgaspreise im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. In der Spitze wurden Preise von mehr als 300 Euro gezahlt, nachdem Erdgas längere Zeit um die 20 Euro je MWh gekostet hatte. Eine hohe Abhängigkeit von russischem Gas hatte zu einer Energiekrise geführt.

In den vergangenen Monaten ist der Erdgaspreis aber spürbar gefallen. Ein Grund sind die gut gefüllten Erdgasspeicher, hinzu kommt die tendenziell milde Witterung. Zuletzt dürften Ängste vor einer Bankenkrise in die gleiche Richtung wirken, da Finanzkrisen in der Regel mit Belastungen für die Konjunktur und damit einer geringeren Energienachfrage einhergehen.
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Jana Brüntjen

Ölpreise starten mit deutlichen Abschlägen in die Woche

Die Ölpreise sind am Montag mit deutlichen Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 71,47 US-Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung fiel um 1,33 Dollar auf 65,41 Dollar.

Am Markt wurden die Preisabschläge auf die eher negative Reaktion der Börsen auf die Übernahme der Schweizer Großbank Credit Suisse durch die UBS zurückgeführt. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Bankenturbulenzen in den USA und Europa spürbare Auswirkungen auf die Erdölpreise.

Hintergrund ist zum einen, dass Rohöl zu den riskanten Anlageklasse zählt und Preisbewegungen am Ölmarkt damit von der Börsenstimmung abhängen. Zum anderen werden konjunkturelle Auswirkungen der Turbulenzen befürchtet, die sich wiederum in einer niedrigeren Ölnachfrage bemerkbar machen könnten.
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Tristan Heming
Energiekonzern RWE bestätigt Vorarbeiten für LNG-Terminals vor Rügen
Für den geplanten Bau von zwei weiteren Terminals für Flüssigerdgas (LNG) östlich von Rügen sind in der Ostsee erste Arbeiten angelaufen. Dabei handele es sich „lediglich um Erkundungsarbeiten“, die vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee genehmigt worden seien, teilte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE am Sonntag auf Anfrage mit.

Die Arbeiten fänden im Rahmen des Projektes „Ostsee LNG“ statt, das von RWE im Auftrag der Bundesregierung als Dienstleister umgesetzt werde. Für die Erkundungsarbeiten seien zwei Spezialschiffe im Einsatz. „Es ist üblich, dass bei Offshore-Projekten vorlaufend eine sorgfältige Prüfung der Bodenbeschaffenheit und des Untergrunds erfolgt. Dies umfasst auch die Prüfung auf möglicherweise noch im Boden liegende alte Weltkriegsmunition“, hieß es in der Mitteilung.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte sich kritisch zu den Arbeiten geäußert, die in den Badeorten auf Rügen für weitere Unruhe sorgen. Dort wächst die Sorge, dass nur wenige Kilometer von den Stränden entfernt zwei große Terminals zur Übernahme von mit LNG-Tankern angeliefertem Erdgas entstehen und damit der Tourismus Schaden nehmen könnte.
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Tristan Heming
Umwelthilfe: Hinweise auf Vorarbeiten für LNG-Terminals vor Rügen
Ungeachtet des Vetos von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) haben nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe offenbar erste Vorarbeiten für weitere LNG-Terminals östlich von Rügen begonnen. Schiffsbewegungen im betreffenden Seegebiet ließen darauf schließen, dass ein Spülbagger die Arbeit aufgenommen habe und auch Probebohrungen niedergebracht werden könnten. „Das Muster wiederholt sich. So wurde auch beim Bau des Nordsee-Terminals vor Wilhelmshaven vorgegangen“, sagte am Samstagabend Constantin Zerger, Bereichsleiter für Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe.

Im Tagesverlauf seien die Schiffsbewegungen des Schwimmbaggers „Swarog“ der Bauplattform „JB119“ vor der Südostspitze Rügens registriert und auch bildlich festgehalten worden. Die Umwelthilfe habe vorsorglich Widerspruch beim Bergamt Stralsund eingelegt, bis zum Abend aber keine Antwort erhalten. Zerger verwies darauf, dass „etwaige Baggerarbeiten zum jetzigen Zeitpunkt in die Laichzeit des Herings sowie in die Zeit des Vogelzugs“ fielen. Aus naturschutzfachlicher und rechtlicher Sicht sei somit die Zulassung eines vorzeitigen Baubeginns oder auch nur vorbereitender Arbeiten auszuschließen.

Dem pflichtete auch Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) bei. Das Genehmigungsverfahren laufe, erst am Freitag sei die Frist für Einwendungen gegen das Projekt abgelaufen, sagte Backhaus am Abend. Vorzeitige Maßnahmen seien ihm nicht bekannt und auch nicht angezeigt. Wie Schwesig äußerte auch Backhaus Bedenken gegen den geplanten Standort für zwei weitere Flüssiggas-Terminals, die der Energiekonzern RWE im Auftrag des Bundes nur wenige Kilometer vor den Badeorten Binz und Sellin errichten will. Auch Kommunalpolitiker und Tourismusverbände sind strikt dagegen. RWE war am Abend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Erst am Freitag hatte Ministerpräsidentin Schwesig ihre Kritik an den bisherigen Plänen des Bundes für zwei Flüssigerdgas-Terminals vor Rügen untermauert und Alternativen gefordert. „Zum Beispiel, dass man sehr, sehr weit rausgeht, wo es überhaupt niemanden stört - und dann vielleicht eine längere Leitung baut“, sagte Schwesig im NDR-Fernsehen. Doch müsse der Bund zunächst die Frage beantworten, ob zusätzliche Terminals vor Rügen überhaupt noch erforderlich seien.
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Tristan Heming
Niedersächsischer Ministerpräsident Weil fordert niedrige Strompreise für die Industrie
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und fordert niedrige Strompreise für die Industrie. "Ich neige nicht zur Aufgeregtheit, aber über unsere wirtschaftliche Zukunft mache ich mir wirklich Sorgen", sagte Weil der "Bild am Sonntag" laut einem Vorabbericht. "Die Energiepreise sind so hoch, dass die Firmen nicht wettbewerbsfähig produzieren können." Zudem gefährdeten die hohen Energiekosten die Ansiedlung von Zukunftstechnologien wie der Batteriezellproduktion. "80 Prozent der Projekte sind gefährdet. Da geht es um Milliarden-Investitionen, die uns verloren gehen können. Wir müssen uns um diese Gefahr massiv kümmern. Bis wir eine günstige Energieversorgung aus Erneuerbaren haben, muss der Staat den Unternehmen helfen. Wer in Deutschland investiert, dem müssen wir einen niedrigen Industriestrompreis garantieren."
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Anna Kipnis

Stoltenberg und von der Leyen zu Gast auf norwegischer Gas-Plattform

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sind zu einem Besuch auf der größten Bohrinsel der Erde eingetroffen. Auf der Gasförderplattform Troll A vor der norwegischen Westküste wollten sich die beiden Spitzenpolitiker am Freitag über Gaslieferungen nach Europa und die Sicherheit von kritischer Energieinfrastruktur informieren. 

Begrüßt wurden sie vor Ort vom norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und dem Chef des norwegischen Öl- und Gaskonzerns Equinor, Anders Opedal. Der Besuch auf der Offshore-Plattform in der Nordsee war aus Sicherheitsgründen nicht vorab öffentlich angekündigt worden.
Stoltenberg hat bei dem Besuch die Bedeutung norwegischer Gas-Lieferungen für Europa hervorgehoben. Bei einem Besuch auf der Gasförderplattform Troll A vor der norwegischen Westküste sagte Stoltenberg am Freitag: „Gasanlagen wie die Troll-Plattform sind für unsere Wirtschaft, unsere Industrie, aber auch für unsere Sicherheit von entscheidender Bedeutung.“ Russlands Präsident Wladimir Putin habe versucht, Energie im Krieg gegen die Ukraine als Waffe einzusetzen. Norwegisches Gas habe dabei geholfen, sicherzustellen, dass er damit scheitert.

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Anna Kipnis

Experten: Ausbaupläne für deutsche LNG-Terminals überdimensioniert

Der geplante Ausbau deutscher Importkapazitäten für verflüssigtes Erdgas (LNG) ist nach Einschätzung des New Climate Institute zu groß geraten und droht das Erreichen der Klimaziele zu gefährden. Das Bundeswirtschaftsministerium unterschätze einerseits künftige Gasimporte aus Nachbarländern und überschätze auf der anderen Seite die Risiken saisonal schwankender Verbräuche, schreiben die Experten in einer am Freitag veröffentlichten Analyse. Das Ministerium kalkuliere mit einem zu umfangreichen Risikopuffer.

„Die neuen und geplanten schwimmenden Terminals reichen bereits aus, um zwischenzeitliche Versorgungsengpässe auch in extremen Situationen mit Infrastrukturausfällen zu decken“, so das Institut. „Onshore-Terminals sind zu keinem Zeitpunkt notwendig.“
LNG-Hafen im Lubim
LNG-Hafen im Lubim   Bild: Imago
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Anna Kipnis

Politbarometer: Jeder Zweite für Vereinbarungen mit „Klimaklebern“

Die von einigen Städten getroffenen Vereinbarungen zum Stopp von Protesten der Klimagruppe Letzte Generation trifft bei einer Mehrheit in Deutschland auf Zustimmung. Im ZDF-„Politbarometer“ begrüßten 55 Prozent solche Vereinbarungen, 41 Prozent halten sie für nicht richtig, wie der Sender am Freitag mitteilte.

Hannover, Marburg und Tübingen hatten sich hinter Ziele der Klimagruppe gestellt und damit erreicht, dass die Letzte Generation dort ihre Proteste beendet. Am skeptischsten sehen dies laut Politbarometer die Anhänger der AfD: 86 Prozent äußerten sich in der Umfrage ablehnend. Bei den Anhängern von CDU/CSU waren es 57 Prozent, bei jenen der FDP 51 Prozent. Befragte unter 35 Jahren stimmten mit 66 Prozent weit öfter solchen Absprachen mit der Letzten Generation zu als ältere.

Insgesamt finden 80 Prozent der Befragten, dass illegale Aktionen von Klimaaktivisten wie die Blockaden von Hauptverkehrsstraßen zu weit gehen, 18 Prozent sehen das nicht so.
Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider. Die Demoskopen weisen darauf hin, dass die Umfragen eine Fehlerquote – zum Beispiel plus/minus drei Prozent – haben.
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Anna Kipnis


Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Ende einer turbulenten Woche leicht gestiegen. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 74,98 US-Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung stieg um 26 Cent auf 68,61 Dollar.

Die Ölpreise haben eine Woche mit starken Rückgängen hinter sich. Zwischenzeitlich fielen die Preise auf ihren niedrigsten Stand seit Ende 2021. Preissenkend wirkten Sorgen um den Bankensektor - zunächst in den USA, später in Europa. Ausschlaggebend waren Probleme einzelner Banken, die jedoch auf die gesamte Branche ausstrahlten.

Die Rohölpreise sinken in unruhigen Marktphasen häufig, da Erdöl als riskante Anlageklasse gilt. Besonders deutlich ist das, wenn Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auf die Erdölnachfrage möglich erscheinen. Ängste vor einer Bankenkrise gehören in diese Kategorie.
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Anna Kipnis

Experte sieht Ausstieg aus russischem Gas bis 2027 kritisch 

Den geplanten EU-weiten Ausstieg aus russischem Gas sieht der Wirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr kritisch. Das Herunterfahren auf Null schaffe neue Abhängigkeiten, sagte der Leiter des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) der Deutschen Presse-Agentur. „Ein gewisses gemischtes Portfolio sollte es in einer dann hoffentlich herrschenden Nachkriegswelt sein und nicht eines, das sich nur auf amerikanisches Flüssiggas kapriziert“, sagte Felbermayr, der von 2019 bis 2021 des Kiel Institut für Weltwirtschaft leitete.

Österreich, das im Gegensatz zu Deutschland noch russisches Gas erhält, setze offenkundig auf Zeit und mittelfristig auf ein Ende des Krieges. „Viele hoffen, dass 2027 der Ukraine-Krieg längst vorbei ist und dass man einen neuen Modus vivendi hat“, sagte Felbermayr. Der Forscher hält es für falsch, Österreich angesichts hoher Importanteile von russischem Gas eine Abhängigkeit zu unterstellen. „Im Sommer 2022 hat das Land bewiesen, dass es seine Speicher ohne russisches Gas füllen kann.“
Bild: dpa
Im vergangenen Januar lag der Anteil russischen Gases beim Import nach Österreich bei knapp 50 Prozent. „Was wir alle nicht wollen, ist, dass der Kreml mit dem Gasverkauf hohe Devisen einnimmt“, sagte Felbermayr. Deshalb sei er nach wie vor für einen Import-Zoll auf russisches Gas, der den Rohstoff bei Neuverträgen mit Moskau unattraktiver machen würde.

Nicht zuletzt angesichts der EU-weit sehr gut gefüllten Gasspeicher - in Österreich sind die Speicher immer noch zu 67 Prozent gefüllt (März 2022: 12 Prozent) - sieht Felbermayr kaum eine Gefahr für rasant steigende Gaspreise. Das Preisniveau liege nur noch bei etwa dem doppelten Wert wie vor dem Ukraine-Krieg. „Viel weiter kann der Preis nicht mehr sinken, aber er wird auch keine ähnlichen Sprünge hinlegen wie 2022.“
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Anna Kipnis

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Ende einer turbulenten Woche leicht gestiegen. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 74,98 US-Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung stieg um 26 Cent auf 68,61 Dollar.

Die Ölpreise haben eine Woche mit starken Rückgängen hinter sich. Zwischenzeitlich fielen die Preise auf ihren niedrigsten Stand seit Ende 2021. Preissenkend wirkten Sorgen um den Bankensektor - zunächst in den USA, später in Europa. Ausschlaggebend waren Probleme einzelner Banken, die jedoch auf die gesamte Branche ausstrahlten.
Bild: Imago
Die Rohölpreise sinken in unruhigen Marktphasen häufig, da Erdöl als riskante Anlageklasse gilt. Besonders deutlich ist das, wenn Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auf die Erdölnachfrage möglich erscheinen. Ängste vor einer Bankenkrise gehören in diese Kategorie.
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Olga Scheer

Obergrenze bei Energiepreisbremse für Großverbraucher

Die Energiepreisbremse für größere Unternehmen wird gedeckelt. Die bisherige Regelung ohne Obergrenze senke den Anreiz bei Industriekunden, zu preisgünstigeren Energielieferanten zu wechseln, heißt es in einer Verordnung der Bundesregierung, die am Donnerstagabend vom Bundestag gebilligt wurde. Bei Unternehmen, die bisher einen Entlastungsbetrag von über zwei Millionen Euro erhalten haben, wird damit die staatliche Unterstützung auf ein individuell zu errechnendes Maximum begrenzt.

Für Großverbraucher war die Gas- und Wärmepreisbremse bereits im Januar eingeführt worden. Damit soll die finanzielle Belastung durch die drastisch gestiegenen Energiekosten gedämpft werden. Die jetzt beschlossene Änderung war im Vorfeld von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) scharf kritisiert worden. Sie warnte vor einer übermäßigen Belastung von Unternehmen, die wegen langfristiger Lieferverträge zu keinem günstigeren Anbieter wechseln könnten.

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Marc Renner

320 Schweißnähte an französischen Atomkraftwerken werden überprüft

An französischen Atomkraftwerken müssen nach dem Feststellen neuer Korrosionsprobleme 320 Schweißnähte überprüft werden. Dabei handelt es sich um Rohrleitungen, an denen bereits beim Bau der Kraftwerke Reparaturen vorgenommen wurden, teilte die französische Atomsicherheitsbehörde (ASN) am Donnerstag mit. Der Energiekonzern EDF habe angekündigt, über 90 Prozent der Schweißnähte in diesem Jahr zu kontrollieren. Die unerwarteten Ermüdungsdefekte an den Kraftwerken erforderten weitere Analysen, erklärte die ASN. In drei Kraftwerken waren zuletzt Risse in Rohrleitungen entdeckt worden, die aber keine Auswirkungen auf Personal und Umwelt hatten.

Im vergangenen Jahr hatten Korrosionsprobleme zum Stillstand etlicher teils in die Jahre gekommener AKW in Frankreich geführt und das Land mitten in der Energiekrise zum verstärkten Import von Strom unter anderem aus Deutschland gezwungen. Bisher wird nicht davon ausgegangen, dass die neuerlichen Probleme den Betrieb der AKW massiv einschränken.

Frankreich will für seine Energieversorgung auch künftig stark auf die Atomkraft setzen. Bis 2050 wird der Bau von 14 neuen Kraftwerken geprüft. Parallel sollen aber auch erneuerbare Energien, insbesondere Windparks auf See, ausgebaut werden.
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Christoph Sandt
Deutschland und sechs EU-Staaten gegen Atomkraft als "erneuerbare Energie"
Deutschland und sechs weitere EU-Staaten stemmen sich gegen eine Einstufung von Atomkraft als erneuerbare Energie. Diese dürfe bei den 2030-Zielen für den Ausbau erneuerbarer Energien in der EU nicht einfließen, heißt es in einem Brief der sieben Staaten an die schwedische EU-Ratspräsidentschaft, der der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. Andernfalls würde der Ausbau von Wind- oder Solarstrom in Europa gebremst. Dies gelte etwa, wenn mit Atomstrom erzeugter Wasserstoff eingerechnet würde. 

An der Seite Deutschlands stehen hier unter anderem Spanien und Dänemark. Frankreich und osteuropäische Länder wie Polen wollten dagegen Atomstrom für Wasserstoff einsetzen und diese für die Erneuerbaren-Ziele anrechnen.
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Anna Kipnis

Mittel für Energiepreisebremse erst zu einem Viertel genutzt

Von den maximal 200 Milliarden Euro im „Abwehrschirm“ gegen die hohen Energiepreise ist bisher rund ein Viertel ausgegeben worden. Bis Ende Februar seien 55,3 Milliarden Euro abgerufen worden, erklärte das Finanzministerium am Donnerstag. Zuvor hatte „Business Insider“ über die Zahlen berichtet.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) war bereits im Januar davon ausgegangen, dass der Schutzschirm nicht vollständig gebraucht würde, weil die Gas- und Strompreise nicht so stark steigen wie befürchtet. Er schließt aber aus, das Geld für andere Zwecke einzusetzen. Stattdessen sollen entsprechend weniger Kredite aufgenommen werden.
Bild: dpa

Mit dem bis zu 200 Milliarden Euro schweren „Doppelwumms“ wollte die Bundesregierung bis 2024 Preisbremsen für Gas und Strom sowie Unternehmenshilfen finanzieren. Laut „Business Insider“ floss das bisher angerufene Geld größtenteils in die Rettung angeschlagener Gasimporteure geflossen, unter anderem in die Verstaatlichung des Konzerns Uniper.
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Anna Kipnis

Energiepauschale: Mehr als 300.000 Anträge auf Studi-Plattform gestellt

Einen Tag nach der Freischaltung der Antragsplattform für die 200-Euro-Energiepreispauschale für Studenten und Fachschüler sind nach Angaben des Bundesbildungsministeriums mehr als 300.000 Anträge gestellt worden. Ein Sprecher wies auf aktuelle Zahlen hin, die auf der Seite „Einmalzahlung200.de“ veröffentlicht wurden.

Demnach waren am Morgen knapp 340 000 Anträge erfolgreich eingereicht und etwa 43.000 Auszahlungen in Höhe von etwa 8,6 Millionen Euro erfolgt. Die Seite war am Mittwoch gut ein halbes Jahr nach Ankündigung der Sonderzahlung online gegangen. Wegen großen Andrangs gab es zunächst technische Probleme. Etwa 3,5 Millionen Studenten und Fachschüler in Deutschland haben Anspruch auf die 200 Euro zur Abfederung der gestiegenen Strom- und Heizkosten.
Bild: dpa
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Anja Holtschneider

London stuft Atomkraft als „umweltfreundlich“ ein

Großbritannien will Atomkraft künftig wie bereits die EU als „umweltfreundlich“ einstufen. Damit sollten zusätzliche Investitionen in die Energiewirtschaft angelockt werden, sagte Finanzminister Jeremy Hunt am Mittwoch im Parlament. Privatunternehmen erhielten damit dieselben Anreize, in Nuklearprojekte einzusteigen wie für erneuerbare Energien. „Hinzu kommen weitere öffentliche Investitionen“, sagte Hunt. In der EU werden unter der sogenannten Taxonomie seit diesem Jahr Investitionen in bestimmte Gas- und Atomkraftwerke als klimafreundlich eingestuft.

In Großbritannien ist Atomkraft anders als in Deutschland kaum umstritten und gilt als Chance im Kampf gegen den Klimawandel. Das Land hat derzeit fünf Kernkraftwerke mit insgesamt neun Reaktoren in Betrieb, die etwa 13 Prozent des Strombedarfs abdecken. Sie sollen alle bis spätestens 2035 das Ende ihrer Laufzeit erreichen.

Ein Programm namens Great British Nuclear soll Hunt zufolge dabei helfen, Kosten zu senken und Möglichkeiten in der gesamten nuklearen Lieferkette zu bieten. Ziel sei, dass bis 2050 bis zu ein Viertel des Stroms im Land aus Atomkraft stamme, sagte Hunt. Zudem schreibt die Regierung kleine Atomreaktoren aus.

Hunt kündigte zudem an, die Entwicklung von Technologien zur Nutzung und Speicherung von Kohlendioxid mit bis zu 20 Milliarden Pfund (22,9 Milliarden Euro) zu unterstützen. Damit soll Kohlenstoff aus den Emissionen umweltschädlicher Branchen wie der Stahl-, Glas- oder Energieindustrie aufgesaugt werden. 
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Anna Kipnis

IAEA: 2,5 Tonnen Uran in Libyen verschwunden

In Libyen sind etwa 2,5 Tonnen an Uranerz-Konzentrat aus einer Lagerstätte verschwunden. Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) entdeckten diese Woche, dass sich das in zehn Fässern gelagerte Material nicht mehr an dem vorgesehenen Ort befand, wie ein IAEA-Sprecher in der Nacht zum Donnerstag bestätigte. „Die Atomenergiebehörde wird weitere Schritte unternehmen, um zu klären, unter welchen Umständen das Kernmaterial entfernt wurde und wo es sich derzeit befindet“, teilte der Sprecher in Wien mit. Der Gouverneursrat der IAEA sei informiert worden.

Uranerz-Konzentrat ist schwach radioaktiv. In dem Material kann aber keine nukleare Kettenreaktion ausgelöst werden. Um das Konzentrat für Atomkraftwerke oder gar für Atomwaffen einzusetzen, müsste es zuerst in komplexen technischen Anlagen in einer Reihe von Schritten weiterverarbeitet werden.
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