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02.02.2023

02:11

Energie

Verpuffung legt größten deutschen Gasspeicher Rehden lahm

Von: Anja Holtschneider, Anna Kipnis

EU produziert erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Gas +++ Versorger erwarten vorerst keine sinkenden Preise +++ Der Newsblog.

Der größte deutsche Gasspeicher im niedersächsischen Rehden steht nach einer Verpuffung bis Freitag still. dpa

Erdgasspeicher Rehden

Der größte deutsche Gasspeicher im niedersächsischen Rehden steht nach einer Verpuffung bis Freitag still.

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Anne Schwedt

Keine Entlastung bei Öl und Pellets: Wüst kritisiert Bundesregierung

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Bundesregierung dafür kritisiert, entgegen ihrer Zusagen nicht für eine Entlastung von kleinen und mittleren Unternehmen gesorgt zu haben, die mit Öl und Pellets heizen. „Gerade unsere kleinen und mittleren Unternehmen brauchen in der Krise Klarheit. Sie müssen in die Ankündigungen der Bundesregierung vertrauen können“, sagte Wüst der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

„Die Entlastung unserer mittelständischen Unternehmen bei den Kosten für Öl und Pellets hatte der Bundeskanzler im Dezember fest zugesagt. Die jetzt erfolgte Sperrung der dafür notwendigen Gelder ist ein politischer Wortbruch und ein großer Fehler“, so Wüst. Viele Unternehmen hätten fest mit der Entlastung geplant und kämen jetzt „in schweres Fahrwasser“.
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Anna Kipnis

Verpuffung legt größten deutschen Gasspeicher Rehden lahm

Der größte deutsche Gasspeicher im niedersächsischen Rehden steht nach einer Verpuffung bis Freitag still. Eine Sprecherin der Betreiberfirma Astora sagte am Mittwoch, der Markt werde informiert, wenn mehr Klarheit herrsche. Der Vorfall habe sich am Dienstag ereignet. 

Die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet, hieß es danach in einem Statement des Unternehmens. Die Ursache werde untersucht. Vor dem Vorfall war der Speicher nach Angaben der Internetseite von Gas Infrastructure Europe (GIE) zu 90 Prozent gefüllt. Der "Spiegel" hatte darüber online berichtet. Die Gasspeicher spielen eine Schlüsselrolle bei dem Bemühungen Deutschlands, die Mengen nach dem russischen Gaslieferstopp zu ersetzen.
Gasspeicher Rehden
Gasspeicher Rehden   Bild: dpa
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover teilte mit, dass es am Dienstag gegen 10.30 Uhr aus noch ungeklärter Ursache auf dem Freigelände zu einer Verpuffung an einer Fackel für die Verdichtereinheiten gekommen sei. Menschen seien dabei nicht zu Schaden gekommen. Auswirkungen auf die Umwelt seien nicht festgestellt worden. Die Bundesnetzagentur sehe durch den Vorfall keine Auswirkungen auf die sichere Gasversorgung in Deutschland.
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Tobias Döring
Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet für das Geschäftsjahr 2022 niedrigere Verluste als bisher angenommen. Die Prognose für die Ergebnisse hätten sich deutlich verbessert, gab das Unternehmen am Mittwochnachmittag per Pflichtmitteilung bekannt. Erwartet werden allerdings weiterhin deutlich negative Ergebnisse.
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Anja Holtschneider

Zweiter Tanker liefert LNG nach Lubmin

Vor Rügen ist am Mittwoch ein Tanker mit der zweiten Lieferung von Flüssigerdgas für das Terminal in Lubmin angekommen. Die aus den USA kommende „Cool Voyager“ soll demnächst Flüssigerdgas (LNG) an das dort liegende Tanklagerschiff „Seapeak Hispania“ abgeben, sagte Stephan Knabe vom Unternehmen Deutsche Regas. Während der Hochlaufphase rechne man in den kommenden drei Monaten mit etwa zwei Tankeranläufen pro Monat. Danach liegt das Ziel laut Knabe bei einem Tanker pro Woche.

Die „Cool Voyager“ war laut Schiffsortungsdiensten im Internet Mitte Januar von der Golfküste des US-Bundesstaates Louisiana aus gestartet und hat nach früheren Angaben rund 155.000 Kubikmeter LNG geladen. Von der „Seapeak Hispania“ transportieren kleinere Shuttle-Schiffe das LNG durch den flachen Greifswalder Bodden zum eigentlichen Terminal im Industriehafen in Lubmin. Mitte Januar hatten die Betreiber die Betriebsgenehmigung erhalten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte das Terminal symbolisch eröffnet.
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Stefan Kaufmann

CDU-Politiker Spahn kritisiert Energie-Härtefallhilfen für Unternehmen

Unionsfraktionsvize Jens Spahn hat die Bundesregierung dafür kritisiert, dass sie bei den Härtefallhilfen für Unternehmen nur bestimmte Energieträger berücksichtigt. „Jetzt schauen alle Unternehmen, die Öl und Pellets nutzen, in die Röhre“, sagte Spahn bei RTL/ntv. Hintergrund ist ein Beschluss des Haushaltsausschusses, nach dem die finanzielle Unterstützung des Bundes zu Energiekosten-Härtefallregelungen für kleine und mittlere Unternehmen keine Hilfen für Heizöl und Pellets umfasst. 

Die Härtefallregelungen seien auf die Entlastung von Strom und leitungsgebundenen Energieträgern (Gas, Wärme) zu begrenzen und nicht auf leitungsungebundene Energieträger wie Heizöl und Pellets auszuweiten. Ziel der Härtefallhilfen ist es, dass kleinere und mittlere Unternehmen zusätzliche finanzielle Hilfen erhalten, wenn sie die Energiekrise besonders hart trifft. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Handwerkspräsident Jörg Dittrich hatten die Ausnahme am Dienstag ebenfalls kritisiert.
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Leonie Tabea Natzel

Ministerin macht Hoffnung bei 200 Euro Energiepreispauschale

Die von Studierenden und Fachschülern lang erwartete Auszahlung der 200 Euro Energiepreispauschale rückt nach Angaben von Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger näher. „Jetzt gehen wir damit auf die Zielgerade“, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Unser Partner Sachsen-Anhalt wird als Vorreiter zeitnah die letzten rechtlichen Hürden nehmen, um mit der gemeinsamen Antragsplattform loszulegen.“ Der Bund stehe bereit. Auch in anderen Bundesländern seien die Vorbereitungen weit gediehen.

Da Sachsen-Anhalt beim Aufbau des digitalen Bafögs federführend war, war das Land auch mit der technischen Umsetzung der Antragsplattform für die Energiepreispauschale betraut worden.

Bereits im September hatte die Ampel-Koalition die 200-Euro-Sonderzahlung für Studierende und Fachschüler vereinbart. Mitte Dezember wurde schließlich ein Gesetz beschlossen. Doch die bis zu 3,5 Millionen Betroffenen haben bis heute kein Geld gesehen. Das Vorhaben und die Abstimmung zwischen Bund und Ländern gestalten sich schwierig, weil es keine zentrale Stelle gibt, die alle Daten und Kontoverbindungen aller Studierenden und Fachschüler hat. Bund und Länder versuchen, diese Daten nun auf der gemeinsamen Internetseite zusammenzuführen, damit das Geld dort zentral beantragt werden kann.

„Eine Auszahlung an rund 3,5 Millionen Menschen in 16 Bundesländern an unterschiedlichsten Ausbildungsstätten hat es so noch nicht gegeben“, sagte Stark-Watzinger. Dem Vernehmen nach sollen die ersten Auszahlungen aber noch wie beabsichtigt im Winter stattfinden. Die Betroffenen bekommen voraussichtlich von ihrer Ausbildungsstätte einen Zugangscode plus Pin, um sich auf dem Online-Portal einzuloggen und einen Antrag zu stellen.
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Leonie Tabea Natzel

Städte- und Gemeindebund: Kommunen profitieren vom Energiesparen  

Die Energiespar-Bemühungen der deutschen Städte und Gemeinden zeigen Wirkung: Die in den Energiesparvorgaben der Bundesregierung enthaltenen Vorgaben, etwa zum Heizen in öffentlichen Gebäuden, zur Warmwasserversorgung sowie zur Anstrahlung von Denkmälern, seien „sehr flächendeckend“ und vielfältig umgesetzt worden, so dass man von Einsparpotenzialen von etwa 10 bis 20 Prozent ausgehe, sagte Bernd Düsterdiek, Beigeordneter für Städtebau und Umwelt beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, der Deutschen Presse-Agentur. Das komme auch den kommunalen Haushalten zugute.

Man begrüße auch die kürzlich vom Kabinett beschlossene Verlängerung der Verordnung zu kurzfristigen Maßnahmen bis Mitte April, der der Bundesrat noch zustimmen muss. „Das unterstützen wir, weil wir immer noch in einer fragilen Situation sind“, sagte Düsterdiek.

Ählich äußerte sich das Bundeswirtschaftsministerium. Der Gasverbrauch in Deutschland liege derzeit unter dem Verbrauch des Vorjahres, und auch der Stromverbrauch in Deutschland sei im vergangenen Herbst deutlich gesunken, erklärte eine Sprecherin. „Unser Ziel ist es, diese Entwicklung zu verstetigen und den Gasverbrauch in Deutschland insgesamt zu senken. Dazu bedarf es anhaltender und effektiver Anstrengungen zur Energieeinsparung.“
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Leonie Tabea Natzel

Umstrittener Atomreaktor Tihange 2 in Belgien ist endgültig vom Netz

Nach 40 Jahren Laufzeit ist in Belgien der umstrittene Atomreaktor Tihange 2 nahe der deutschen Grenze endgültig vom Netz gegangen. Der Meiler wurde am Dienstagabend um 22.45 Uhr abgeschaltet, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Engie Electrabel berichtete. In dem Atomkraftwerk, das etwa 60 Kilometer von Aachen in Nordrhein-Westfalen entfernt liegt, gibt es noch zwei weitere Reaktoren. Außerdem betreibt Belgien drei weitere Reaktoren im Kernkraftwerk Doel nahe der Stadt Antwerpen.

In Deutschland gibt es seit langem Kritik an den belgischen Kraftwerken aus den 1970er und 80er Jahren. So wurden bei den Reaktoren im Nachbarland mehrfach Mängel festgestellt, etwa marode Betonteile. Die Stadt Aachen und die Bundesregierung haben deswegen in der Vergangenheit wiederholt gefordert, die AKW stillzulegen.

Bereits im September war im Zuge des geplanten Atomausstiegs in Belgien der Meiler Doel 3 vom Netz genommen worden. Die nächsten Abschaltungen sind nun für 2025 vorgesehen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hatte die geplante Abschaltung von Tihange 2 in der „Rheinischen Post“ begrüßt. „Die Stilllegung sorgt für deutlich mehr Sicherheit in unseren beiden Ländern“, sagte die Grünen-Politikerin. Zusammen mit dem im September abgeschalteten Reaktor Doel 3 habe „das AKW jahrelang wegen Rissen in den Reaktordruckbehältern für Negativschlagzeilen gesorgt und die Bevölkerung beunruhigt“.

Ursprünglich war geplant gewesen, alle belgischen Kernkraftwerke bis 2025 vom Netz zu nehmen. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der gestiegenen Energiepreise sollen die Reaktoren Tihange 3 und Doel 4 nun jedoch bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen, um die Energieversorgung zu sichern.
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Christoph Sandt

Verpuffung am Gasspeicher Rehden - Einspeicherung gestoppt

Nach einer Verpuffung ist die Einlagerung von Gas in der Speicheranlage Rehden gestoppt worden. Die Bundesnetzagentur erwartet durch den Zwischenfall am Dienstag aber keine Auswirkungen auf die sichere Gasversorgung in Deutschland, wie sie am Abend mitteilte. Die Anlage im Landkreis Diepholz in Niedersachsen ist der größte Gasspeicher in Deutschland.

Die Speicheranlage sei vorsorglich abgeschaltet worden. Fachleute der Betreiberfirma sowie ein Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde - des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) - seien vor Ort, um die Ursache für die Verpuffung zu ermitteln. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gebe es keine, sagte ein LBEG-Sprecher. Ein derartiger Zwischenfall komme zwar nicht oft vor. Aber: „Wo Technik im Einsatz ist, kann so etwas schon mal passieren.“ Durch die Verpuffung wurde demnach niemand verletzt; auf die Umwelt wurden keine Auswirkungen festgestellt.

Wann die Gaseinspeicherung fortgesetzt werden soll, könne noch nicht gesagt werden. „Glücklicherweise passierte die Verpuffung in einer Speicher- und nicht in einer Abgabephase“, sagte der Sprecher. Es würde also niemand auf ausbleibendes Gas warten.

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Christoph Sandt

Energiedienstleister rechnet mit hohen Nachzahlungen für Öl und Gas

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich nach Berechnungen des Energiedienstleisters Techem in diesem Jahr auf hohe Heizkosten-Nachzahlungen einstellen. Grund sei der starke Kostenanstieg für fossile Energie in 2022, berichtete das Unternehmen am Dienstag in Eschborn. Beim Heizen mit Öl liege der Anstieg der Heizkosten bundesweit bei 62,8 Prozent im Vergleich zu 2021. Beim Heizen mit Gas seien es 48,5 Prozent mehr. Regional gebe es allerdings Unterschiede.

„Mietende werden sich in diesem Jahr mit einer teils drastischen Mehrbelastung bei der anstehenden Heizkostenabrechnung konfrontiert sehen“, erklärte Techem-Chef Matthias Hartmann. Trotz milder Temperaturen und Energiesparmaßnahmen führe insbesondere die Preisentwicklung für fossile Energieträger zu einem deutlichen Kostenanstieg.
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Anna Kipnis

Habeck hält Ausbauziel für Windanlagen auf See für erreichbar 

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hält das Ausbauziel für Windenergie auf See von 30 Gigawatt bis 2030 für ein realistisches Ziel. „Das ist schaffbar“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einem Besuch des Cuxhavener Werks von Siemens Gamesa, in dem Turbinen für Offshore-Windkraftanlagen hergestellt werden. 

Zu den in den 25 Windparks in Nord- und Ostsee erzeugten gut 8 Gigawatt würden demnächst 2,7 hinzukommen. Allein in diesem Jahr würden weitere 8,8 Gigawatt ausgeschrieben. In den kommenden Jahren kämen etwas kleinere Tranchen von etwa vier Gigawatt dazu. „Dann kommen wir auf die 30“, sagte Habeck. „Da hat sich Deutschland wirklich was vorgenommen, aber natürlich kann es gelingen.“
Robert Habeck
Robert Habeck   Bild: dpa
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Marc Renner

Energiepreise: Netzagentur-Präsident beklagt zu wenig Wettbewerb

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat zu wenig Wettbewerb bei den Strom- und Gaspreisen für Haushaltskunden beklagt. In den Vergleichsportalen sehe er, dass es im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich weniger Angebote gebe, sagte Müller bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung am Montagabend in Düsseldorf. „Es gibt Stadtwerke, die sich nur noch auf ihr Versorgungsgebiet konzentrieren, die haben sich aus der bundesweiten Versorgung zurückgezogen“, bemängelte er. „Es ist wichtig, darüber zu diskutieren, was können wir dazu tun, dass mehr Marktakteure, mehr Energieversorger auch jenseits ihres ureigenen Sprengels bundesweit Angebote machen und ich als Verbraucherin und Verbraucher hier eine Wahlmöglichkeit habe.“

Ein Patentrezept habe er nicht. „Ich biete ihnen nur eine Problembeschreibung.“ Viele Menschen hätten mit einem Anbieterwechsel in den vergangenen 18 Monaten eine „bescheidene Erfahrung“ gemacht. Er verwies in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Vertragskündigungen durch Energiediscounter. Es stelle sich die Frage: „Wo sind eigentlich die Wettbewerbskräfte oder die Wettbewerbsakteure, die dafür sorgen, dass wir auch irgendwann wieder zu sinkenden Gas- und Strompreisen kommen?“ Es gebe in Deutschland keine Behörde mehr, die diese Rolle übernehme.

Preisaufsicht und -genehmigung seien aus guten Gründen abgeschafft worden und die Bundesnetzagentur sei überhaupt nicht scharf darauf, solch eine Aufgabe zu übernehmen. „Aber wenn das keine Behörde tut, und gleichzeitig womöglich Verbraucherinnen und Verbraucher in den letzten 18 Monaten gelernt haben, derjenige, der wechselt, ist womöglich die oder der Dumme, dann haben wir eine Situation, dass wir kein vernünftiges Wettbewerbsmodell im Strom- und Gasmarkt zurzeit haben.“ Es sei überfällig, zu „diskutieren, wie sorgen wir dafür, dass wir zu einem vernünftigen Wettbewerbsdruck kommen, damit letztendlich irgendwann Preise auch wieder sinken können.“
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Leonie Tabea Natzel

EU produziert erstmals mehr Strom aus Erneubaren als aus Gas 

In der EU ist 2022 erstmals mehr Strom aus Wind und Sonne produziert worden als aus Gas. Laut einer Analyse der Denkfabrik Ember Climate kamen im vergangenen Jahr rund 22 Prozent der Elektrizität in der EU aus Solar- und Windkraft und damit anteilig so viel wie noch nie. 2021 waren es demnach etwa 19 Prozent. Aus Gas stammten hingegen fast 20 Prozent des EU-Strommixes - knapp ein Prozentpunkt weniger als 2021. Insgesamt kamen laut Ember Climate im vergangenen Jahr 623 Terawattstunden (TWh) aus Wind und Sonne.

Am meisten Wind- und Solarenergie erzeugte 2022 den Zahlen der Denkfabrik zufolge Deutschland - 126 Terawattstunden aus Wind und 59 Terawattstunden aus Sonne. Die Anteile an der Wind- und Solarenergie am deutschen Strommix waren verglichen mit anderen EU-Ländern jedoch geringer: Bei der Erzeugung aus Sonne sind die Niederlande mit 14 Prozent am gesamten Strommix Spitzenreiter, gefolgt von Griechenland und Ungarn (beide 13 Prozent). Deutschland gewinnt den Zahlen zufolge knapp 10 Prozent seines Stroms aus Sonne.

Mit einem mehr als 50-prozentigen Anteil an Windenergie hat laut Ember Climate Dänemark die Nase vorn. Gefolgt von Litauen mit fast 40 Prozent und Irland mit rund 35 Prozent. Der Anteil in Deutschland liegt bei rund 20 Prozent.

Laut Analyse produzierte die EU im vergangenen Jahr 203 Terawattstunden Strom aus Sonne und damit 39 Terawattstunden mehr als 2021, was einem Plus von 24 Prozent entspricht. Das sei das Doppelte des vorherigen Rekords. Den Berechnungen zufolge konnten dadurch Gaseinkäufe in Höhe von rund zehn Milliarden Euro vermieden werden. Demnach produzierten 20 der 27 EU-Staaten 2022 so viel Sonnenenergie wie noch nie. Am meisten Fortschritte beim Hochfahren von Solaranlagen machten unter anderem Deutschland, Spanien und Polen.

Aus Wind produzierte die EU 2022 hingegen 420 Terawattstunden Strom - 33 mehr als 2021. „Der Anstieg der Windenergie wurde durch erhebliche Zuwächse in Deutschland sowie in Schweden und Polen angetrieben“, heißt es in der Analyse.
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Ana Radić

Die EU treibt den geplanten gemeinsamen Erdgas-Einkauf der Mitgliedsländer voran

Die EU-Kommission habe in der vergangenen Woche einen Vertrag mit der Erdgas-Buchungsfirma Prisma geschlossen, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von der Kommission. Das Unternehmen soll die Nachfrage der einzelnen Staaten zusammentragen und dann passende Angebote einholen. Die EU hofft, mit einem gemeinsamen Einkauf günstigere Preise erzielen zu können.
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Ana Radić

Zum Auftakt der nächsten Streikwelle in Frankreich ist Leistung von vier Kernkraftwerken zurückgegangen

Dies geht aus Daten des staatlichen Energie-Konzerns EDF hervor. Damit stehen 1,1 Gigawatt weniger als sonst an Atomstrom zur Verfügung. Der Streik richtet sich gegen eine geplante Rentenreform.
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Claudia Scholz
Die russische Regierung verbietet einheimischen Öl-Exporteuren die Einhaltung der von westlichen und anderen Staaten verhängten Preisobergrenze für Rohöl. 
Die Maßnahme soll den Erlass von Präsident Wladimir Putin vom 27. Dezember unterstützen, der ab dem 1. Februar für fünf Monate die Lieferungen von Öl und Ölprodukten an Länder verbietet, die die Obergrenze umsetzen. Diese war am 5. Dezember von den G7-Staaten, der EU und Australien vereinbart worden. Sie liegt bei 60 Dollar pro Barrel.
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Marc Renner

Türkei plant Erdgas-Gipfel in Istanbul

Die Türkei will vom 14. bis zum 15. Februar einen Erdgas-Gipfel in Istanbul ausrichten. Dabei sollen die Exportländer mit den europäischen Abnehmer-Staaten zusammengebracht werden, kündigt der türkische Energieminister Fatih Donmez an. 

Eingeladen würden Länder des Nahen Ostens, Anrainer des Mittelmeers und Kaspischem Meers sowie Zentralasien und Europa.
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Leonie Tabea Natzel

71 Prozent der Deutschen sind gegen AKW-Aus

Laut einer Umfrage wollen nur 29 Prozent der Deutschen, dass Atomkraft gar nicht mehr genutzt wird. Die überwältigende Mehrheit von 71 Prozent wolle Kernkraft weiter nutzen (mehr 28 Prozent, so wie jetzt 15 Prozent und weniger 26 Prozent), berichtet die Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Erhebung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). 
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Anne Schwedt

Italien und Libyen fördern Gas - Eni unterzeichnet Milliardenvertrag

Italien und Libyen wollen zwei neue Gasfelder im Mittelmeer erschließen. Mit dem Schritt wollen die beiden Länder zur Energiesicherheit Europas beitragen. Bei einem Besuch der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Tripolis wurde ein Vertrag zwischen dem italienischen Gasimporteur Eni und dem staatlichen libyschen Ölkonzern NOC im Volumen von rund acht Milliarden Dollar unterzeichnet. Nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine suchen europäische Länder nach Alternativen zu russischem Gas und Öl. 
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