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27.06.2022

14:30

Erste-Hilfe-Kurs

Kosten, Gültigkeitsdauer und Auffrischung für Führerschein und Ersthelfer

Wer den Führerschein macht, benötigt einen Erste-Hilfe-Kurs. Was lernen Teilnehmer dort, und was kostet der Kurs? Ein Überblick.

Erfahren Sie hier, was die Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses lernen und was er kostet. imago images/Future Image

Ein Rettungswagen der Johanniter

Erfahren Sie hier, was die Teilnehmer eines Erste-Hilfe-Kurses lernen und was er kostet.

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist keine Pflichtveranstaltung für jedermann. Verpflichtend ist er lediglich für zwei Zwecke. Empfehlenswert ist eine Teilnahme allerdings schon, denn generell sollten sich alle Menschen mit Sofortmaßnahmen im Notfall auskennen.

Wer muss einen Erste-Hilfe-Kurs machen?

Wer einen Führerschein macht, muss einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Bis zum 31. Dezember 2015 wurde – je nach Führerscheinklasse – zwischen zwei Kursen unterschieden. Für die Führerscheinklassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T mussten Fahrschüler den „kleinen“ Grundkurs absolvieren. Bei den Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1 war es ein „großer“ Erste-Hilfe-Kurs.

Seit Januar 2016 gibt es für alle Führerscheinklassen nur noch einen einheitlichen Kurs. Es wird nicht mehr zwischen klein und groß unterschieden. Wer seinen Kurs vor 2016 gemacht hat, muss jedoch keinen neuen belegen. Die alten Kurse haben weiterhin Bestand.

Ebenfalls verpflichtend ist ein Erste-Hilfe-Kurs für betriebliche Ersthelfer. Davon muss es pro Betrieb zwei Mitarbeiter geben. Die Kosten dafür trägt meist die zuständige Berufsgenossenschaft. Die Kurse finden – im Gegensatz zu denen für den Führerschein – normalerweise zwischen Montag und Freitag statt. Es ist aber auch möglich, einen Wochenendkurs zu besuchen.

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    Wie lange dauert ein Erste-Hilfe-Kurs?

    Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein hat eine Mindestdauer von neun Unterrichtsstunden à 45 Minuten, so steht es in Paragraf 19 Fahrerlaubnis-Verordnung. In der Regel dauert ein solcher Kurs also einen ganzen Tag. Meist findet er am Wochenende statt.

    Wie läuft ein Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein ab?

    Ein Erste-Hilfe-Kurs setzt sich zusammen aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Daher werden reine Onlinekurse grundsätzlich auch nicht anerkannt. Ziel des Kurses ist es, im Notfall zu wissen, welche Tätigkeiten in welcher Reihenfolge zu tun sind. Das sind die wichtigsten Inhalte:

    Pflicht zur Hilfeleistung – Ist ein Mensch in Not, sind andere zur ersten Hilfe verpflichtet. Wer das nicht tut, macht sich strafbar. So steht es im Strafgesetzbuch. Unterlassene Hilfeleistung ist nach Paragraf 323c StGB ein Straftatbestand. Dieser wird mit einer Geldstrafe oder sogar bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe belegt. Das Gleiche gilt übrigens für diejenigen, die einen Hilfeleistenden behindern.

    So läuft eine Rettungskette ab:

    • Unfallstelle absichern: Wer zuerst an einem Unfallort ist, sollte ein Warndreieck aufstellen und – sofern ein Auto beteiligt ist – die Warnblinkanlage einschalten.
    • Personen aus dem Gefahrenbereich bringen: Ist etwa ein brennendes Auto in der Nähe oder der Unfall ist auf einer Straße im fließenden Verkehr geschehen, sollten beteiligte Personen in Sicherheit gebracht werden. Dabei geht die Sicherheit des Helfers jedoch immer vor.
    • Notruf absetzen: Unter der europaweiten Nummer 112 ist der Notruf zu erreichen. Dabei sind die W-Fragen wichtig: Was ist passiert? Wo ist der Unfall passiert? Wie viele Personen sind beteiligt/verletzt? Welche Verletzungen gibt es?
    • Erste Hilfe leisten: Je nach Zustand des Unfallopfers wenden Ersthelfer lebensrettende Sofortmaßnahmen an. Auch diese werden im Kurs vermittelt, etwa wie die Person in eine stabile Seitenlage zu bringen ist, wie eine Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert oder wie Blutungen mithilfe eines Druckverbands zu stillen sind. Daher sollte auch immer ein gut bestückter Notfallkoffer im Auto mitfahren.
    • Auf den Rettungsdienst warten: Bis der Notarzt oder der Rettungswagen kommt, dauert es im Durchschnitt neun bis elf Minuten. Während dieser Zeit bleiben Ersthelfer am Unfallort. Währenddessen können sie den Verunfallten beispielsweise bequem lagern, gebrochene Arme oder Beine ruhigstellen oder einfach nur da sein und beruhigen. Anschließend übernehmen die Profis.
    • Fahrt ins Krankenhaus: Mit dem Transport ins Krankenhaus ist die Rettungskette abgeschlossen. Dort wird das Unfallopfer ärztlich versorgt.

    Was kostet ein Erste-Hilfe-Kurs?

    Die Kosten für einen Erste-Hilfe-Kurs unterscheiden sich je nach Anbieter. Sie liegen in der Regel zwischen 20 und 40 Euro. Wer seine Kenntnisse lediglich auffrischen will, kann auch einen Onlinekurs buchen. Dann fehlt jedoch der praktische Teil. Zudem sind sie auch nicht zwangsläufig billiger als Vor-Ort-Kurse.

    Was brauchen Teilnehmer für einen Erste-Hilfe-Kurs?

    Für die Teilnahme an den praktischen Übungen empfehlen sich robuste und bequeme Kleidung sowie Schuhe. Je nachdem, ob der Praxisteil auch im Freien stattfindet, ist wetterfeste Kleidung vonnöten.
    Zudem brauchen Teilnehmer für den theoretischen Teil Schreibunterlagen für Notizen. Darüber hinaus ist die Kursgebühr in bar mitzubringen (sofern nicht im Vorhinein überwiesen) und der Personalausweis für die Ausstellung der Teilnahmebestätigung.

    Wie lange ist ein Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein gültig?

    Ein einmal gemachter Kurs bleibt lebenslang gültig. Eine Pflicht zum Auffrischen gibt es für einen Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein daher nicht. Wer sich unsicher ist, frischt seine Kenntnisse immer mal wieder auf, aber das ist freiwillig. Es gibt beispielsweise auch spezielle Kurse für erste Hilfe bei Senioren oder Kindern.
    Anders sieht es bei den betrieblichen Ersthelfern aus. Sie müssen nach zwei Jahren einen Auffrischungskurs belegen.
    Bei einem Erste-Hilfe-Kurs kann ein Teilnehmer übrigens nicht durchfallen, es gibt keine Prüfung. Es geht allein darum teilzunehmen. Am Ende gibt es eine Teilnahmebestätigung.

    Wer bietet Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein an?

    Die einschlägigen Anbieter sind Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser, Johanniter und der ADAC. Es gibt mittlerweile aber auch immer mehr private Anbieter.

    Von

    Gerd Mischler

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