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14.05.2022

11:00

Essay

Boykott der Vernunft: Wie der heftige Streit um das Energie-Embargo die Grenzen der Ökonomie aufzeigt

Von: Julian Olk

Deutschlands Ökonomen haben sich in der Diskussion um einen Lieferstopp für russische Energie zerstritten. Zeit zu hinterfragen: Was kann die Wirtschaftswissenschaft leisten?

Gibt es die wahre Wissenschaft? Sollten Ökonomen überhaupt politische Empfehlungen abgeben? Und wie sollte Politik mit Wissenschaft umgehen? Montage Becker/Brauckmann

Ökonomen Dullien (l.), Feld, Bachmann

Gibt es die wahre Wissenschaft? Sollten Ökonomen überhaupt politische Empfehlungen abgeben? Und wie sollte Politik mit Wissenschaft umgehen?

Noch bis tief in die Nacht diskutierten die Ökonomen über ihre Studie. Die Zahlen standen. Nun ging es um die Frage, wie sie kommuniziert werden sollten. Vorsichtig, mit dem Hinweis auf ihre beschränkte Aussagekraft, was die Gefahr mit sich bringt, nicht gehört zu werden? Oder mit Nachdruck, verbunden mit einer klaren Handlungsaufforderung an die Politik?

Was die neun Ökonominnen und Ökonomen in jener Nacht Anfang März während ihrer vielen Anrufe und Mails untereinander wohl nicht ahnten: Ihre Entscheidung sollte den Weg in den größten Streit ihrer Zunft seit Jahrzehnten ebnen.

Einen Streit, der nicht nur äußerst emotional, zeitweise sogar mit persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen geführt werden würde. Ein Streit auch, der mit einem großen Reputationsverlust der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft einhergehen sollte, die sich sonst so nüchtern und sachlich gibt.

In die Annalen der Wissenschaftsgeschichte werden die Berechnungen, um die es geht, als Bachmann-Studie eingehen. Rüdiger Bachmann, ein deutscher Volkswirt von der US-Hochschule Notre Dame, ist ihr Namensgeber. Er stand ganz vorn in der alphabetischen Anordnung der Autoren, die sich mit der Frage auseinandersetzten: Wie groß wäre der volkswirtschaftliche Schaden bei einem Embargo für russische Energie?

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    Ihr Ergebnis: Ein kompletter, sofortiger Lieferstopp würde die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,5 bis drei Prozent dämpfen. Die Ökonominnen und Ökonomen unter Federführung von Benjamin Moll aus London und David Baqaee aus Los Angeles waren Anfang März die Ersten, die zu der Debatte um ein Energie-Embargo als Sanktion wegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine Zahlen zu den Folgen vorlegten.

    0,5, 2, 3, 5, 6 oder 12 Prozent

    0,5 bis drei Prozent – das schien verkraftbar, wenn man bedenkt, dass es darum geht, einen Aggressor, der die europäische Friedensordnung gefährdet, in die Schranken zu weisen. So interpretierten zumindest einige der Studienautoren postwendend das Ergebnis. Bei Kohle und Öl ist die Bundesregierung zwar offen, gegen ein sofortiges Gasembargo wehrt sich Berlin aber bis heute vehement.

    Auf Widerstand stießen die Studienautoren vor allem in den eigenen Reihen. Professoren und Doktoranden quer durch die Republik rechneten los. Der Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen kam auf mindestens zwei Prozent weniger Wirtschaftsleistung durch ein Energieembargo im Jahresdurchschnitt.

    Die führenden Forschungsinstitute auf drei Prozent. Die Bundesbank auf vier Prozent. Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) auf fünf bis sechs Prozent. Und zuletzt der Mannheimer Professor Tom Krebs auf bis zu zwölf Prozent.

    Der deutsche Volkswirt von der US-Hochschule Notre Dame ist Namensgeber für die Studie, die Ausgangspunkt des Ökonomen-Streits war. Und er ist der wohl aktivste Twitter-Nutzer der Szene. Bert Bostelmann/bildfolio für Handelsblatt

    Rüdiger Bachmann

    Der deutsche Volkswirt von der US-Hochschule Notre Dame ist Namensgeber für die Studie, die Ausgangspunkt des Ökonomen-Streits war. Und er ist der wohl aktivste Twitter-Nutzer der Szene.

    Erst wurde diskutiert, dann gestritten, irgendwann gekeilt – vor allem über Twitter. Von „heruntergelassenen Hosen“ war die Rede und von „Appeasern“. Der Kanzler heizte den Streit weiter an. „Unverantwortlich“ sei es, „irgendwelche mathematischen Modelle zusammenzurechnen, die dann nicht funktionieren“, schimpfte Olaf Scholz (SPD). Gemeint waren Bachmann & Co.

    Höchste Zeit also für eine Bestandsaufnahme über die Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Politikberatung: Gibt es die wahre Wissenschaft? Sollten Ökonomen überhaupt politische Empfehlungen abgeben? Und wie sollte Politik mit Wissenschaft umgehen?

    Von Absolutheitsansprüchen und Annahmen

    Neu ist die Debatte nicht. Die Parallelen des jüngsten Embargo-Streits zum in den 1880er- und 1890er-Jahren ausgetragenen „ältesten Methodenstreit der Nationalökonomie“ sind verblüffend. Die Hauptakteure damals: der preußische Ökonom Gustav von Schmoller und sein Wiener Kontrahent Carl Menger.

    Für von Schmoller war klar: Konkrete Probleme können nur durch konkrete Umstände verstanden werden, etwa soziale Struktur oder politische Stabilität. Es sei hier erwähnt, dass eine Einteilung von Menschen in „Rassen“, wie sie von Schmoller vorgenommen haben soll, sicherlich nicht dazugehören sollte.

    Menger hingegen argumentierte, dass Menschen ihren Nutzen maximieren wollten und damit sehr wohl allgemeingültige Gesetze und damit die Existenz absoluter ökonomischer Wahrheiten herleitbar seien. Am Ende hatte von Schmoller in der Sache, Menger in der Umsetzung recht. Das zeigt die jüngere Debatte um ein Energieembargo in zwei Punkten.

    Erstens: Ökonomen arbeiten typischerweise mit mathematischen Modellen. Deren Auswahl allerdings basiert schon auf Werturteilen. Besonders eindrucksvoll zeigt das der Vergleich der Bachmann- mit der IMK-Studie – kein Wunder, dass ausgerechnet die Autoren dieser beiden Studien besonders quer zueinander liegen.

    Während die Bachmann-Studie analysierte, wie die Handelsströme umgelenkt würden, wenn Kohle, Gas und Öl aus Russland wegfallen, stellte das IMK die Frage, wie hoch der Preis für die arg knapp gewordene Energie steigen würde und welche Folgen das hätte.

    Der Direktor des gewerkschaftsnahen IMK warnt vor Auswirkungen eines abrupten Gaslieferstopps – und muss sich mit Lobbyismus-Vorwürfen auseinandersetzen. imago images/Jürgen Heinrich

    Sebastian Dullien

    Der Direktor des gewerkschaftsnahen IMK warnt vor Auswirkungen eines abrupten Gaslieferstopps – und muss sich mit Lobbyismus-Vorwürfen auseinandersetzen.

    Die Modellauswahl erfolgt zweifelsohne mitunter aus pragmatischen Gründen, doch werden auch wertende Urteile getroffen. Wenn die Wissenschaftler auf der Grundlage rechnen, ob es alternative Lieferanten in anderen Ländern gibt, ist die Herkunft der Güter egal.

    Über die Verzinkereien heißt es etwa, einmal das Gas abgedreht, wären die Wiederaufbaukosten so hoch, dass sie womöglich nie wieder öffnen. Ist das ein Problem, wenn Stahl anderswo verzinkt werden kann und die Abwanderung dieser Industrie aus Klimaschutzgründen vielleicht ohnehin bevorgestanden hätte?

    Das kann man so oder so sehen. Wenn die Preisentwicklung der zentrale Forschungsgegenstand ist, fällt der Blick hingegen viel mehr auf soziale Wirkungen.

    Wird als Ergebnis ein bestimmter Gaspreis vorgelegt, stellt sich viel eher die Frage, ob sich das einkommensschwache Haushalte leisten können, die einen großen Anteil ihres Einkommens für Energie ausgeben müssen.

    Ist eine stärkere Belastung für bestimmte Bevölkerungsgruppen gerecht oder nicht? Das kann man so oder so sehen.

    Von der Suche nach der idealtypischen Realität

    Zweitens: Selbst bei der Nutzung desselben Modells können die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Wer Aussagen über die Zukunft treffen will, muss hypothetische Annahmen machen.

    Im Falle eines Energieembargos: Wie weit würde die deutsche Wirtschaft ihren Gasverbrauch herunterfahren? Und wie gut würde sich kurzfristig Ersatz für russisches Gas finden lassen?

    Das Problem: Keiner weiß, wie anpassungsfähig Unternehmen und Verbraucher wirklich sind. Für die Berechnungen können nur Erfahrungswerte aus anderen Krisen genutzt werden. Der Mannheimer Ökonom Krebs kommt deshalb auf die extrem hohen zwölf Prozent wirtschaftlichen Schaden, weil er davon ausgeht, dass unterbrochene Produktionen von energieintensiven Unternehmen zum Zusammenbruch von Lieferketten führen.

    Die daraus resultierenden indirekten Folgen könnten fünfmal so hoch sein wie die direkten Folgen des Produktionsstopps. Auf den simplen Faktor fünf kommt er, weil dieses Verhältnis von direkten und indirekten Folgen nach der Havarie des Atomkraftwerks in Fukushima zu beobachten war.

    Ob das mit der heutigen Situation wirklich vergleichbar ist? Wer kann das schon wissen.

    Welche Embargo-Annahmen näher an der Realität sind, lässt sich letztendlich nur herausfinden, wenn das Embargo Realität würde. Erst die Vielfalt der verschiedenen Herangehensweisen ermöglicht die Debatte und damit die Annäherung, wie es in der Realität laufen könnte.

    Insofern war auch Mengers Debattenbeitrag vor 140 Jahren wichtig. Es ist die Verbindung aus von Schmollers Anerkennung der relativen Wissenschaft und Mengers Verweis auf die Wichtigkeit der theoretischen Analyse des menschlichen Handelns, die die Grenzen, aber eben auch die Möglichkeiten der Ökonomie beschreiben.

    Vom Primat der Politik und Ökonomen als Privatmenschen

    Die Bachmann-Studie erstreckt sich über viele Seiten. Rund 90.000 Zeichen erläutern den Ansatz, die Formeln, die Annahmen. Dass die Studie die Szene so erregte, hängt allerdings an einem zehn Zeichen langen Wort: „handhabbar“.

    Die erste öffentliche Mitteilung zu der Studie erschien im Namen der Mitverfasser Moritz Kuhn und Moritz Schularick. „Deutlicher, aber handhabbarer BIP-Rückgang bei Stopp russischer Energieimporte erwartet“ stand darüber. Nicht alle Koautoren hatten das abgesegnet.

    Das Problem der sozialwissenschaftlichen Objektivität ist die zentrale Fragestellung in seiner Methodologie. Imago Images

    Max Weber

    Das Problem der sozialwissenschaftlichen Objektivität ist die zentrale Fragestellung in seiner Methodologie.

    Kuhn, Schularick und einige andere Autoren vertraten in der Folge standhaft die These, Deutschland würde ein Energie-Embargo gut verkraften. Gleichsam formierte sich der Widerstand um IMK-Direktor Sebastian Dullien und Tom Krebs sowie den Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther.

    Aber kann Wissenschaft überhaupt, ausgehend von einer Zahl, eine Beurteilung dieses Ausmaßes treffen? Die Frage war Gegenstand des „jüngeren Streits der Nationalökonomie“ Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Einer der Hauptakteure war wieder von Schmoller. Dieser erklärte: Wissenschaft könne die „unumstößliche Wahrheit“ umso mehr erreichen, je mehr sie darauf verzichte, ein Sollen zu lehren. Ein Sollen gehe immer nur aus dem „Zusammenhang des Ganzen“ hervor. Kann die Ökonomie diesen Zusammenhang allein darstellen? Nein, und zwar aus zwei Gründen.

    Erstens: Aus der Nicht-Existenz der wahren Wissenschaft lässt sich ableiten, dass die Folgen eines Energieembargos nicht bloß durch Modelle abgeschätzt werden können. Bis auf Krebs kommen die Ökonomen zwar inzwischen alle bei drei bis sechs Prozent raus. Und es stimmt, dass Deutschland die Pandemie 2020 mit einem Einbruch von 5,6 Prozent ohne Massenarbeitslosigkeit und schwere Proteste überstanden hat.

    Trotzdem spricht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bei einem Embargo von „gesamtwirtschaftlichen Schäden schwersten Ausmaßes“. Manche Ökonomen argumentieren, die Wissenschaft habe das eindeutig widerlegt.

    Es spricht einiges dafür, dass Habeck falschliegt. Aber „eindeutig widerlegen“ kann das die Wissenschaft eben nicht. Politikökonomische Effekte wie die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich oder Panik an den Finanzmärkten kann keines der Modelle abbilden.

    Zweitens: Selbst, wenn die Modelle das könnten, ist die Embargodebatte eine Frage der Abwägung. Es muss auch darum gehen, ob es sich um ein geeignetes Mittel handelt, Wladimir Putin zu stoppen. Aber Ökonomen haben keine Einsicht in Geheimdienstberichte, hören nicht bei den Telefonaten von Scholz mit Wladimir Putin zu.

    Heißt das, Ökonomen dürfen ihre Zahlen auf allerhand Papier schreiben, sie in die Briefkästen der Ministerien werfen und nichts weiter dazu sagen? Ziemlich unbefriedigend.

    Von „Lobbyökonomen“ und Automechanikern

    Den Ausweg aus diesem Dilemma sah Max Weber 1904 in seinem Objektivitätsaufsatz darin, dass ein Ökonom seine politischen Werte zwar nicht als „Wissenschaftler“ vertreten könne, aber er seine Funktion zum „Politiker“ wechseln könne. Darauf verwiesen auch einige Teilnehmer der Embargodebatte irgendwann und äußerten ihre Meinung als „Privatperson“.

    Versehen mit dem Hinweis, dass diese Einschätzung nicht bloß Ergebnis der wissenschaftlichen Analyse ist und damit nicht „die Meinung der Ökonomie“ darstellt, ist das ein gangbarer Weg.
    Und dann gibt es da noch zwei Sonderfälle: die Vertreter des IMK wie Dullien und jene des IW wie Hüther. Das IMK wird durch die Gewerkschaften finanziert, das IW durch die Arbeitgeber.

    „Allzu viele derjenigen, die sich im Fernsehen als ‚Ökonomen‘ bezeichnen, sind in der Regel keine Akademiker, sondern Leute, die ausdrücklich die Interessen der Industrie oder der Wirtschaft vertreten. Das ist so, als wenn eine Autowerkstatt Ihnen sagt, dass Ihr Auto viel Arbeit braucht.“ Imago Images

    Nobelpreisträger Esther Duflo und Abhijit Banerjee

    „Allzu viele derjenigen, die sich im Fernsehen als ‚Ökonomen‘ bezeichnen, sind in der Regel keine Akademiker, sondern Leute, die ausdrücklich die Interessen der Industrie oder der Wirtschaft vertreten. Das ist so, als wenn eine Autowerkstatt Ihnen sagt, dass Ihr Auto viel Arbeit braucht.“

    Bei Twitter werden die beiden Direktoren regelmäßig als Lobbyökonomen bezeichnet, ihnen wird die Rolle als Wissenschaftler abgesprochen. Die Ökonomie-Nobelpreisträger Esther Duflo und Abhijit Banerjee sagten: „Das ist so, als wenn eine Autowerkstatt Ihnen sagt, dass Ihr Auto viel Arbeit braucht.“

    Mit der Erkenntnis, dass Ökonomen ohnehin nicht als „die Stimme der Wissenschaft“ ihre Meinung vertreten können, ist die Rolle der IMK- und IW-Vertreter aber gar nicht so problematisch. Sagen Dullien und Hüther, ein Embargo sei das falsche Mittel, tun sie das nicht als Ökonomen – sondern nach Weber als „Politiker“.

    Dabei spielen sicherlich die Geldgeber hinter der aussagenden Person und ableitbare Interessen stets eine Rolle. Anderseits lässt sich argumentieren, dass die Nähe zur Wirtschaft einen besonders guten Einblick ermöglicht. Was bei der Bewertung ihrer Aussagen überwiegt, ist jedem Einzelnen überlassen. Entscheidend ist, dass Transparenz herrscht.

    In den Disziplinen der Wissenschaft nimmt die Ökonomie eine besondere Rolle gegenüber der Politik ein. Kaum ein Politiker würde einem Physiker wohl sagen, seine Modelle seien falsch. Was also hat die Wirtschaftswissenschaft in diese labile Rolle gebracht? Womöglich ist es eine Folge dessen, dass die Ökonomen sich so vielfältig wie keine andere Wissenschaft politisch äußern.

    Vom Beratertum und dem Missbrauch als Argumentationsstütze

    Es wäre an der Politik, genau das zum Vorteil der inhaltlichen Arbeit zu nutzen. Treffende Beispiele dafür sind rar, aber es gibt sie. Kurz nach Beginn der Coronapandemie hatte der damalige Chefökonom im Finanzministerium, Jakob von Weizsäcker, eine Ökonomen-Runde initiiert, die jeden Donnerstag tagte.

    Speziell an der Donnerstagsrunde war, dass Ökonomen aller Couleur eingeladen waren, vom Ordoliberalen Lars Feld bis zum Keynesianer Peter Bofinger. Bachmann und Dullien waren im Übrigen auch dabei. Die Runde wurde zumindest in den ersten Monaten von allen Teilnehmern als gewinnbringend beschrieben – sowohl von den Ökonomen als auch seitens der politischen Vertreter. Selbst der damalige Finanzminister, ein gewisser Herr Scholz, wohnte ab und an den Runden bei.

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    Seit jeher allerdings umgeben sich Politiker in der Regel abseits der Arbeitsebene lieber mit Ökonomen, die ihnen bestätigen, was sie ohnehin denken. Bei der Embargofrage kursierten in Habecks Bundeswirtschaftsministerium schon früh die Ausführungen von Dullien und Krebs. Und Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat sich mit Lars Feld als Berater einen Wissenschaftler ins Haus geholt, der seinem ordoliberalen Grundgedanken entspricht.

    Immerhin: Nach Handelsblatt-Informationen könnte die Donnerstagsrunde eine Renaissance erfahren. Das Kanzleramt ist dabei, ein regelmäßiges Ökonomentreffen zu etablieren.
    In Detailfragen ist es sicherlich sinnvoll, wenn Politiker und Berater einen gemeinsamen Wertekompass mitbringen. Doch gerade ranghohe Regierungsvertreter, die die elementare politische Richtung vorgeben, sollten doch die Vielfalt der Ökonomie nutzen.

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