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16.04.2019

12:55

Flughafen Schönefeld

Von der Leyen: Jet-Besatzung hat in Berlin Schlimmeres verhindert

Ein Jet der Flugbereitschaft ist in Berlin-Schönefeld nur knapp einem Unglück entgangen. Zuletzt hatte es immer wieder Pannen mit Fliegern der Regierung gegeben.

Bundeswehr

Erneute Panne bei Luftwaffen-Jet

Bundeswehr: Erneute Panne bei Luftwaffen-Jet

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Berlin Ein Jet der Flugbereitschaft der Bundeswehr ist nach Darstellung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nur knapp einem Unglück entgangen. Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, „den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern“, sagte von der Leyen am Dienstag.

Der Jet vom Typ Global 5000 des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier war am Morgen auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld gelandet und hatte dabei mit beiden Tragflächen den Boden berührt. „Die Maschine hatte mit beiden Tragflächen Bodenberührung. Und eine kontrollierte Landung war nicht mehr möglich“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Berlin. Von der Leyen sagte: „Ich habe hohen Respekt vor der fliegerischen Leistung der Luftwaffenbesatzung.“ Nun müsse die Ursache der technischen Probleme zügig aufgeklärt werden.

„Es waren keine Passagiere an Bord“, sagte der Sprecher. Die Crew werde in einem Bundeswehrkrankenhaus medizinisch untersucht. Ob es Verletzte gab, blieb unklar. Mit dem Flugzeug reisen den Angaben zufolge auch Regierungsmitglieder. An Bord habe sich kein Politiker befunden, hieß es.

Das Flugzeug war vor dem Vorfall nach den Worten eines Luftwaffensprechers zur Wartung in Schönefeld gewesen, und zwar zur 30-Monats-Inspektion in den Wartungshallen seines Herstellers Bombardier. Die Crew aus drei Personen, die es zum Flugbereitschafts-Standort Köln bringen sollte, hätte damit eigentlich eine Maschine im besten denkbaren Zustand übernehmen müssen. Was den Notfall verursachte, wegen dem der Jet kurz nach dem Start umkehren musste, ist nach Aussage des Sprechers noch völlig unklar. Dies werde jetzt untersucht.

Der Vorfall wurde nach Angaben der Deutschen Flugsicherung um kurz nach 9.00 Uhr gemeldet. Die Abfertigung auf dem Airport wurde wegen des Zwischenfalls unterbrochen. Sie wurde kurz nach 9.30 Uhr eingestellt. Die Maschine blieb zunächst auf der Flughafenpiste stehen. Starts wurden daher gestoppt, Maschinen im Anflug auf den zweiten Berliner Flughafen Tegel umgeleitet. Der havarierte Jet wurde später abgeschleppt. Gegen Mittag lief der Flugbetrieb wieder an, es musste aber weiter mit Verzögerungen gerechnet werden.

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Auch Außenminister Maas ist mit einem Regierungsflieger liegengeblieben. Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft: Überall funktioniert technisch etwas nicht.

Die Flugbereitschaft hat 14 teils recht alte Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Zuletzt gab es immer wieder Pannen bei Auslandsreisen deutscher Politiker. Die Global 5000 ist, anders als die Kanzlerinnen-Airbusse, kein altes Flugzeug: Es wurde 2011 neu gekauft.

Bisher galten die Globals bei der Flugbereitschaft als ausfallsicher – bis Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf einer Afrika-Reise strandete. Die Langstrecken-Airbusse „Konrad-Adenauer“ und „Theodor Heuss“ dagegen gelten wegen ihres hohen Alters als pannenanfällig.

Allerdings: Als zuletzt Außenminister Heiko Maas (SPD) in Washington mit Reifenpanne landete, ärgerte man sich bei der Luftwaffe sehr. Denn die Maschine kam gerade aus einer besonders gründlichen Inspektion bei der Lufthansa Technik. Dabei sei auch das Fahrwerk ausgetauscht worden.

Die schwerste Panne betraf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende November, als sie mit dem Regierungsflieger „Konrad Adenauer“ auf dem Weg zum G20-Gipfel in Argentinien war. Ein defektes Bauteil - eine zentrale Schalteinheit der Bordelektronik - hatte gleich zwei Funksysteme lahmgelegt, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen. Der in Berlin gestartete Flieger musste umkehren und wurde auf den Flughafen Köln/Bonn geleitet.

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