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24.03.2022

16:00

Forschung

Neue Agentur soll Innovationen an Hochschulen fördern – Forschungsministerin legt Konzept vor

Von: Barbara Gillmann

Gute Ideen gibt es an deutschen Hochschulen zuhauf. Viel zu selten werden daraus aber auch neue Geschäfte. Eine neue Organisation soll das nun ändern.

Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung imago images/Metodi Popow

Bettina Stark-Watzinger

Die Bundesforschungsministerin will, dass Forschung schneller in marktfähigen Produkten mündet.

Berlin Es ist ein zentrales Vorhaben der neuen Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP): Eine neue bundesweite Agentur soll Hochschulen und Unternehmen helfen, aus Wissen schneller marktfähige Produkte zu machen.

Das Konzept für diese im Koalitionsvertrag auf Druck von FDP und Grünen vereinbarte „Deutsche Agentur für Transfer und Innovation, kurz „Dati“ genannt, liegt dem Handelsblatt vor. Dati soll danach aus einer schlanken Organisation bestehen, die auf zwei Säulen basiert: auf Koordinatoren vor Ort und einer zentralen Servicestelle. 

Insgesamt sind für den Aufbau dieses Jahr knapp 20 Millionen Euro vorgesehen – von denen jedoch noch 15 Millionen gesperrt sind, weil bisher das Konzept nicht vorlag. Ab 2023 sollen dann jeweils „aufwachsende dreistellige Millionenbeiträge“ bereitstehen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. 

Säule Nummer eins dient dazu, möglichst viele Projekte von Hochschulen und Wirtschaft zu fördern. Dafür werden vor Ort „Regionalcoaches“ eingesetzt. Sie sollen größtmögliche Freiheit für agiles und flexibles Arbeiten erhalten – „insbesondere marktübliche Vergütungen, überjährige Mittelverwendung und kurze Wege von der Idee bis zur Ausreichung der Förderung“. Zugleich sollen sie aber auch den raschen Abbruch von Projekten ermöglichen, wenn diese die Erwartungen nicht erfüllen. 

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    Damit folgt das Ministerium den Forderungen von Experten, Innovationen nicht länger mit traditionellen behäbigen staatlichen Instrumenten zu fördern, sondern weit schneller zu agieren, aber eben auch ein mögliches Scheitern einzuplanen.  

    Die Regionalcoaches der Dati sollen dazu in den Regionen vorhandene Netzwerke fördern, neue Akteure hinzuholen oder auch Projekte neu anschieben. Gefördert werden Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie kleine und mittlere Universitäten, die mit mindestens zwei weiteren Sektoren, also Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder staatlichen Stellen, kooperieren. Dabei sollen nachhaltige Strukturen entstehen, also nicht nur kurzlebige Projekte.

    Ein Service-Center soll die zentrale Vernetzung ermöglichen

    Die geförderten Hochschulen müssten Transferstrukturen haben, aber auch eine „transferfreudige Professorenschaft“, heißt es im Konzept. Die Dati will also niemand zum Jagen tragen. Zudem sollen alle sonstigen Fördermöglichkeiten genutzt werden. 

    Hier kommt deshalb die zweite Säule der Dati ins Spiel: das zentrale Service-Center. Es wird als Kompetenz- und Vernetzungsplattform für ganz Deutschland dienen und Schulungen vor allem im Science Entrepreneurship anbieten sowie Standards für den Wissens- und Technologietransfer entwickeln. Bisher ist es vielfach so, dass hier jede Hochschule für sich agiert und kleinere daher überfordert sind.

    Auf mittlere Sicht soll das Service-Center schließlich auch Beteiligungs- und Start-up-Konzepte entwickeln und regionales und überregionales Wagniskapital auftun. Seine Aufgaben sollen sukzessive ausgebaut werden – und es soll parallel dazu die Vernetzung mit den existierenden Förder- und Beratungsstellen organisieren.

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