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11.06.2019

16:26

Gesundheitsminister

Spahn plant schnelles Verbot von sogenannten Konversionstherapien

Konversionstherapien sollen Homosexuelle „umpolen“. Jens Spahn will noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf zum Verbot der Praxis auf den Weg bringen.

Der Gesundheitsminister will Konversionstherapien verbieten. dpa

Jens Spahn

Der Gesundheitsminister will Konversionstherapien verbieten.

BerlinBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht gute Chancen, sogenannte Konversionstherapien zur „Umpolung“ von Homosexuellen schnell zu verbieten. „Konversionstherapien machen krank und sind nicht gesund“, sagte Spahn am Dienstag in Berlin. Er strebe jetzt zügige Gespräche mit dem Bundesjustizministerium an. Ziel solle sein, noch dieses Jahr einen Gesetzentwurf für ein Verbot dieser Angebote auf den Weg zu bringen.

Spahn hatte im Frühjahr eine Expertenkommission zum Thema eingesetzt. Die Kommission, die fachlich von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld begleitet wird, und zwei wissenschaftliche Gutachten kommen nach Angaben des Ministers nun zu dem Schluss, dass ein Verbot aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich sei. Ein Abschlussbericht der Kommission soll Ende August veröffentlicht werden.

Für seinen Vorstoß bekommt Spahn breite Unterstützung. „Es ist gut, dass die Vorbereitung eines Verbots der menschenverachtenden Umpolungstherapien nun endlich Fahrt aufnimmt“, sagte der für Lesben- und Schwulenpolitik zuständige FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) lobte das Vorhaben als überfälligen Schritt. In der „Augsburger Allgemeinen“ sagte LSVD-Sprecher Markus Ulrich: „Wir fordern eine umfassende Ächtung dieser Angebote - insbesondere junge Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen brauchen diesen Schutz“.

Nach Angaben von Jörg Litwinschuh-Barthel von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung muss von Tausenden Fällen pro Jahr in Deutschland ausgegangen werden, in denen versucht wird, homosexuelle Menschen durch fragwürdige Methoden umzuerziehen. Das reiche vom familiären Umfeld, Coaches und Therapeuten über Gebete bis hin zu Exorzismus, sagte Litwinschuh-Barthel am Dienstag in Berlin.

Auch die Bundesländer hatten sich schon für ein Verbot solcher „Therapien“ ausgesprochen. Der Bundesrat hatte Mitte Mai in einer Entschließung die Bundesregierung aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen.

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Von

dpa

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