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16.02.2022

18:54

Gigafactory

Brandenburgs Wirtschaftsminister sieht kein Wasserproblem für Tesla-Fabrik

Von: Dietmar Neuerer

Der Konflikt um die Wasserversorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide gewinnt an Schärfe. Grund sind ein offenes Klageverfahren von Umweltverbänden sowie Bedenken des Wasserverbandes.

Läuft alles nach Plan, werden in der neuen Tesla-Fabrik bis zu 12.000 Mitarbeiter 500.000 Fahrzeuge jährlich produzieren. dpa

Baustelle Tesla-Gigafactory

Läuft alles nach Plan, werden in der neuen Tesla-Fabrik bis zu 12.000 Mitarbeiter 500.000 Fahrzeuge jährlich produzieren.

Er wisse zwar, dass sich der Chef des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE), André Bähler, anders geäußert habe, sagte Steinbach an diesem Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags. Er bleibe aber dabei: „Es gibt keinen Zusammenhang mit der Erteilung der endgültigen Baugenehmigung und dem Ausgang des Gerichtsverfahrens.“

Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) verhandelt am 4. März über die Klage von Umweltverbänden gegen eine wasserrechtliche Genehmigung, die auch das Tesla-Werk bei Berlin betrifft. Das Gericht bestätigte entsprechende Informationen der Bürgerinitiative Grünheide. Dort sollen einmal bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr hergestellt werden. Doch noch fehlt die endgültige Genehmigung der brandenburgischen Behörden.

Grüne Liga und der Naturschutzbund Nabu haben gegen eine vom Landesamt für Umwelt am 28. Februar 2020 erteilte Genehmigung für die sogenannte Wasserfassung Eggersdorf geklagt. Aus Sicht der beiden Verbände fehlen die nötigen Prüfungen (Aktenzeichen: VG 5 K 469/21).

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    Sollte die wasserrechtliche Bewilligung vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden, sieht der Wasserverband WSE die Lieferung an Tesla von bis zu 1,4 Millionen Kubikmetern jährlich in Gefahr. Der WSE warnte Mitte Januar, dass „es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Genehmigungsmengen in Eggersdorf im März 2020 und dem Vertrag mit Tesla gibt“ und machte unmissverständlich klar: „Kein Wasser – kein Tesla.“

    Hunderte Einwände gegen Tesla-Ansiedlung

    Wie Steinbach betont auch Tesla mit Blick auf das Gerichtsverfahren, es bestehe „kein direkter Zusammenhang“ zum Unternehmen. Dieses pocht auf Aussagen der brandenburgischen Landesregierung, wonach die Wasserversorgung der Menschen in der Region und der Tesla-Fabrik nicht gefährdet sei.

    Steinbach untermauerte die Einschätzung mit dem Hinweis, dass zwischen der Genehmigung der derzeitigen ersten Ausbaustufe plus der Batteriefabrik und allen zukünftigen Ausbaustufen der Tesla-Ansiedlung unterschieden werden müsse. „Das sind zwei unterschiedliche Schuhe, die hinsichtlich der Wasserversorgung auch unterschiedlich behandelt werden müssen“, sagte der Minister.

    Grafik

    Dies bedeute, dass die 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr auch den Verbrauch der Batteriefabrik beinhalteten. „Dazu ist das entsprechende Konzept der Automobilfabrik verändert worden, dass es für die Summe beider Betriebe bei diesen 1,4 Millionen Kubikmeter bleibt“, sagte Steinbach.

    Auf dem Gelände der Tesla-Fabrik wurden vor etwa zwei Jahren die ersten Bäume gefällt, inzwischen steht die Autofabrik weitgehend. Das Genehmigungsverfahren wird nach Angaben des Umweltministeriums aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen – und auch nach der Entscheidung muss Tesla demnach weitere Voraussetzungen erfüllen.

    Die ersten Autos sollten nach Planung von Tesla-Chef Elon Musk bereits 2021 vom Band rollen. Umweltschützer und Anwohner haben Hunderte Einwände erhoben Ê unter anderem wegen Umweltrisiken, die sie sehen, und wegen des Wasserverbrauchs im Autowerk und in der Batteriefabrik, die Musk dort plant.

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