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23.05.2019

09:19

ICCA

„Radikale Lösungen“ gefordert – Warum Städte so wichtig für den Klimaschutz sind

Von: Silke Kersting

In Heidelberg tagt die zweitägige Klimakonferenz ICCA2019. Gesucht werden ebenso praktische wie radikale Ideen, was Kommunen für mehr Klimaschutz tun können.

Bei der zweitägigen Internationalen Klimaschutzkonferenz ICCA2019 treffen sich rund 700 lokale, regionale und nationale Entscheidungsträger und Experten aus aller Welt in Heidelberg. dpa

Internationale Klimaschutzkonferenz

Bei der zweitägigen Internationalen Klimaschutzkonferenz ICCA2019 treffen sich rund 700 lokale, regionale und nationale Entscheidungsträger und Experten aus aller Welt in Heidelberg.

BerlinWie können Städte den Klimawandel aufhalten? Diese Frage wird auf der gerade in Heidelberg stattfindenden Internationalen Klimakonferenz ICCA2019 diskutiert.

ICCA steht für „International Conference on Climate Action“, hier geht es vor allem darum, wie im Kleinen, also auf der lokalen Ebene, Klimaschutz vorangetrieben werden kann – ganz im Kontrast zu den alljährlich stattfindenden internationalen Klimakonferenzen der Vereinten Nationen.

„Um unser Klima zu schützen, brauchen wir alle politischen Ebenen: von den Vereinten Nationen bis zu den Städten und Kommunen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zum Auftakt der Konferenz am Mittwoch. Schon heute lebe die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Städte seien für mehr als 60 Prozent der globalen klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich und darum ein wichtiger Teil der Lösung.

Städte haben erhebliche Möglichkeiten, klimarelevante Versorgungsbereiche wie Stadt- und Raumplanung, Verkehrsinfrastruktur, Wohnungsbau, Wasser-, Energie- und Abfallwirtschaft zu steuern. 2050 werden Schätzungen zufolge mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, gleichzeitig 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringen.

Was es also braucht, sind praktische, vor allem aber „radikale Lösungen“, wie es Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ausdrückte.

Mit Naturgesetzen lässt sich nicht verhandeln

„Die Lage ist ernst und trotzdem wird der Klimawandel immer noch unterschätzt“, sagte Kretschmann. „Viele Menschen denken: Ganz so schlimm wird es schon nicht kommen.“ Doch mit Naturgesetzen lasse sich nicht verhandeln. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, sind die Folgen gravierend: humanitäre Katastrophen, Konflikte, Kriege, Flüchtlingsströme.“

Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner forderte eine neue Sichtweise, konkret eine Strategie nachhaltigen Wachstums. Die Stadt Heidelberg ist zusammen mit dem Umweltministerium und dem Land Baden-Württemberg Gastgeber der Konferenz, die sich aufgrund des Neckarhochwassers teilweise neue Konferenzorte suchen musste.

Heidelberg will mit gutem Beispiel vorangehen. Schon 1992 verabschiedete die Stadt als erste deutsche Großstadt ein kommunales Klimaschutzkonzept. Heute gehört Heidelberg als von den Vereinten Nationen ausgezeichnete so genannte „Global Green City“ weltweit zu den Vorreitern: Die städtische Fahrzeugflotte soll bis 2025 emissionsfrei werden, Heidelberg bis 2050 klimaneutral, verweisen kann die Stadt bereits auf eine weltweit größte Passivhaussiedlung – die Gebäude verfügen über eine derart gute Wärmedämmung und sind so durchdacht durchlüftet, dass sie fast keine klassische Gebäudeheizung benötigen.

Umweltministerin Schulze,steht vor eine Bewährungsprobe

Städte und Kommunen weltweit stünden vor großen Herausforderungen, sagte Umweltministerin Schulze, die selbst kommenden Mittwoch eine Bewährungsprobe vor sich hat – wenn nämlich das Klimakabinett der Bundesregierung vor einer seiner entscheidenden Sitzungen steht, weil erstmals alle Ideen, Maßnahmen und Gesetzesvorhaben auf den Tisch gelegt werden müssen.

Zunehmend stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Menschen – nicht zuletzt die allwöchentlich demonstrierenden jungen Klimaprotestler – bereit sind, ihren eigenen, oft klimaschädlichen Lebensstil zu überdenken.

1,5 Grad maximale Erderwärmung im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten lautet das Ziel. Um rund ein Prozent hat sich die Temperatur bereits erwärmt. Viel Spielraum besteht also nicht mehr. Bei der internationalen Klimakonferenz der Vereinten Nationen im nächsten Jahr müssen die Staaten ihre überarbeiteten, ehrgeizigeren Klimastrategien vorlegen. Wenn die Städte ihnen helfen würden, wäre es für sie einfacher.

Mehr zum Thema: Auf dem BDI-Klimakongress 2019 im April hat die deutsche Industrie über den richtigen Weg beim Klimaschutz diskutiert. Welche Strategie ist verkraftbar?

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Kommentare (3)

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Herr Hans Henseler

23.05.2019, 11:42 Uhr

Warum wurden eigentlich die Fernbusse erlaubt, wo die Bahn doch durchweg elektrisch
faehrt und wo die Autobahnen sowieso ueberfuellt sind und die Staus zusaetzliche Emmissionen bringen?

Frau Nicole Bartels

23.05.2019, 14:26 Uhr

"Um unser Klima zu schützen, brauchen wir alle politischen Ebenen: von den Vereinten Nationen bis zu den Städten und Kommunen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze..." Ja, dann bitte endlich neuesten Technologien den Weg ebnen.Die neueste Alternative für die Elektromobilität heisst Neutrino-Energy - die revolutionärste Innovation, die weltweit selbstladend funktioniert und unendliche Reichweite bietet. Die Berliner Neutrino-Energy Group entwickelt innovative Patente, die es ermöglichen, das nichtsichtbare kosmische und solare Strahlenspektrum in elektrischen Strom zu wandeln. Das neueste Produkt ist die NeutrinoVoltaic, die ähnlich wie die bereits seit den 90iger Jahren bekannte solare Photovoltaic funktioniert, allerdings auch ohne Sonnenschein und 24h in 365Tagen im Jahr, unendlich und weltweit. Darum heisst das patentierte Kleinfahrzeug dann auch PI, weil es mit unendlicher Reichweite ohne Auftanken fahren kann. Auch anwendbar für eine mobile und dezentrale Haushaltsenergie. Bitte der Deutschen Politik Weitersagen. Es müssen neue Berufsfelder eröffnet werden, damit wir eine erfolgreiche Zukunft haben.





Herr Josef Müller

23.05.2019, 18:42 Uhr

@Frau Nicole Bartels
Zum wiederholten Male: "Neutrino-Energy" ist Unfug!
https://www.psiram.com/de/index.php/Neutrino_Inc

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