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12.09.2019

16:34

Interview mit dem Frankfurter Oberbürgermeister

Feldmann: „Ein Novum, dass das Stadtoberhaupt nicht zur Eröffnung der IAA redet“

Von: Christian Rothenberg

Der Frankfurter Oberbürgermeister äußert sich zur abgesagten Rede auf der IAA und erklärt, wie er in der Großstadt die Verkehrswende schaffen will.

„Mit der Fortsetzung meiner bisherigen Leitideen, die alle auf eine sozial-ökologische Verkehrswende zielen.“ dpa

Peter Feldmann

„Mit der Fortsetzung meiner bisherigen Leitideen, die alle auf eine sozial-ökologische Verkehrswende zielen.“

Düsseldorf Die Rede war schon geschrieben, als Peter Feldmann Ende August einen Anruf erhielt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilte dem Frankfurter Oberbürgermeister mit, dass er in diesem Jahr nicht auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) sprechen werde. Der Programmablauf habe sich geändert.

Anders als in den Vorjahren entfiel am Donnerstag das Grußwort des Gastgebers bei der Eröffnung der Messe. Feldmann – seit 2012 im Amt und früher Leiter eines Altenheims in Darmstadt – veröffentlichte seine Rede trotzdem: bei Facebook.

Der SPD-Politiker belässt es darin nicht bei höflichen Floskeln. „Wir brauchen eine Automobilindustrie, die sich gesetzeskonform verhält“, schreibt der 60-Jährige. „Beweisen wir, dass deutsche Innovationskraft nicht darin besteht, gesetzliche Vorgaben zu umgehen.“

Feldmann fordert eine Mobilitätswende („Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUVs“) und sympathisiert mit den Umweltaktivisten, die in Frankfurt demonstrieren wollen.

Lesen Sie hier das ganze Interview:

Wie erklären Sie sich, dass ihre vorgesehene Rede bei der IAA so kurzfristig abgesagt wurde?
Der offizielle Grund ist ein veränderter Programmablauf der Eröffnungsfeier. Ich vermute, dass es so einfach nicht ist. Immerhin ist es ein Novum, dass das Stadtoberhaupt und Aufsichtsratsvorsitzende der Messe nicht zur Eröffnung der IAA redet.

Mit welcher Verkehrspolitik wollen Sie in Frankfurt die Verkehrswende schaffen?
Mit der Fortsetzung meiner bisherigen Leitideen, die alle auf eine sozial-ökologische Verkehrswende zielen. Senkung der Fahrpreise, Ausweitung des Angebots, z.B. Nachtverkehr und die Ausweitung der Kapazität. Ich unterstütze ausdrücklich unseren Verkehrsdezernenten, sein Spitzname „Mister Schiene“ kommt nicht von ungefähr. Wir wollen sieben Schnellbuslinien aus dem Umland, die die Pendler direkt zu den Stationen der Bahnen bringen. Wir wollen einen Schienenring um die Stadt und bestehende Lücken des U-Bahnnetzes schließen.
Dazu kommt das Jahrhundertprojekt eines Tunnels unter unserem Hauptbahnhof, dadurch würden Fern- und Nahverkehr getrennt, die Pünktlichkeit steigt und die Kapazität wird größer. Hier ziehen wir mit dem grünen Verkehrsminister an einem Strang, das ist gut so.

Werden die Städte und Kommunen bei der Verkehrswende ausreichend von der Bundesregierung unterstützt?
Mich freuen Vorschläge die Fahrpreise für alle Schüler und Senioren zu senken. Das kostet zu Beginn Geld, zum Beispiel den RMV, dessen Aufsichtsratsvorsitzender ich bin. Ich sprach über Pünktlichkeit und Kapazität. Wir müssen immer alles im Auge haben, also bezahlbare Tickets und Busse und Bahnen in denen Menschen gerne fahren und die pünktlich sind.
Darum wäre es ein Riesenschritt, wenn der Bund sagen würde: Wir finanzieren sogar das einen 1 Euro-Ticket für alle. Für Schüler und Senioren habe ich es gemeinsam mit anderen durchgesetzt, bei den Schülern ist es sogar ein finanzieller Erfolg.

Herr Feldmann, vielen Dank für das Gespräch.

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