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06.09.2017

13:02 Uhr

Israels Botschafter Issacharoff

„AfD-Einzug in Bundestag wäre besorgniserregend“

Jeremy Issacharoff, neuer israelischer Botschafter in Deutschland, zeigt sich über einen möglichen Einzug der AfD in den Bundestag besorgt und mahnt, antisemitische Äußerungen dürften sich nicht ausbreiten.

Der neue israelische Botschafter bei seiner Amtseinführung in Berlin. dpa

Jeremy Issacharoff (l.) und Frank-Walter Steinmeier

Der neue israelische Botschafter bei seiner Amtseinführung in Berlin.

BerlinDer neue israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, empfindet einen möglichen Wahlerfolg der AfD bei der Bundestagswahl als Bedrohung. „Wenn eine Partei mit solchen antisemitischen Äußerungen erstmals in den Bundestag einziehen würde, wäre das sehr besorgniserregend! Solche Positionen dürfen sich nicht ausbreiten und dürfen keine öffentliche politische Bühne erhalten“, sagte Issacharoff der Oldenburger „Nordwest Zeitung“ (Mittwoch).

„Jede Partei, die judenfeindliche Einstellungen duldet oder sogar unterstützt, ist für Israel eine Bedrohung. Wir wissen es aus der Vergangenheit: Antisemitismus kann an einem Ort auflodern und breitet sich dann aus“, sagte der Botschafter, der vor einer Woche seinen Dienst in Berlin angetreten hat. „Jeder, der ein Interesse daran hat, eine demokratische und tolerante Gesellschaft zu bewahren, sollte darüber beunruhigt sein.“

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Umfragen zufolge kann die AfD sicher damit rechnen, in den neuen Bundestag einzuziehen. Die Parteispitze hat sich von antisemitischen Äußerungen einzelner Mitglieder zwar distanziert, andere Parteigremien urteilten aber zum Teil weniger klar. 2014 warf der brandenburgische Fraktionschef und heutige Spitzenkandidat Alexander Gauland den Abgeordneten Jan-Ulrich Weiß aus der Fraktion. Dieser hatte über seine Facebook-Seite eine Karikatur verbreitet, die Gauland als antisemitisch einstufte. Gaulands Wunsch, Weiß aus der Partei auszuschließen, lehnt das Landesschiedsgericht aber ab.

2016 führte ein Streit um Antisemitismus-Vorwürfe gegen den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu einer vorübergehenden Spaltung der AfD-Fraktion. Parteichefin Frauke Petry hat ihre Partei als „Garanten jüdischen Lebens“ bezeichnet. Ihr Ehemann, der nordrhein-westfälische AfD-Fraktionsvorsitzende Marcus Pretzell, nennt Israel ein Vorbild für Europa – „in der Form, wie man mit dem Islam umgeht“.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Peer Kabus

06.09.2017, 14:49 Uhr

Weiß der gute Mann überhaupt, wovon er da faselt – oder will er mit dieser dämlichen Behauptung nur sicherstellen, dass Israel weiter subventionierte U-Boote erhält.

Denn wenn Juden in Deutschland eine Gefahr aus antisemitischer Ecke droht, dann doch wohl von dem relativ großen Teil integrationsunwilliger Muslime.

Die aber haben bisher die jetzigen Bundesregierungen unbehelligt machen lassen.

Und ausgerechnet die einzige Partei, die solche Muslime nicht mehr in Deutschland dulden will, sieht der als Gefahr für Juden in Deutschland?

Aber vielleicht versteht er seinen Job als Botschafter auch so – verkünde Botschaften, egal ob ohne Sinn und Verstand?

Herr Kurt Bäcker

06.09.2017, 14:56 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peer Kabus

06.09.2017, 14:59 Uhr

Der Höcker verunstaltet auch das Dromeda.

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