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04.08.2019

16:30

Julia Klöckner

Waldsterben und Dürre: Keine Sommerpause für die Landwirtschaftsministerin

Von: Jan Hildebrand

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wurde zuletzt häufig kritisiert. Mit der Waldrettung hat sie nun ein populäres Thema für ihre Rufrettung.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin plant einen Waldgipfel. dpa

Julia Klöckner

Die Bundeslandwirtschaftsministerin plant einen Waldgipfel.

Berlin Seit Julia Klöckner (46) Bundeslandwirtschaftsministerin ist, klappt das mit den Sommerpausen nicht mehr. Als sie im vergangenen Jahr in der rheinland-pfälzischen Heimat etwas ausspannen wollte, durchkreuzten die Sommerdürre und die Rufe der Landwirte nach Milliardenhilfen ihre Pläne. In diesem Jahr verlangt nun die Angst vor einem neuen Waldsterben die Aufmerksamkeit der Ministerin.

Am vergangenen Donnerstag besuchte Klöckner einen Wald in Moritzburg in der Nähe von Dresden und ließ sich von Förstern die Lage zeigen. Dürre, Schädlinge und Stürme haben ihre Spuren hinterlassen. Klöckner hat deshalb für September einen nationalen Waldgipfel einberufen. „Unser Wald ist massiv geschädigt“, sagte sie. „Nur mit vereinten Kräften stemmen wir die Mammutaufgabe, die vor uns liegt, um unseren Wald zu retten.“

Die Waldrettung ist für die Winzerstochter eine Chance. Endlich ein Projekt, bei dem sie die Unterstützung der Bürger auf ihrer Seite weiß und bei dem sie nicht von vornherein zwischen den Fronten von Umweltschützern und Wirtschaft steht. „Nachhaltig, modern und wettbewerbsfähig zugleich“, so beschrieb Klöckner zum Amtsantritt ihre Landwirtschaftspolitik.

Doch in den vergangenen Monaten geriet sie immer stärker in die Kritik. Ob Kükenschreddern, Ferkelkastration, bessere Lebensmittelkennzeichnung oder Glyphosat – Klöckner muss sich immer wieder des Vorwurfs erwehren, sie richte ihre Politik zu sehr an den Wünschen des Bauernverbands und der Wirtschaft aus und nehme zu wenig Rücksicht auf Verbraucherschutz, Tierwohl und Umwelt. Gerade erst ließen sich die Grünen die Treffen der Ministerin mit Lobbyisten auflisten und sahen sich wegen einer Unwucht zugunsten der Agrarlobby in ihrer Kritik bestätigt.

Dem Image von Klöckner, die nach zwei verlorenen Wahlen in Rheinland-Pfalz nun als Bundesministerin ihre politische Karriere voranbringen wollte, ist das alles nicht zuträglich. Mit der Rettung des Waldes aber hat sie nun eine populäre Aufgabe, die sich zudem noch mit dem politischen Megathema Klimaschutz verbinden lässt.

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