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05.12.2018

09:30

Kampf um den CDU-Vorsitz

So groß sind die Lager der Unterstützer für Merz, Spahn und Kramp-Karrenbauer

Von: Christian Rothenberg

Kurz vor dem Parteitag kommen zahlreiche CDU-Politiker aus der Deckung und sprechen sich für einen Kandidaten aus. Einer geht dabei leer aus.

Kampf um CDU-Vorsitz

Kramp-Karrenbauer: „Ich habe der Partei meine Kompetenzen vorgestellt“

Kampf um CDU-Vorsitz: Kramp-Karrenbauer: „Ich habe der Partei meine Kompetenzen vorgestellt“

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DüsseldorfBeim Wettanbieter Bwin laufen die Wetten. Es geht dabei längst um mehr als den CDU-Vorsitz, nämlich die Bundestagswahl 2021 und den nächsten Kanzlerkandidaten. Friedrich Merz hat mit 1:3 die beste Quote, vor Annegret-Kramp-Karrenbauer (AKK) mit 1:4. Jens Spahn, der dritte prominente CDU-Bewerber, liegt bei 1:11.

1.001 Delegierte entscheiden beim Parteitag am Freitag über den oder die nächste CDU-Vorsitzende(n). Vor allem zwischen Merz und AKK ist es knapp. Kurz vor dem großen Tag legen sich viele bekannte CDU-Politiker öffentlich fest.

Friedrich Merz

Bundestagspräsident Schäuble wünscht sich Merz als nächsten CDU-Chef. „Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte. Das würde es erleichtern, wieder zu einer Integration der politischen Kräfte zur Mitte hin zu kommen und unser System zu stabilisieren. Die politischen Ränder würden wieder schwächer“, sagte er im Interview mit der FAZ.

Schäuble ist mit Merz gut befreundet, unterstützte seine Kandidatur im Vorfeld. Insofern ist seine Empfehlung keine Überraschung. Dennoch ist sie wichtig für Merz. Denn das Wort des früheren Parteichefs hat großes Gewicht in der CDU.

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich festgelegt. „Ich werde auf dem Parteitag Friedrich Merz wählen“, sagte der 65-jährige frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg der „Stuttgarter Zeitung“.

„Den Ausschlag gibt für mich, dass uns Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit bevorstehen, denen wir mit einem stärkeren Europa begegnen müssen – da ist Merz mit seiner Erfahrung als internationaler Wirtschaftsanwalt mit besten Kontakten in die USA sowie als Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament genau der richtige Mann.“

CDU-Vorsitz: Schäuble und Oettinger machen Wahlkampf für Merz

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Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz scheinen die besten Chancen auf den CDU-Vorsitz zu haben. Merz gewinnt weitere prominente Fürsprecher.

Im Ländle macht sich die „Initiative Friedrich Merz“ für den 63-Jährigen stark. Unter den etwa 80 Unterzeichnern sind neben Oettinger auch Christian von Stetten (Vorsitzender Parlamentskreis Mittelstand), Thomas Bareiß (Staatssekretär im Wirtschaftsministerium) und Wolfgang Reinhart (CDU-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag).

Auch in mehreren Vereinigungen der CDU gibt es große Sympathien für Merz. Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung, die immerhin 280 Delegierte beim Parteitag stellt, hat sich mit großer Mehrheit für Merz ausgesprochen. Der Vorsitzende und Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann, der mit Spahn befreundet ist, will ebenfalls Merz wählen.

Auch die frühere Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth spricht sich für Merz aus. „Von der Basis weiß ich, dass sehr viele auf Friedrich Merz setzen. Ich kenne ihn schon sehr lange, und er hat meine volle Unterstützung. Mit ihm kann die CDU auch wieder Großstadtpartei werden“, sagte sie der „Bild“-Zeitung.

Auch der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch unterstützt Merz. „Ich bin sicher, er kann es“, sagte er dem „Spiegel“. Für Merz trommeln auch BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, Kurt Lauk, der ehemalige Chef des CDU-Wirtschaftsrats, und der Investmentbanker Dirk Notheis.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Auch die Saarländerin versammelt populäre Unterstützer hinter sich. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther will AKK als CDU-Chefin. „Sie hat ihren Job als Generalsekretärin ausgesprochen gut gemacht“, erklärte er in dieser Woche.

Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier favorisiert sie. „Ich bin überzeugt, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer die beste Chance haben, die CDU zu einen und Wahlen zu gewinnen“, sagte er der Rheinischen Post. „Annegret Kramp-Karrenbauer wäre die gefährlichste Kandidatin für Grüne und SPD. Sie gewinnt Wahlen in der Mitte.“

Zu den Fürsprechern von Kramp-Karrenbauer zählen auch der frühere Innenminister Thomas de Maizière und Ex-Bildungsministerin Annette Schavan. „Ich wünsche mir eine Siegerin“, sagte sie der Stuttgarter Zeitung. „Ich schätze Annegret Kramp-Karrenbauer als hocherfahrene Christdemokratin, die zusammenführen, versöhnen und in schweren Zeiten Wahlen gewinnen kann.“

Kanzlerin Angela Merkel hat das bisher zwar nicht explizit öffentlich geäußert, gilt aber ebenfalls als Unterstützerin von AKK.

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Die kann vor dem Parteitag auf den Zuspruch einflussreicher Gruppierungen in der Partei zählen. Die Frauen Union, der immerhin 330 Delegierte angehören, stellte sich frühzeitig hinter sie. Rückendeckung erhält AKK auch vom Sozialflügel ihrer Partei. In der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) mit ihren gut 250 Delegierten gebe es „eine klare, eindeutige Mehrheit“ für Kramp-Karrenbauer, sagte der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Weiß, dem Handelsblatt.

Kramp-Karrenbauers größter Vorteil sei, „dass sie empathisch ist. Sie erreicht die Herzen der Menschen.“ Als frühere Sozialministerin im Saarland bringe sie viel Erfahrung auf dem Gebiet der Sozialpolitik mit. „Sie weiß, wovon sie spricht.“ Diese Kompetenz sei für den künftigen CDU-Vorsitz umso wichtiger, „weil soziale Themen wie Gesundheit, Rente und Pflege in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen werden“, sagte Weiß.

Zuspruch erhielt AKK in dieser Woche auch von Christian Haase, dem Vorsitzenden der kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) in der CDU. „Ich werde mich für Annegret Kramp-Karrenbauer einsetzen, weil ich glaube, dass sie politisch am breitesten aufgestellt ist“, sagte er dem Handelsblatt. „Wir brauchen jemanden, der zusammenhält und zusammenführt.“ 461 der insgesamt 1001 Delegierten auf dem Bundesparteitag der CDU seien Mitglied der KPV. Doch die Empfehlung ist nicht bindend. Viele Delegierte sind zudem Mitglied in mehreren Vereinigungen.

Und Jens Spahn? Umfragen zufolge muss der beim Parteitag mit einem einstelligen Ergebnis rechnen. Hinter vorgehaltener Hand trauen ihm in der CDU viele aber ein deutlich besseres Abschneiden zu. Einen Nachteil hat Spahn jedoch kurz vor der Entscheidung: Obwohl er vor allem im mächtigen NRW-Landesverband und bei der Jungen Union auf einige Stimmen hoffen kann, gibt es bisher keine prominenten Fürsprecher.

Kommentare (5)

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Frau Edelgard Kah

05.12.2018, 14:01 Uhr

Der Artikel suggeriert, dass die Delegierten des Parteitages nicht willens und nicht in der Lage wären, in geheimer Wahl ihre eigene Entscheidung zu treffen. Eine seltsame Idee. Fragen die wirklich nach der Vorliebe anderer?

Herr Alan Koska

05.12.2018, 15:00 Uhr

AKK wird von der "Frauen Union" vollkommen unterstützt. Nicht etwa weil AKK Qualitäten hat, sondern weil sie einfach eine "Frau" ist.
Sowas ist doch lächerlich! Ich will Qualität und keine Quote. Das ist einfach ein Armutszeugnis.

Herr Frank Krebs

05.12.2018, 15:31 Uhr

AKK wird als neue CDU Vorsitzende und zukünftige Kanzlerin einen guten Job machen, Meister Merz wird sich wieder seiner Lobbyarbeit für die Finanzbranche zuwenden und Herr Spahn hat Potential. Ab Freitag wird das die Faktenlage sein. Der Geldkofferträger Schäuble wird das nicht ändern.

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