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15.09.2019

09:05

Klimaschutzpaket

SPD fordert eine Million zusätzliche E-Ladesäulen

Die SPD will bis 2025 das Angebot der Ladesäulen für E-Autos deutlich ausbauen. Für Finanzminister Olaf Scholz wäre das ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz.

Wer für den Bau der Ladestationen bezahlen soll, ist noch unklar. dpa

Ladestation für Elektroautos

Wer für den Bau der Ladestationen bezahlen soll, ist noch unklar.

Berlin Die SPD fordert im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung laut einem Zeitungsbericht eine Million zusätzliche Ladesäulen für E-Autos. Dabei gehe es um Ladestationen an Straßen und öffentlichen Parkplätzen bis zum Jahr 2025, berichtete die „Bild am Sonntag“ vorab. Sie zitierte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Worten, ein zentraler Faktor im Kampf gegen den Klimawandel sei der Umstieg auf abgasfreie Elektro-Autos.

Damit diese hier auch gekauft würden, müsse es ausreichend Stationen zur Strom-Betankung geben. „Deshalb braucht unser Land so was wie ein Eine-Million-Ladesäulen-Programm.“ Offen sei, wer den Bau der E-Säulen bezahlen solle, etwa ob das Geld aus dem Bundeshaushalt oder von den Stadtwerken komme, schrieb die „BamS“.

Zusätzlich plane Scholz einen Entlastung bei der Nutzung von E-Ladesäulen am Arbeitsplatz. Wer sein E-Auto auf dem Firmenparkplatz oder in der Tiefgarage des Arbeitgebers lade, solle künftig den Strom nicht mehr als geldwerten Vorteil versteuern müssen.

Aus Sicht der Energiebranche ist die Zahl jedoch viel zu hoch gegriffen. „Wir brauchen einen realistischen Zubau der Ladeinfrastruktur, der vom tatsächlichen Bedarf und dem praktischen Nutzerverhalten ausgeht“, sagte Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt. „Wer nach dem Motto ,Viel hilft viel' eine Millionen Ladepunkte und mehr fordert, verkennt die Realitäten“, sagte er. Derzeit gibt es laut BDEW in Deutschland 20.700 Ladepunkte.

Der BDEW geht davon aus, dass 350.000 öffentliche Ladepunkte ausreichen, um die bis 2030 angepeilten zehn Millionen E-Autos in Deutschland zu versorgen. Der Verband unterstellt dabei, dass nur 20 Prozent der Ladevorgänge an öffentlichen Ladepunkten stattfinden, 80 Prozent dagegen am Arbeitsplatz oder in der heimischen Garage.

„Nicht jede Ladevariante muss zu hundert Prozent den Bedarf decken können, ansonsten hätten wir eine Überversorgung“, sagte Kapferer. Wer sein Auto am Arbeitsplatz laden könne, werde öffentliche Ladepunkte nur selten in Anspruch nehmen. „Die verschiedenen Varianten des Ladens ergänzen sich also“, sagte der BDEW-Hauptgeschäftsführer.

Nicht allein die Zahl der Ladepunkte ist ausschlaggebend

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur gilt als Grundvoraussetzung, um der Elektromobilität im Individualverkehr zum Durchbruch zu verhelfen. Viele potenzielle Käufer lassen sich von der Vorstellung abschrecken, nicht überall und jederzeit Strom tanken zu können. Die Automobilindustrie hat daher großes Interesse daran, die Infrastruktur rasch auszubauen.

Doch nicht allein die Zahl der Ladepunkte ist ausschlaggebend. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE), dem Unternehmen wie BayWa, Lichtblick, Lekker und Sonnen angehören, mahnt ein intelligentes Lademanagement an. Derzeit tanke ein E-Auto noch völlig ungesteuert, also unabhängig von der aktuellen Belastung des Stromnetzes und auch unabhängig von der absehbaren Dauer des Parkens.

„Ungesteuertes Laden mag in der Pionierphase der Elektromobilität tolerierbar gewesen sein. Mit dem Markthochlauf von Elektrofahrzeugen muss sich nun aber intelligentes Laden zum Standard entwickeln“, sagte BNE-Geschäftsführer Robert Busch dem Handelsblatt.

Nur mit dem intelligenten Laden könne die Elektromobilität kosteneffizient in das Energiesystem eingebunden werden. Dazu müsse der Ladevorgang nach mehreren Parametern ausgerichtet werden, etwa nach der aktuellen Stromerzeugung, dem Kundenbedürfnis und der Netzauslastung.

Dazu müsse der freie Zugriff auf die jeweiligen Fahrzeugdaten möglich sein, fordert der BNE. „Damit intelligentes Laden attraktiv für den Endkunden ist, braucht es das richtige Anreizsystem. Die Stromrechnung muss am günstigsten ausfallen, wenn zum Beispiel entsprechend aktueller Stromverfügbarkeit und Netzauslastung geladen wird“, sagte Busch.

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