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12.11.2018

10:44

Konjunktur

Ifo-Experten: Die Weltwirtschaft kühlt sich weiter ab

Von: Donata Riedel

Vor allem in den Schwellenländern stockt das Wirtschaftswachstum. Auch in der Euro-Zone schwächelt die Konjunktur.

Der Schaden, den die schwächere Weltwirtschaft in Deutschland hinterlässt, könnte überschaubar bleiben. dpa

Turbinen-Fertigung

Der Schaden, den die schwächere Weltwirtschaft in Deutschland hinterlässt, könnte überschaubar bleiben.

Berlin Zum dritten Mal in Folge signalisiert das Ifo-Weltwirtschaftsklima eine Abkühlung des weltweiten Wirtschaftswachstums. „Das Wachstum der Weltwirtschaft flaut ab“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Der Frühindikator reiht sich ein in eine Reihe sinkender Konjunkturprognosen sowohl der Forschungsinstitute als auch der Bankenvolkswirte, der Wirtschaftsweisen und – in geringerem Maße – der Bundesregierung. In Deutschland schwächelte vor allem die Exportindustrie im dritten Quartal. Wie stark das Wachstum hierzulande schwächelt, wird am Mittwoch die erste Analyse des Statistischen Bundesamtes zum Wachstum im dritten Quartal zeigen. 

Nach dem vierteljährlichen Ifo-Weltwirtschaftsklima verschlechterte sich die Konjunktur vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern. In den Industriestaaten blieb die Einschätzung der befragten 1230 Experten aus 119 Ländern über die aktuelle Lage und die weitere Entwicklung zwar stabil. Jedoch: Im für die deutsche Industrie wichtigen EU-Markt schwächte sie sich ab – während sie in den USA einen weiter beschleunigten Aufschwung zeigte. Insgesamt fiel der vierteljährliche Frühindikator im vierten Quartal von plus 2,9 auf minus 2,2 Punkte.

„Die Befragten erwarten ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels, wohl auch, weil sie nicht davon ausgehen, dass bestehende Handelsbarrieren abgebaut werden“, sagte Fuest. Insgesamt rechneten sie laut Ifo mit einem Anstieg des Welt-Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 3,6 Prozent in den kommenden Jahren.

Eine gewisse Hoffnung lässt sich für Deutschland allerdings daraus ziehen, dass in den Schwellenländern vor allem der Konsum schwächelte – während laut Ifo die Investitionserwartungen gleich blieben. Da die deutsche Industrie viele Investitionsgüter in Schwellenländer liefert, könnte  die Auswirkungen der Abkühlung für deutsche Firmen mäßig bleiben.  

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Es sind vor allem die politischen Unsicherheiten über neue Handelshürden, den Brexit, Italiens Staatsschulden und die Schwellenländer-Konjunktur, die sich bereits vergangene Woche im Ifo-Wirtschaftsklima für den Euro-Raum niedergeschlagen hatten: In Italien und Spanien, für das die Unternehmensexperten Ansteckungseffekte befürchten, sind die Erwartungen deutlich pessimistischer geworden. In Deutschland und Frankreich freuen sich die Firmen demnach zwar aktuell noch über gute Geschäfte, erwarten aber eine leichte Verschlechterung. Insgesamt jedenfalls landeten die Konjunkturerwartungen des Ifo-Barometers für den Euroraum erstmals seit dem Höhepunkt der Eurokrise 2012 wieder im  Bereich „Abschwung“.

Für Deutschland insgesamt rechneten die meisten Konjunkturexperten bisher (noch) nicht mit einem Abschwung, sondern einer Abkühlung der Hochkonjunktur. Das „Potenzialwachstum“, das die Wachstumsrate bei einem normalen Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten beschreibt, sehen zum Beispiel die Wirtschaftsweisen für Deutschland bei 1,5 Prozent. Für dieses Jahr rechnen die meisten Konjunkturexperten mit einem Wachstum von 1,6 bis 1,8 Prozent, für das nächste zwischen 1,4 und 1,9 Prozent – zuletzt allerdings eher mit der Tendenz in  Richtung 1,4 Prozent.

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