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Luckes Alfa-Menschen

Neue Partei, alte Gesichter

Erst der Weckruf, dann der Neustart: Bernd Lucke hat mit der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ eine neue Partei gegründet. Mit dabei sind viele Ex-AfD-Anhänger. Zwei prominente Gesichter fehlen jedoch.

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Einmal Chef, immer Chef: Nur wenige Wochen nach seiner Niederlage im Machtkampf um die AfD-Führung hat Bernd Lucke schon eine neue Partei gegründet: Die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) soll eine liberal-konservative, eurokritische Haltung vertreten – ohne die nationalkonservativen Positionen, die in der „Alternative für Deutschland“ Überhand gewonnen haben. Auf der ersten Mitgliederversammlung mit rund 70 Teilnehmern gab es einige bekannte Gesichter zu sehen. dpa

Bernd Lucke - Vorsitzender

Einmal Chef, immer Chef: Nur wenige Wochen nach seiner Niederlage im Machtkampf um die AfD-Führung hat Bernd Lucke schon eine neue Partei gegründet: Die „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) soll eine liberal-konservative, eurokritische Haltung vertreten – ohne die nationalkonservativen Positionen, die in der „Alternative für Deutschland“ Überhand gewonnen haben. Auf der ersten Mitgliederversammlung mit rund 70 Teilnehmern gab es einige bekannte Gesichter zu sehen.

Bild: dpa

So war Bernd Kölmel einer der Mitbegründer des Weckrufs 2015, unter dem sich in der AfD der liberal-konservative Flügel der Partei versammelt hatte. Nach dem Parteitag in Essen, auf dem sich die Nationalkonservative mit der Wahl Frauke Petrys an die Spitze durchsetzten, verließ er die AfD. Bis dahin war er Sprecher des Landesverbandes Baden-Wüttemberg und wurde dank Listenplatz 3 für die AfD ins Europaparlament gewählt. Seine Stimme in Brüssel wird er nun für Alfa einsetzen. Auf der Mitgliedersversammlung wählten ihn die Teilnehmer zu einem der drei stellvertretenden Vorsitzenden. dpa

Bernd Kölmel – stellvertretender Vorsitzender

So war Bernd Kölmel einer der Mitbegründer des Weckrufs 2015, unter dem sich in der AfD der liberal-konservative Flügel der Partei versammelt hatte. Nach dem Parteitag in Essen, auf dem sich die Nationalkonservative mit der Wahl Frauke Petrys an die Spitze durchsetzten, verließ er die AfD. Bis dahin war er Sprecher des Landesverbandes Baden-Wüttemberg und wurde dank Listenplatz 3 für die AfD ins Europaparlament gewählt. Seine Stimme in Brüssel wird er nun für Alfa einsetzen. Auf der Mitgliedersversammlung wählten ihn die Teilnehmer zu einem der drei stellvertretenden Vorsitzenden.

Bild: dpa

Der zweite stellvertretende Vorsitzende von Alfa ist Gunther Nickel (links): Er war von Dezember 2013 bis November 2014 AfD-Landessprecher von Hessen und einer der Gründer des Arbeitskreises „Arbeitnehmer in der AfD“. Dieser hatte sich als Reaktion auf die harsche Kritik von einigen Gewerkschaften an der AfD gegründet.

Gunther Nickel – stellvertretender Vorsitzender

Der zweite stellvertretende Vorsitzende von Alfa ist Gunther Nickel (links): Er war von Dezember 2013 bis November 2014 AfD-Landessprecher von Hessen und einer der Gründer des Arbeitskreises „Arbeitnehmer in der AfD“. Dieser hatte sich als Reaktion auf die harsche Kritik von einigen Gewerkschaften an der AfD gegründet.

Der dritte stellvertretende Alfa-Vorsitzende ist Reiner Rohlje: Der Weckruf-Mitbegründer war in der AfD stellvertretender Vorsitzender für den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er legte das Amt jedoch wegen interner Streitigkeiten mit dem nationalkonservativen Landessprecher Marcus Pretzell nieder. Nachdem Pretzell auf dem Parteitag der „Alternative für Deutschland“ die AfD als Pegida-Partei bezeichnet hatte und Lucke abgewählt worden war, trat Rohlje aus der Partei aus.

Reiner Rohlje – stellvertretender Vorsitzender

Der dritte stellvertretende Alfa-Vorsitzende ist Reiner Rohlje: Der Weckruf-Mitbegründer war in der AfD stellvertretender Vorsitzender für den Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er legte das Amt jedoch wegen interner Streitigkeiten mit dem nationalkonservativen Landessprecher Marcus Pretzell nieder. Nachdem Pretzell auf dem Parteitag der „Alternative für Deutschland“ die AfD als Pegida-Partei bezeichnet hatte und Lucke abgewählt worden war, trat Rohlje aus der Partei aus.

Die Ex-AfDlerin Ulrike Trebesius wurde zur Generalsekräterin gewählt. Die 44-Jährige war Sprecherin des AfD-Landesverbandes Schleswig-Holstein und kam bei der Europawahl auf Listenplatz 6 der AfD ins EU-Parlament. Als der Zoff in der AfD immer heftiger wurde, schloss sie sich dem Weckruf 2015 an und wurde dessen Vorsitzende. Nach dem Parteitag in Essen trat sie aus der AfD aus. dpa

Ulrike Trebesius – Generalsekretärin

Die Ex-AfDlerin Ulrike Trebesius wurde zur Generalsekräterin gewählt. Die 44-Jährige war Sprecherin des AfD-Landesverbandes Schleswig-Holstein und kam bei der Europawahl auf Listenplatz 6 der AfD ins EU-Parlament. Als der Zoff in der AfD immer heftiger wurde, schloss sie sich dem Weckruf 2015 an und wurde dessen Vorsitzende. Nach dem Parteitag in Essen trat sie aus der AfD aus.

Bild: dpa

In der AfD wollte Lucke ihn zum Generalsekretär machen: Der homosexuelle Deutsch-Türke André Yorulmaz sollte das Image der als homophob und ausländerfeindlich verschrieenen Partei aufpolieren. Der 32-Jährige lebt mit seinem Freund zusammen, bekennt sich aber zu einem „konservativen Familienbild“ und lehnt das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab. In der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ wurde er nun zum stellvertretenden Generalsekretär gewählt. dpa

André Yorulmaz – stellvertretender Generalsekretär

In der AfD wollte Lucke ihn zum Generalsekretär machen: Der homosexuelle Deutsch-Türke André Yorulmaz sollte das Image der als homophob und ausländerfeindlich verschrieenen Partei aufpolieren. Der 32-Jährige lebt mit seinem Freund zusammen, bekennt sich aber zu einem „konservativen Familienbild“ und lehnt das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab. In der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ wurde er nun zum stellvertretenden Generalsekretär gewählt.

Bild: dpa

Auch der restliche Vorstand besteht aus Weckruf-Mitgliedern: Jochen Seeghitz ist Schatzmeister, Arnd Frohne sein Stellvertreter. Jürgen Joost wurde zum Leiter des Vorstandssekreteriats gewählt, Margot Rheinheimer-Bradtke zur Justiziarin und Franz Novosel zum Mitgliederbeauftragten. Weitere Vorstandspositionen sollen später nachgewählt werden. dpa

Weitere Vorstandsmitglieder

Auch der restliche Vorstand besteht aus Weckruf-Mitgliedern: Jochen Seeghitz ist Schatzmeister, Arnd Frohne sein Stellvertreter. Jürgen Joost wurde zum Leiter des Vorstandssekreteriats gewählt, Margot Rheinheimer-Bradtke zur Justiziarin und Franz Novosel zum Mitgliederbeauftragten. Weitere Vorstandspositionen sollen später nachgewählt werden.

Bild: dpa

Einer, der in den Vorstand nachrücken könnte, aber Alfa noch nicht beigetreten ist, ist Hans-Olaf Henkel. Der Europaparlamentarier und ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) erklärte jedoch, die neue Partei müsse sich erst als „Anti-Euro-Partei“ positionieren. Henkel hatte wegen der Flügelkämpfe schon vor Petrys Machtübernahme seinen Vorstandsposten in der AfD niedergelegt. Nach dem Parteitag kehrte er der Alternative für Deutschland den Rücken. dpa

Hans-Olaf Henkel

Einer, der in den Vorstand nachrücken könnte, aber Alfa noch nicht beigetreten ist, ist Hans-Olaf Henkel. Der Europaparlamentarier und ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) erklärte jedoch, die neue Partei müsse sich erst als „Anti-Euro-Partei“ positionieren. Henkel hatte wegen der Flügelkämpfe schon vor Petrys Machtübernahme seinen Vorstandsposten in der AfD niedergelegt. Nach dem Parteitag kehrte er der Alternative für Deutschland den Rücken.

Bild: dpa

Joachim Starbatty wurde von Lucke ebenfalls als baldiges Alfa-Mitglied ins Spiel gebracht: Der emeritierte Professor für Wirtschaftspolitik zog bei der Europawahl 2014 auf Listenplatz 5 für die AfD ins EU-Parlament ein. Der Parteitag in Essen habe jedoch gezeigt, so Starbatty, „dass sich die AfD in eine Richtung entwickelt, die ich nicht mehr mittragen kann“. Reuters

Joachim Starbatty

Joachim Starbatty wurde von Lucke ebenfalls als baldiges Alfa-Mitglied ins Spiel gebracht: Der emeritierte Professor für Wirtschaftspolitik zog bei der Europawahl 2014 auf Listenplatz 5 für die AfD ins EU-Parlament ein. Der Parteitag in Essen habe jedoch gezeigt, so Starbatty, „dass sich die AfD in eine Richtung entwickelt, die ich nicht mehr mittragen kann“.

Bild: Reuters

Würden Starbatty und Henkel Alfa beitreten, hätte die neue Partei mit Lucke, Trebesius und Kölmel fünf Europa-Abgeordnete in ihren Reihen. Die AfD kommt mit Beatrix von Storch und Marcus Pretzell nur noch auf zwei Parlamentarier. Auf Europa-Ebene hat die Spaltung für die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten jedoch keine stimmgewichtigen Folgen: Alfa, AfD, Henkel und Starbatty sind Teil der eurokritischen Fraktion, der unter anderem die Konservativen der britischen Tories und der polnischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ angehören. Allerdings sind die Fraktionen im EU-Parlament eher lose Zusammenschlüsse als feste Bündnisse: Von Thema zu Thema schließen Parteien unterschiedliche Koalition über Fraktionsgrenzen hinweg, der Fraktionszwang ist deutlich schwächer als im Bundestag. dpa

Europaparlamenteriar

Würden Starbatty und Henkel Alfa beitreten, hätte die neue Partei mit Lucke, Trebesius und Kölmel fünf Europa-Abgeordnete in ihren Reihen. Die AfD kommt mit Beatrix von Storch und Marcus Pretzell nur noch auf zwei Parlamentarier. Auf Europa-Ebene hat die Spaltung für die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten jedoch keine stimmgewichtigen Folgen: Alfa, AfD, Henkel und Starbatty sind Teil der eurokritischen Fraktion, der unter anderem die Konservativen der britischen Tories und der polnischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ angehören.

Allerdings sind die Fraktionen im EU-Parlament eher lose Zusammenschlüsse als feste Bündnisse: Von Thema zu Thema schließen Parteien unterschiedliche Koalition über Fraktionsgrenzen hinweg, der Fraktionszwang ist deutlich schwächer als im Bundestag.

Bild: dpa

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