Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2019

21:30

Medienbericht

Bundesregierung verbietet Sigmar Gabriel Aufsichtsratsposten

Der ehemalige Außenminister wollte ein Aufsichtsratsmandat bei der Kulczyk Holding annehmen. Doch dann schaltete sich die Bundesregierung ein.

Der ehemalige SPD-Chef solle laut der Bundesregierung eine Karenzzeit von zwölf Monaten einhalten. dpa

Sigmar Gabriel

Der ehemalige SPD-Chef solle laut der Bundesregierung eine Karenzzeit von zwölf Monaten einhalten.

Berlin Die Bundesregierung hat einem „Spiegel“-Bericht zufolge jüngst Karrierepläne von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) vereitelt. Das Magazin berichtete unter Berufung auf eine Regierungsantwort nach einer parlamentarischen Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Gabriel dürfe ein Aufsichtsratsmandat bei der Kulczyk Holding vorerst nicht antreten. Wegen drohender Beeinträchtigung öffentlicher Interessen müsse Gabriel eine Karenzzeit von zwölf Monaten einhalten, heißt es dem Bericht zufolge in einem entsprechenden Schreiben weiter.

Dieser Beschluss sei bereits Ende 2018 gefallen. Die Firma des 2015 verstorbenen polnischen Multimilliardärs Jan Kulczyk habe ihren Sitz im Steuerparadies Luxemburg, schreibt der „Spiegel“. Gabriel selbst sagte laut dem Magazin, er habe der Kulczyk Holding bereits abgesagt, während die Bundesregierung die mögliche Nebentätigkeit noch geprüft habe.

Gabriel war von Januar 2017 bis März 2018 als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier Bundesaußenminister, von Dezember 2013 bis März 2018 zudem Vizekanzler. Außerdem amtierte Gabriel von 2009 bis 2017 als SPD-Vorsitzender. Ende Juni wurde bekannt, dass Gabriel Friedrich Merz als Vorsitzender der Atlantik-Brücke ablöst. Das Netzwerk hat sich vor allem die Pflege der deutsch-amerikanischen Beziehungen zur Aufgabe gemacht.

Mit dem jüngst geplanten aber nun abgesagten Wechsel zur Kulczyk Holding wäre Sigmar Gabriel nicht der erste Spitzenpolitiker, der nach seiner aktiven Laufbahn in die Wirtschaft wechselt. So wurde der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) nach seiner Amtszeit etwa Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bahn, der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wechselte zum Baukonzern Bilfinger und Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wurde vom russischen Mineralölkonzern Rosneft an die Spitze des Aufsichtsrates berufen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Schmandt

19.08.2019, 11:19 Uhr

Ekelhaft! Erst zerstören die Sozen die Volkswirtschaft (über 50 % Sozialausgaben, Verschuldung bin in den Himmel zur Finanzierung eines ineffizienten Staatswirtschaft, Rentenpolitik zum Schaden künftiger Generationen) und machen sich dann schadlos vom Acker. Um sich dann die Kontakte, gewonnen aus den öffentlichen Ämtern, letztlich mit PR-Jobs im Zweifel zum Nachteil der Demokratie und zum Schaden der Steuerzahler versilbern zu lassen.
Das ist Verrat an den Menschen, die sie einmal vertreten haben.
Ekelhaft!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×