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04.01.2022

18:26

Michael Theurer

Mit viel Selbstbewusstsein zum Dreikönigstreffen

Von: Thomas Sigmund

Der Südwest-Chef der FDP schaut auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen zurück. Am 6. Januar eröffnet er das traditionelle Treffen seiner Partei.

Theurer hat alle politischen Ebenen durchlaufen. imago images/Political-Moments

Michael Theurer

Theurer hat alle politischen Ebenen durchlaufen.

Berlin Wenn Michael Theurer das traditionelle liberale Dreikönigstreffen eröffnet, schaut der FDP-Landeschef aus Baden-Württemberg persönlich auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen zurück. Seine Südwest-Liberalen haben großen Anteil am Erfolg der FDP bei der Bundestagswahl. In dem liberalen Stammland fuhr er 15 Prozent ein, ein sensationelles Ergebnis. Für einen Ministerposten in Berlin reichte es trotzdem nicht. 

Am 6. Januar wird er sich aber nichts anmerken lassen. Der gelernte Volkswirt wird professionell und freundlich wie immer die Begrüßungsworte sprechen und der Partei den Stolz vermitteln, endlich wieder in der Bundesregierung zu sein – und vier Minister zu stellen.

Bei seinem Heimspiel kann Theurer mit Selbstbewusstsein auf das gute Ergebnis bei der Landtagswahl verweisen. Mit seinem engen Parteifreund Hans-Ulrich Rülke als Spitzenkandidat holte die Landes-FDP eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte. Hätte es den eigensinnigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) nicht gegeben, wäre in Stuttgart eine Ampelkoalition zustande gekommen.

Doch Kretschmann regierte lieber weiter mit einer geschwächten CDU. Um das noch irgendwie zu rechtfertigen, lässt der Politiker keine Gelegenheit aus, der FDP eins auszuwischen. Jüngst kritisierte er einen angeblichen „Hyperliberalismus“ im Kampf gegen die Pandemie und den Klimawandel.

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    Theurer dürfte bei dem Dreikönigstreffen eine entsprechende Antwort darauf geben. „Der Zweck heiligt eben nicht jedes Mittel“, meint Theurer. Die Rechtsstaatlichkeit und die Bürgerrechte müssten auch unter schwierigen Umständen gewahrt bleiben. 

    Kampf um das Leben der Tochter 

    Das politische Jahr war für Theurer aber fast zweitrangig. Seine Frau und er kämpften im Krankenhaus um das Leben ihrer zu früh zur Welt gekommenen Tochter. Für Theurer war das im Rückblick eine Zeit, in der ihm wieder bewusst wurde, was im Leben zählt. Und wie wichtig ihm der christliche Glaube ist.

    Überwältigt war er von den vielen Mut machenden Zuschriften und auch von dem Engagement des Klinikpersonals. Nicht erst seit dieser Erfahrung setzt sich der 54-Jährige für eine gute Bezahlung des Pflegepersonals ein.

    Der Start der Ampelkoalition ist aus Theurers Sicht gelungen. Die Feuertaufen für SPD, Grüne und FDP stehen aber noch bevor. Die Themen Digitalisierung, Klimaschutz und Finanzen müssen nun umgesetzt werden. In den Augen der Öffentlichkeit und der Grünen haben die Liberalen die meisten Akzente gesetzt in den Koalitionsverhandlungen.

    Sie haben damit eine alte Politikweisheit beherzigt, wonach man Wahlen dreimal gewinnt: an der Wahlurne, bei den Koalitionsverhandlungen – und schließlich beim Regieren. Das muss die FDP in den kommenden vier Jahren nun unter Beweis stellen. Theurer, der sich auch gern als „Öko-Liberalen“ bezeichnet, ärgert es, dass die Grünen der FDP unterstellen, sie würde beim Klimaschutz auf der Bremse stehen.

    Das Gegenteil sei der Fall. Doch die FDP will mit marktwirtschaftlichen Mitteln das Klima schützen – und nicht mit Dirigismus. 

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