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25.06.2019

10:29

Militärunglück

Luftwaffe sucht nach Ursachen für Eurofighter-Absturz

Nach Eurofighter-Absturz in Mecklenburg-Vorpommern sucht die Luftwaffe nach Ursachen. Die Linke kritisiert Militärübungen in Ferienregionen.

Die Linke hat ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. dpa

Soldaten nahe der Eurofighter-Absturzstelle

Die Linke hat ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern gefordert.

Nossentin, Berlin, Schwerin Am Tag nach dem Absturz von zwei „Eurofightern“ der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern mit einem getöteten Piloten geht die Ursachensuche weiter. Wie ein Luftwaffen-Sprecher an diesem Dienstagmorgen sagte, wurde auch in der Nacht die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen fortgesetzt. Dabei kamen Nachtsichtgeräte und starke Scheinwerfer zum Einsatz.

Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Sie ersetzen die gut 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden.

Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte, einer beliebten Ferienregion, nahe der Kleinstadt Malchow zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Beiden Piloten gelang es zwar noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Doch wurde einer der Piloten, ein jüngerer Offizier, getötet.

Der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Er ist in einer gesundheitlich stabilen Lage, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag erfuhr. Er sei bei dem Unglück nicht lebensgefährlich verletzt worden. Es handele sich um einen der erfahrensten Fluglehrer der Luftwaffe. Der Zusammenstoß gilt als das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Zivile Opfer gab es nicht.

Linke sieht Gefahr für Bevölkerung durch Militärübungen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Montag den Unglücksort besucht und ihre Trauer über den Verlust der Soldaten bekundet. Die Linke forderte indes ein Ende der militärischen Luftkampfübungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Sie seien nicht nötig und stellten eine Gefahr für Menschen sowie eine Belastung für die Umwelt dar, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion im Schweriner Landtag, Peter Ritter, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir erwarten eine zügige Aufklärung der Ursachen für das Unglück, damit ähnliche Vorfälle verhindert und weitere Gefahren für die Bevölkerung ausgeschlossen werden können.“

Auch der Bürgermeister von Waren an der Müritz, Norbert Möller (SPD), sprach sich für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge in Urlaubsregionen aus. „Viele Touristen haben kein Verständnis dafür, dass ausgerechnet rings um die Müritz solche Tiefflüge geübt werden“, sagte Möller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Region um das Heilbad, zu der auch die vom Absturz betroffenen Dörfer gehören, gilt mit Hunderttausenden Gästen als touristisches Schwergewicht im Nordosten. „Man darf das gar nicht zu Ende denken, aber wir sind alle nochmal mit einem blauen Auge davongekommen“, erklärte Möller. Auch die Bürgermeisterin von Silz und Nossentin, Almuth Köhler (CDU) forderte eine Prüfung für Tiefflüge.

Der CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte verteidigte die Luftkampfübungen indes. „Die Bundeswehr muss dort üben, wo sie im Bedarfsfall auch verteidigt“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Er äußerte sein Unverständnis zur Forderung der Linken im Schweriner Landtag, die Luftkampfübungen zu beenden.

Die verunglückten Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“, das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dessen Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Trainingsflüge führen den Angaben zufolge regelmäßig ins Gebiet der Seenplatte.

Am Montagabend war dem Sprecher zufolge auch der General Flugsicherheit der Bundeswehr in Nossentin eingetroffen und hatte die Leitung der Flugunfalluntersuchung übernommen. Er habe nach einem Zwischenstopp am Flughafen Rostock-Laage die Absturzstellen überflogen, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

„Jetzt geht es darum, den ganzen Vorgang lückenlos aufzuklären, um eine Erklärung für den Unfallhergang zu finden“, sagte der Luftwaffen-Sprecher. Der General Flugsicherheit ist eine Position mit eigener Abteilung im Luftfahrtamt der Bundeswehr. Amtsinhaber ist Brigadegeneral Peter Klement.

Ob die Flugdatenschreiber der beiden Absturzmaschinen, von deren Auswertung sich die Fachleute wichtige Aufschlüsse erhoffen, bereits gefunden wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Unklar blieb zunächst auch, ob und wann der Pilot, der überlebte, befragt werden sollte. An der Übung sei auch ein drittes Kampfflugzeug beteiligt gewesen, das aber nicht in die Kollision verwickelt war. Die Eurofighter seien nicht bewaffnet gewesen, teilte die Luftwaffe mit.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Helmut Oser

25.06.2019, 09:18 Uhr

Die Ursachen brauchen nicht lange ermittelt zu werden, die heißen:
Ganz schlecht gewartetes Fluggerät, fehlende Übung der Piloten auf dem Fluggerät.
Das Ganze verschuldet durch eine inkompetente Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

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