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08.11.2019

17:10

Nach Streit um Forschungsfabrik

Bund gibt Zusatzmillionen für Batterieforschung

Von: Barbara Gillmann

Forschungsministerin Anja Karliczek stellt mehr Geld für die Batterie-Forschung zur Verfügung. Neben Münster sollen nun weitere Standorte profitieren.

Bundesrat wehrt sich gegen Bezeichnungen „Bachelor/Master Professional“ dpa

Anja Karliczek

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung stößt mit den neuen Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ auf Widerstand.

Berlin Nach dem massiven Streit um die Forschungsfabrik in Münster stellt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) nun insgesamt mehr Geld für die Batterieforschung zur Verfügung. Statt 500 Millionen Euro sollen in den kommenden vier Jahren insgesamt 560 Millionen fließen.

Zudem sollen Gelder in andere Projekte umgeleitet werden, weil Münster vorerst gar nicht so viel benötige wie zunächst geplant. Das erfuhr das Handelsblatt nach einem Treffen von Karliczek mit Ministern aus den betroffenen Ländern aus Teilnehmerkreisen. Damit können neben Nordrhein-Westfalen auch andere Bundesländer profitieren.

„Die Förderung der Batterieforschung bis hin in die Weltspitze ist ein nationaler Kraftakt, in den alle Forschungsstandorte eingebunden werden“, sagte Forschungsstaatssekretär Wolf-Dieter Lukas dem Handelsblatt nach dem Treffen. Karliczek und ihre Länderkollegen seien sich einig, dass „alle Beteiligten ihre hervorragenden Kompetenzen unter dem Dachkonzept Forschungsfabrik Batterie einbringen wollen“. 

Vorangegangen war ein heftiger Streit um den Zuschlag für die neue Batterie-Forschungsfabrik an den Standort Münster. Kritisiert wurde, dass dieser in unmittelbarer Nähe des Wahlkreises der Ministerin liegt und zudem das Auswahlverfahren chaotisch und nicht nachvollziehbar abgelaufen war. Karliczek musste zweimal vor dem Bundestag dazu Stellung nehmen und räumte teilweise Fehler ein. Neben Münster hatten sich Ulm, Salzgitter, Itzehoe, Dresden und Augsburg beworben.

Münster sei „industriepolitisch falsch“

Bei dem heutigen Treffen kritisierte vor allem die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) die Entscheidung für Münster als „industriepolitisch falsch“, teilte sie anschließend mit. Nun gelte es aber, „alle Kräfte zu bündeln, um schnell Erfolge zu erreichen“.

Das Dachkonzept des Bundes zur „Forschungsfabrik Batterie“ soll nach den Angaben aus Stuttgart nun um 100 Millionen Euro erweitert werden, die in drei Cluster fließen sollen. Wohin genau das Geld fließt, werde des Bundesministerium Anfang 2020 entscheiden.

Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen ist das jedoch nicht alles: Weitere 60 Millionen Euro sollen für „neue Projekte außerhalb des Dachkonzeptes“ dazukommen, weitere 150 Millionen für bereits zugesagte oder laufende Projekte, ebenfalls außerhalb des Dachkonzeptes.

Die zusätzlichen Mittel würden teilweise auch deshalb frei, weil Münster bis 2024 nur 250 Millionen Euro sinnvoll ausgeben könne, der Rest der dort zugesagten 500 Millionen werde erst danach gebraucht.

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