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06.06.2019

11:44

Nach TV-Fahndung

Neue Hinweise zum Fall Lübcke eingegangen

Nach der Fernsehfahndung bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ sind bei der Polizei einige Fotos und Videos eingegangen. Eine heiße Spur gebe es aber nicht.

Die Ermittler hätten sich von den Hinweisen mehr versprochen. dpa

Ermittlungen nach Tod des Kasseler Regierungspräsidenten

Die Ermittler hätten sich von den Hinweisen mehr versprochen.

Kassel Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. „Eine ganz heiße Spur war aber noch nicht dabei“, sagte der Soko-Sprecher der Polizei, Torsten Werner, am Donnerstagmorgen in Kassel.

Über das Hinweis-Telefon seien am Mittwochabend „ein paar wenige Anrufe eingegangen“. Die Ermittler hatten sich mehr davon versprochen, wie Werner sagte. Außerdem seien aber auch während und nach der Sendung „einige Fotos und Videos“ von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Die Dateien müssten aber noch ausgewertet werden. „Bislang haben wir keine konkreten Erkenntnisse“, sagte Werner.

Unterdessen wurde die Soko „Liemecke“ von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt. Es sei üblich, dass solch eine Einheit im Laufe der Ermittlungen aufgestockt werde, sagte Werner. Zuerst hatte das Nachrichtenportal „HNA.de“ über die Aufstockung der Soko berichtet.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war. Das Motiv ist unklar. Die Ermittler suchen Zeugen, die im Ort Verdächtiges gesehen oder Knallgeräusche wie Schüsse gehört haben.

Die Tötung Lübckes hatte teils hämische Kommentare in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Anlass dafür könnte der Einsatz des Regierungspräsidenten für Flüchtlinge im Jahr 2015 gewesen sein. „Diese Reaktionen im Netz sind menschenverachtend und bedienen niederste Instinkte“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier dem „Spiegel“. „Wir müssen dafür sorgen, dass diese Kommentare schneller gelöscht werden.“ Bouffier sieht hier die Plattformbetreiber in der Pflicht.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, verlangt deshalb europäische Regelungen gegen Hassbotschaften im Internet. Entsprechende Forderungen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) „begrüße und unterstütze ich sehr“, sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur.

Von

dpa

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