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20.02.2019

10:25

Nachhaltigkeitssiegel

Klöckner will Lebensmittelverschwendung eindämmen

In ihrem Strategiepapier fordert Klöckner „vereinte Kraftanstrengungen“ von Privathaushalten und Wirtschaft. Die angesetzten Zielmarken sind allerdings auf freiwilliger Basis.

Die Bundeslandwirtschaftsministerin stellt an diesem Mittwoch eine Strategie zur Eindämmung von Nahrungsabfällen vor. imago/photothek

Julia Klöckner

Die Bundeslandwirtschaftsministerin stellt an diesem Mittwoch eine Strategie zur Eindämmung von Nahrungsabfällen vor.

Berlin Die Bundesregierung will Verbraucher und Wirtschaft dafür gewinnen, in Deutschland weniger Lebensmittel auf den Müll zu werfen. Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gehe um eine „vereinte Kraftanstrengung“ aller Akteure und höhere Wertschätzung für Nahrungsmittel. „In jedem Produkt stecken wertvolle Ressourcen: Wasser, Energie, Rohstoffe, aber auch Arbeitskraft, Sorgfalt – und Herzblut.“

Angesichts von mehr als 800 Millionen hungernden Menschen auf der Welt bestehe Anlass zum Handeln. Klöckner will dazu am Mittwoch im Kabinett eine „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ vorlegen.

Vorgesehen sind fünf „Dialogforen“ mit Vertretern von Unternehmen, Verbänden, Ländern und Wissenschaft, die konkrete Maßnahmen zum Eindämmen von Nahrungsabfällen erarbeiten sollen. Dabei geht es um die gesamte Kette von der Produktion bis zum Teller. Definiert werden sollen Zielmarken, die der jeweilige Bereich – auf freiwilliger Basis – umsetzen soll: Bauern, Verarbeiter, Groß- und Einzelhandel, die Außer-Haus-Verpflegung der Gastronomie sowie private Haushalte.

Laut der Strategie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, werden dafür unter anderem bessere Prozesse in der Wirtschaft angestrebt – passendere Bestellgrößen, kleinere und häufigere Warenlieferungen, ein Verteilen von Produkten zwischen Filialen oder Preisaktionen. Vor allem Jugendliche und junge Familien sollen mit Informationen über das Internet sensibilisiert werden. Bund und Länder sollen prüfen, ob es Hürden fürs Weitergeben unverkaufter Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen gibt, etwa bei der Haftung. Teil der Strategie ist auch eine Forschungsförderung von 14 Millionen Euro. Dabei geht es etwa um „intelligente“ Packungen, die die Verzehrbarkeit anzeigen.

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Klöckner betonte das Ziel der Bundesregierung, Lebensmittelabfälle auf Ebene von Einzelhandel und Verbrauchern bis 2030 zu halbieren. Das soll auch zum Klimaschutz beitragen. Bisher werden laut Studien jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen - von privaten Haushalten, in der Lebensmittelwirtschaft, im Handel und bei Großkunden wie der Gastronomie. Auf die Verbraucher entfallen demnach pro Kopf 55 Kilogramm im Jahr.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisiert die Strategie. „Nichts als Prüfaufträge und Appelle - das Landwirtschaftsministerium und Julia Klöckner bleiben ihrer Politik der maximalen Unverbindlichkeit treu“, sagte Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe an diesem Mittwoch. Er forderte „klare Senkungsziele“ auch für Lebensmittelproduzenten und den Einzelhandel: „Bis 2025 muss das Ziel sein, mindestens ein Drittel weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Alles andere wäre Augenwischerei.“

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels begrüßt die Pläne. Der Lebensmittelhandel beteilige sich „mit Augenmaß“ an der Strategieumsetzung. Handelsunternehmen müssten immer „eine Balance finden zwischen Wettbewerb, Kundenorientierung und Nachhaltigkeit“.

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Von

dpa

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