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31.07.2021

08:29

Pandemie

Eine Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland sehnt sich nach Präsenzunterricht

Von: Barbara Gillmann

Nur 14 Prozent der Schüler und Studierenden befürworten laut einer Umfrage den Fernunterricht. Mängel sehen sie demnach bei den technischen Fähigkeiten der Lehrenden.

Die Mehrheit der Schüler und Studierenden will laut einer Umfrage nach den Ferien in den Präsenzunterricht zurückkehren. dpa

Fernunterricht

Die Mehrheit der Schüler und Studierenden will laut einer Umfrage nach den Ferien in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Berlin Gut jeder zweite Jugendliche in Deutschland wünscht sich, dass wieder ausschließlich in Präsenz unterrichtet wird. 35 Prozent der Schüler und Studierenden sprechen sich für einen Wechsel zwischen digitalem und analogem Unterricht aus, nur 14 Prozent befürworten überwiegenden Fernunterricht. Das geht aus der repräsentativen Jugend-Digitalstudie 2021 der Postbank hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Dafür wurden 1000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren befragt.

Neun von zehn Schülern und Studierenden absolvierten den Unterricht in der Pandemie bislang digital. Aktuell können sie noch davon ausgehen, dass Schule und Hochschulen nach den Sommerferien wieder mit Präsenzunterricht starten. Unklar ist jedoch, ob es dabei bleibt, falls sich die Infektionslage weiter verschärft.

Denn seit drei Wochen steigt in der Bundesrepublik wieder die Sieben-Tage-Inzidenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs beraten daher am 10. August über das weitere Vorgehen.

Die Befragung zeigt  auch nach anderthalb Jahren Pandemie und milliardenschwerer Förderung durch den Bund mit dem Digitalpakt weiter Defizite bei der technischen Ausstattung der Bildungseinrichtungen: Während die Befragten ihre eigene Ausstattung mit Arbeitsgeräten im Schnitt mit der Note 2,1 bewerten, schneidet die der Schulen und Hochschulen mit 3,1 eine ganze Schulnote schlechter ab. 

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    Mängel sehen die Lernenden zudem bei den technischen Fähigkeiten der Dozenten und Lehrkräfte sowie beim Gesamtkonzept der Schule oder Hochschule für den digitalen Unterricht beziehungsweise für digitale Vorlesungen. In beiden Kategorien vergeben die Befragten nur die Schulnote 3,0. 

    Laut Thomas Brosch, Digitalchef bei der Postbank, ist die technische Ausstattung deutscher Haushalte mittlerweile gut. In den Bildungseinrichtungen habe diese Entwicklung noch am Anfang gestanden, als die Coronakrise sie notwendig machte. „Nicht selten kam es dazu, dass die Lehrer von ihren Digital-Native-Schülern lernen konnten – eine Erfahrung, die für beide Seiten neu und oft sogar bereichernd war.“

    In Bezug auf digitalen Unterricht schneiden die didaktischen Fähigkeiten der Lehrkräfte nur befriedigend ab: Mit einer Schulnote von 3,3 erhalten sie von den Gymnasiasten die schlechteste Bewertung und auch über alle Schulformen hinweg nur eine 3,1.

    Ablenkung bereitet Probleme

    Während es bei der Technik hapert, schätzen die Jugendlichen die neu gewonnene Flexibilität: Der Hauptvorteil des Heimunterrichts war in den Augen der Befragten die Zeitersparnis. 55 Prozent gefiel, dass sie sich das Pendeln zur Schule und Hochschule sparen konnten. Auch den Umstand, dass sich Aufgaben flexibler und zu selbst bestimmten Zeiten bearbeiten lassen, sehen zumindest 52 Prozent als Pluspunkt. 

    43 Prozent der Jugendlichen sagen, in einigen Fächern sei digitaler Unterricht nicht möglich oder zu wenig anschaulich. 38 Prozent finden den Austausch zu fachlichen Fragen zu kompliziert.

    Probleme bereitet den Befragten die Ablenkung in den eigenen vier Wänden. 51 Prozent geben an, dass sie sich zu Hause leichter stören lassen – zum Beispiel durch Computerspiele, den Messenger oder Haushaltsmitglieder. 45 Prozent vermissen zudem den persönlichen Kontakt zu Mitschülern oder Kommilitonen. Außerdem bemängeln 44 Prozent, dass sie durch Fernunterricht zu viel Zeit am Bildschirm verbringen. 

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