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15.12.2021

09:47

Pandemie

Lauterbach besorgt wegen Impfstoffmangel: „Ausgesprochen schwierige Situation“

Von: Jürgen Klöckner

PremiumDer Bundesgesundheitsminister hatte eine Inventur der Impfstoffkapazitäten angekündigt. Das Ergebnis verheißt nichts Gutes für die Booster-Kampagne.

Für das erste Quartal 2022 könnte zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehen. dpa

Karl Lauterbach

Für das erste Quartal 2022 könnte zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehen.

Berlin Für die weitere Booster-Impfkampagne Anfang kommenden Jahres fehlen nach Angaben des neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach ausreichende Mengen an Impfstoff. „Wir haben einen Impfstoffmangel für das erste Quartal“, sagte der SPD-Politiker den ARD-„Tagesthemen“ am Dienstagabend. Dies habe bei einer vorgenommenen Impfstoffinventur viele überrascht. „Mich auch“, sagte Lauterbach.

Der Minister arbeitet nach eigenen Worten bereits daran, den Mangel zu beseitigen. „Ich hoffe, dass ich da in den nächsten Tagen eine positive Botschaft übermitteln kann.“ Bemühungen liefen über alle Kanäle, auch direkt zu den Unternehmen, es müsse aber alles EU-konform sein. „Wir müssen hier an Geschwindigkeit gewinnen.“

Lauterbach hatte zuvor bereits in der Bund-Länder-Runde der Gesundheitsminister vor einem erheblichen Mangel an Impfstoffdosen für die Booster-Kampagne gewarnt. Darüber hatte der „Spiegel“ berichtet.

Demnach soll Lauterbach in der Konferenz mit Blick auf das Ergebnis der Impfinventur von einem „erheblichen Impfstoffmangel im kommenden Jahr“ gesprochen haben. Die Situation sei „ausgesprochen schwierig“.

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    Für das kommende Jahr wird auch ein starker Anstieg der Omikron-Fälle erwartet, gegen den die Auffrischimpfung als besonders wichtig gilt. Zudem soll ab dem Frühjahr die berufsbezogene Impfpflicht greifen.

    So würde Deutschland in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres insgesamt nur 1,2 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Moderna soll hingegen zehn Millionen Dosen pro Woche liefern. Allerdings stünden dem „Spiegel“-Bericht zufolge nur rund 3,6 Millionen Impfstoffdosen pro Woche für die Auffrischimpfung zur Verfügung, da auch Dosen für die Erst- und Zweitimpfung verwendet werden.

    „Die Vertragsärzte brauchen jetzt schnell Klarheit“

    Legt man zugrunde, dass Zweitgeimpfte sich nach fünf Monaten ein drittes Mal impfen lassen, müssen bis Ende Januar bereits 50 Millionen Menschen in Deutschland einen Booster erhalten haben. Aktuell liegt die Zahl der Auffrischimpfungen bei 20 Millionen.



    „Die Vertragsärzte brauchen jetzt schnell Klarheit“, forderte der Chef des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung (ZI), Dominik Stillfried, gegenüber dem Handelsblatt. „In der Woche werden derzeit rund 4,6 Millionen Impfungen allein durch die Praxen geleistet, mit Impfstellen insgesamt rund 6,4 Millionen.“

    Dieses Tempo sei auch nötig, um bis Mitte Februar die Booster-Kampagne abgeschlossen zu haben. „Nur so kann einer fünften Welle mit Omikron wirksam etwas entgegengesetzt werden.“

    Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, nannte den Impfstoffmangel „ein fatales Signal an alle, die gerade mit vollem Einsatz gegen diese Pandemie kämpfen“.

    Es könne nicht sein, dass die wöchentliche Impfstoffauslieferung ein Glücksspiel sei, bei dem die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen nie wüssten, ob sie das erhalten, was sie auch bestellt haben. „Es darf doch nicht wahr sein, dass im Land der Impfstoffentwicklung zu wenig Impfstoff gekauft wurde.“

    Mit Agenturmaterial.

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