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06.06.2019

13:27

Partnerschaft

Deutsche Unternehmen sollen russische Wirtschaft flott machen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will der russischen Wirtschaft helfen. Nun hat er eine möglicherweise bedeutende Erklärung unterzeichnet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will neues gegenseitiges Vertrauen zwischen Deutschland und Russland schaffen. Bloomberg

Peter Altmaier

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will neues gegenseitiges Vertrauen zwischen Deutschland und Russland schaffen.

Sankt Petersburg Deutsche Unternehmen sollen künftig stärker als bisher dabei helfen, trotz der Sanktionen gegen Russland die Wirtschaft des Landes auf Vordermann zu bringen. Dazu unterzeichnet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an diesem Freitag mit seinem russischen Kollegen Maxim Oreschkin in St. Petersburg beim internationalen Wirtschaftsforum eine Absichtserklärung für eine Effizienzpartnerschaft.

Das sagte der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. So solle die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit beider Länder verstärkt werden.

Es sei das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Konflikts 2014, dass Deutschland und Russland auf Regierungsebene wieder eine bedeutende Erklärung zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichneten, sagte Schepp in St. Petersburg.

Die Produktivität in Russland sei nur halb so hoch wie in Deutschland, meinte der Experte. Deshalb könnten deutsche Technologien auf Grundlage der neuen Partnerschaft dabei helfen, die russische Wirtschaft effizienter zu machen.

In St. Petersburg begann am Donnerstag das Internationale Wirtschaftsforum. Altmaier wollte nach Angaben seines Ministeriums zunächst am Abend mit Unternehmern zusammenkommen. Am Freitag nimmt der Minister an Veranstaltungen des Forums teil. Dabei will er für ein günstigeres Investitionsklima für deutsche Unternehmen werben.

„Das deutsche Engagement in Russland ist trotz des unruhigen Fahrwassers im globalen Außenhandel weiterhin bedeutend“, sagte der Minister einer Mitteilung zufolge. „Wir müssen dabei aber wieder neues gegenseitiges Vertrauen schaffen, dann lassen sich auch andere Probleme besser lösen.“

Zudem haben sich die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) für Freitag angekündigt. Sie wollen die Beziehungen zu Russland trotz der angespannten politischen Lage wegen Moskaus Politik im Ukraine-Konflikt wieder intensivieren. Die Sanktionen betreffen nur einen Teil der Wirtschaft.

Als Unternehmen vertreten sind in St. Petersburg unter anderem Siemens, Bayer, BMW, Wintershall und die Deutsche Bank. Das deutsch-russische Handelsvolumen stieg nach AHK-Angaben 2018 auf 61,9 Milliarden Euro – ein Plus von 8,4 Prozent.

Insgesamt werden nach Angaben der Organisatoren in diesem Jahr mehr als 15.000 Teilnehmer aus 140 Ländern bei dem Forum erwartet. Es gebe auch 500 Anmeldungen aus den USA von Unternehmen, die trotz der offiziellen Sanktionspolitik Washingtons gegen Moskau weiter an Russland als Markt interessiert seien. Zum Vergleich: Deutschland ist mit mehr als 200 Anmeldungen vertreten.

Themen des Forums sind unter anderem nachhaltiges Wirtschaften und die Digitalisierung. Bei dem Forum trifft Kremlchef Wladimir Putin mehrere Präsidenten, darunter Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, der seit Mittwoch zum Staatsbesuch im Riesenreich ist. Auch UN-Generalsekretär António Guterres landete am Donnerstag in der Stadt am Finnischen Meerbusen.

Mehr: Die schwache Weltkonjunktur macht den 23 Staaten Osteuropas zu schaffen: Westliche Unternehmen fahren ihre Investitionen zurück. Doch es gibt auch positive Ausreißer.

Von

dpa

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