Handelsblatt App
Jetzt 4 Wochen für 1 € Alle Inhalte in einer App
Anzeigen Öffnen
MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2019

06:27

Die Grünen legten in Brandenburg und Sachsen kräftig zu, schnitten aber nicht so gut ab wie erwartet. dpa

Grünen-Chef Habeck

Die Grünen legten in Brandenburg und Sachsen kräftig zu, schnitten aber nicht so gut ab wie erwartet.

Sachsen und Brandenburg

Das sind die Gewinner und Verlierer der Landtagswahlen im Osten

Von: Christian Rothenberg

Die AfD holte in Brandenburg das beste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte, die SPD in Sachsen das schlechteste. Mies lief es auch für die Linke.

Düsseldorf Das deutsche Parteiensystem ist in Bewegung. Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg gab es erhebliche Verschiebungen zwischen den Parteien. Ein Blick auf die Gewinner und Verlierer des Wahlabends:

Gewinner

Grüne: Noch in den 1990er-Jahren verfehlte die Partei in beiden Ländern mehrfach die Fünf-Prozent-Hürde und den Einzug in die Parlamente. Nun feiert die Partei ihren Durchbruch im Osten. In Sachsen holt sie drei Direktmandate, in Brandenburg eins. In beiden Ländern sitzen die Grünen künftig womöglich sogar im Kabinett. Was jedoch auffällt: Die Partei schnitt vor allem in Brandenburg deutlich schlechter ab als vorhergesagt. Sie liegt auch weit unter den Umfragewerten für die Bundestagswahl, wo sie seit Monaten stabil 25 Prozent erreicht.

Sachsen 2019: Ergebnisse, Sitze und Koalitionsrechner zur Sachsenwahl

Sachsen 2019

Ergebnisse, Sitze und Koalitionsrechner zur Sachsenwahl

In Sachen könnte die AfD die CDU überholen und stärkste Fraktion werden. Und wie schlagen sich SPD, FDP, Grüne und Linke? Hier gibt es alle Daten und Fakten zur Sachsenwahl.

AfD: Die Partei wollte in Sachsen und Brandenburg stärkste Kraft werden. Dieses Ziel hat sie verfehlt. Dennoch muss man sie zu den Siegern des Wahlabends zählen. Sechs Jahre nach ihrer Gründung hat sich die AfD in den ostdeutschen Bundesländern etabliert. In Sachsen und Brandenburg verdoppelt die Partei ihre Ergebnisse von 2014, kommt locker über 20 Prozent und ist jeweils zweitstärkste Kraft. In Sachsen holte die AfD fast 28 Prozent – so viel wie bei keiner Landtagswahl zuvor.

Die Wahlbeteiligung: Der Osten Deutschlands hat vielfach mit einem Imageproblem zu kämpfen. Aber Wahlfaulheit kann man den Bürgern in Sachsen und Brandenburg wirklich nicht vorwerfen. Die Beteiligung ist deutlich besser als 2014. In Brandenburg lag sie bei 59 Prozent und damit mehr als zehn Punkte besser, in Sachsen sogar bei 65 Prozent (2014: 49,1).

Verlierer

SPD: Immerhin, die Sozialdemokraten können die Staatskanzlei in Potsdam verteidigen. Aber zum Feiern kann ihnen nach diesem Wahlabend nicht zumute sein. Der Negativtrend der Partei will nicht enden, die Stimmenverluste sind dramatisch. In Brandenburg schneidet die SPD zwar etwas besser ab als erwartet, verliert aber dennoch knapp sechs Prozentpunkte – nie war die Partei dort schlechter. In Sachsen holte die SPD sogar das schlechteste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte.

CDU: Für den sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer ist es wichtig, dass er die 30-Prozent-Marke noch nehmen konnte. Im Sommer war seine Partei in den Umfragen zwischenzeitlich gefährlich nah Richtung 20 Prozent und sogar hinter die AfD gerutscht. Dadurch wird aus den deutlichen Verlusten zur letzten Wahl zumindest ein psychologischer Erfolg. Dazu gelang es Kretschmer, sein Direktmandat in seinem Wahlkreis Görlitz zu gewinnen. Bei der Bundestagswahl hatte er es noch verloren.

Brandenburg 2019: Ergebnisse, Sitze und Koalitionsrechner zur Wahl in Brandenburg

Brandenburg 2019

Ergebnisse, Sitze und Koalitionsrechner zur Wahl in Brandenburg

In Brandenburg kämpft die SPD um den Machterhalt. Doch die AfD hat aufgeholt. Auch CDU, Linke und Grüne rechnen mit zweistelligen Ergebnissen. Alle Daten und Fakten zur Wahl gibt es hier.

Dennoch fällt die Bilanz des Wahlsonntags nicht positiv aus: In Sachsen und Brandenburg fährt die CDU ihre jeweils schlechtesten Ergebnisse ein. Die Krise der Bundespartei, die um ihren Kurs ringt und mit ihrer neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hadert, hing schwer über dem Wahlkampf und wirkte sich deutlich negativ aus.

Linke: Die Landtagswahlen sind für die Linken erneut ein Denkzettel. Die Ergebnisse zeigen wieder einmal, dass ihr die AfD den Rang als Ostpartei abgelaufen hat. Die Linke schneidet nur noch knapp zweistellig ab. In Brandenburg ist sie nur noch viert-, in Sachsen nur noch drittstärkste Kraft.

Für die Partei ist das besonders schmerzhaft. Schließlich war die Stärke im Osten so etwas wie eine Lebensversicherung. Trost verspricht die Wahl in Thüringen Ende Oktober, wo Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow gute Chancen hat, sein Amt zu halten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Harald Schweda

02.09.2019, 08:58 Uhr

"Die AfD holte in Brandenburg das beste Landtagswahlergebnis ihrer Geschichte, die SPD in Sachsen das schlechteste."
WANN WIRD DIE ENTE KORRIGIERT???????????

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×