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10.09.2019

13:45

Sozialdemokraten

Manuela Schwesig legt wegen Krebserkrankung SPD-Vorsitz nieder

Die SPD-Politikerin hat Brustkrebs. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung bekannt. Ihr Amt als Ministerpräsidentin will sie aber weiter ausüben.

SPD: Manuela Schwesig legt wegen Krebserkrankung Vorsitz nieder AP

Manuela Schwesig

Schwesig ist seit Juli 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung an diessm Dienstag in Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Parteivorsitz in Mecklenburg-Vorpommern will sie aber weiter ausüben. Nach intensiven Gesprächen mit ihren Ärzten sei sie „sehr zuversichtlich“, dass sie wieder gesund werde, erklärte die 45-Jährige „Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar“, sagte Schwesig den Angaben zufolge. Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden.

Eine medizinische Behandlung sei nötig, aber ambulant möglich. Deshalb werde sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen. „Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten“, sagte sie.

Dienstagmittag erklärte die Politikerin in der Schweriner Staatskanzlei: „Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und ich werde auch diesen Kampf führen.“ Schwesig machte auf die vielen Frauen in Deutschland aufmerksam, die jedes Jahr diese schockierende Diagnose bekommen. Viele von ihnen zeigten, dass ein couragierter Umgang mit der Krankheit, Therapie und Berufstätigkeit vereinbar seien.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist Brustkrebs mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind demnach bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Zahlreiche Politiker schrieben Schwesig bei Twitter Genesungswünsche. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ über Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten: „Die Nachricht von Manuela Schwesigs Krebserkrankung macht mich betroffen. Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit.“

„Du bist eine der stärksten Frauen, die ich kenne“

Thüringens CDU-Landesvorsitzender Mike Mohring, der im vergangenen Jahr selbst an Krebs erkrankt war, twitterte: „Von Herzen wünsche ich Ihnen Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen und wenn ich das darf, Gottes reichen Segen.“

Schwesigs Parteifreundin, die stellvertretende EU-Parlamentspräsidentin Katarina Barley, schrieb: „Liebe Manu Schwesig, du bist eine der stärksten Frauen, die ich kenne. Du wirst diesen Kampf gewinnen. Was wir tun können, um dich zu unterstützen, das werden wir tun. Eine dicke Umarmung aus Brüssel.“

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch twitterte an Schwesig gerichtet: „Ich wünsche Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft und drücke fest beide Daumen für eine vollständige Genesung.“

Schwesig meldete sich am Dienstagmittag bei Twitter mit einer Videobotschaft zu Wort. Darin erklärte sie unter anderem: „Von guten Mächten wunderbar geborgen...Darauf vertraue ich. Vielen Dank für die guten Wünsche! Das berührt mich sehr und gibt mir viel Kraft.“

Die in Frankfurt (Oder) geborene Schwesig war von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin. Dann wurde sie als Nachfolgerin des an Krebs erkrankten Erwin Sellering Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem Rücktritt von Andrea Nahles am 3. Juli war sie – gemeinsam mit Malu Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel – Interimschefin der SPD.

Nach dem angekündigten Rückzug von Schwesig wird Dreyer die Partei ab Oktober für einige Wochen als alleinige kommissarische Vorsitzende führen. Schäfer-Gümbel wird wie geplant zum 1. Oktober seinen Posten als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit antreten wird, wie der SPD-Politiker am Dienstag erklärte.

Kommentare (1)

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Herr Hans Schönenberg

10.09.2019, 12:38 Uhr

Da wünschen wir ihr doch dringend alles Gute und eine möglichst baldige Genesung.

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