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22.08.2019

18:17

SPD-Vorsitz

Malu Dreyer zur Telefonschalte mit Scholz: „Thorsten Schäfer-Gümbel hat recht“

Von: Christian Rickens, Thomas Sigmund

Gab es eine Telefonschalte zwischen Olaf Scholz und den drei kommissarischen SPD-Vorsitzenden? Nach Thorsten Schäfer-Gümbel widerspricht nun auch Malu Dreyer. Außerdem empfiehlt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin ihre Ampelkoalition als mögliches Vorbild.

Die kommissarische SPD-Chefin schließt sich im Interview mit dem Handelsblatt der Darstellung von Thorsten Schäfer-Gümbel an. AFP

Malu Dreyer

Die kommissarische SPD-Chefin schließt sich im Interview mit dem Handelsblatt der Darstellung von Thorsten Schäfer-Gümbel an.

Berlin Nach dem kommissarischen SPD-Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich nun auch die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer zur umstrittenen Telefonschalte mit Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz zu Wort gemeldet. „Thorsten Schäfer-Gümbel hat mit seiner Darstellung recht“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin im Interview mit dem Handelsblatt.

Weitere Ausführungen, ob und wie der Vizekanzler mit den drei kommissarischen Vorsitzenden Schäfer-Gümbel, Dreyer und Manuela Schwesig am Montag vergangener Woche gesprochen hatte, wollte sie nicht machen.

Schäfer-Gümbel hatte bereits zuvor vor der Hauptstadtpresse zu dem Fall Stellung genommen: „Wir erleben es regelmäßig, dass es Meldungen gibt, die mit der Realität nichts zu tun haben. Beispielsweise diese angebliche Telefonkonferenz in der vergangenen Woche zwischen uns drei und Olaf Scholz. Die hat’s nie gegeben!“

Vergangenen Freitag hatte der „Spiegel“ exklusiv berichtet, dass Scholz für den Parteivorsitz kandidieren wird. Seine Kandidatur soll er am vorigen Montagmorgen in einer Telefonkonferenz mit den drei kommissarischen Vorsitzenden verkündet haben.

Gegenüber dem Handelsblatt nahm Dreyer auch Stellung zur Lage der SPD und der Großen Koalition: „Die SPD braucht im Moment ganz viel Kommunikation. Das kriegen wir drei Vorsitzenden, glaube ich, ganz gut hin.“ Sie sei stolz auf das in der Großen Koalition Erreichte.

Dass das Image des Regierungsbündnisses derzeit schlechter sei als die Bilanz, führt Dreyer auf die Auseinandersetzungen zwischen CDU und CSU in der Vergangenheit zurück: „Das ist wie bei einem Fußballspiel, das man zwar gewonnen hat, aber bei dem sich jeder nur noch an die Fouls erinnert.“

Dreyer führt in Ihrem Bundesland ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen – die einzige Ampelkoalition in Deutschland und aus ihrer Sicht ein mögliches Vorbild: „Ein solches Bündnis bildet einen sehr großen Anteil der Bevölkerung ab. Ich bedaure es tatsächlich, dass es kein anderes Bundesland mit einer Ampelkoalition gibt.“

Mitleid mit der derzeit heftig kritisierten CDU-Vorsitzenden, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, hat Dreyer nach eigenem Bekunden nicht: „Mitleid ist da die falsche Kategorie. Frau Kramp-Karrenbauer wusste, was sie tat. Ja, Politik ist manchmal hart und rau. In Berlin noch ein bisschen härter und rauer als anderswo.“

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Kommentare (1)

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Herr Gerhard Hellmund

23.08.2019, 10:21 Uhr

Auch Malu Dreyer gehört offenbar zu denen, die die Schuld immer wo anders suchen. Dass die GroKo in der öffentlich Wahrnehmung nicht so gut dasteht, liegt wohl nicht an der ehemaligen Auseinandersetzung der CDU/CSU in der Migrationspolitik. Frau Dreyer sollte sich mal eher anschauen, welches Bild ihre Partei in der Öffentlichkeit gibt. Der zelebrierte Findungsprozess für den Vorsitz in der SPD ist doch eher eine Lachnummer und beherrscht die Meldungen in den Zeitungen, nicht aber das, was die SPD-Minister und die SPD in der GroKo tun. Selbst die Bewerber scheinen es ja schich und förderlich für die Wahl zu finden, sich gegen die GroKo auszusprechen, haben aber da wenig im Blick, dass eine Abkehr von GroKo auch Neuwahlen bedeuten kann und dann die SPD auch im Bund in die Einstelligkeit abrutschen könnte. Wenn eine Partei so mit sich selbst beschäftigt ist, kann sie sich doch garnicht um die Belange der Bürger kümmern. Auch das Gerangel um Personen in der Partei zeigt doch das Chaos in der SPD. Kaum hat sich Scholz als Bewerber geoutet, wird er von den eigenen Leuten schon als Lügner gebrandmarkt. Das sind optimale Voraussetzungen für die Wahl. Nur weiter so SPD und der Fall unter die 5% ist euch sicher. Dann aber habt ihr Zeit euch zu regenerieren. Wäre vielleicht sogar besser so.

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