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11.09.2019

12:40

Statistikamt

Immer weniger befristete Arbeitsverträge

In Deutschland werden immer weniger Arbeitsverträge auf Zeit geschlossen. Währenddessen versucht die GroKo diese Beschäftigungsform gesetzlich einzuschränken.

Es ist das zweite Mal in Folge, dass die Zahl der befristeten Jobs zurückgegangen ist. dpa

Arbeiter auf einer Baustelle

Es ist das zweite Mal in Folge, dass die Zahl der befristeten Jobs zurückgegangen ist.

Berlin Während Bundesarbeitsminister Hubertus Heil eine gesetzliche Einschränkung zeitlich befristeter Jobs vorbereitet, werden in Deutschland immer weniger Arbeitsverträge auf Zeit geschlossen. Bei Beschäftigten im Alter von 25 Jahren oder darüber habe es 2018 noch 2,705 Millionen befristete Arbeitsverträge gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch auf Grundlage seiner Arbeitskräfteerhebung mit.

Das sei der zweite Rückgang in Folge. 2016 habe es mit 2,818 Millionen befristeten Jobs noch rund 113.000 mehr gegeben. Eine Sprecherin von Heil (SPD) sagte, die in der Koalition vereinbarte Einschränkung für befristete Verträge ohne sachlichen Grund stehe für dieses Jahr auf der Agenda.

Das von der SPD im Koalitionsvertrag durchgesetzte Vorhaben stößt in der Wirtschaft auf großen Widerstand. Dort herrscht Sorge, dass Arbeitgeber in ihrer Flexibilität eingeschränkt werden. Laut Koalitionsvertrag dürfen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten höchstens 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristet anstellen. Die Höchstdauer der Befristung ohne Sachgrund soll zudem von 24 auf 18 Monate verringert werden. Bisher hat Heil noch keinen Entwurf zur Umsetzung vorgelegt.

Fast vier von zehn neuen Beschäftigten werden laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befristet eingestellt. Der Anteil der Befristungen an den Neueinstellungen gehe sei 2016 zurück. Befristete Jobs würden nicht nur zur Deckung eines vorübergehenden Arbeitskräftebedarfs genutzt, sondern auch als „verlängerte Probezeit“, hieß es in Untersuchung.

Die große Mehrheit der befristeten Neueinstellungen (85 Prozent) gehe auf einen längerfristigen Bedarf des Unternehmens zurück. In der Studie wird nicht zwischen Befristung mit oder ohne Sachgrund unterschieden. Befristete Einstellungen seien vor allem für Erwerbseinsteiger oder nach Unterbrechungen der Berufskarriere ein Möglichkeit, wieder relevante Berufserfahrung zu sammeln.

Von

rtr

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