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05.07.2021

11:32

Statistisches Bundesamt

Baustoffe haben sich in der Pandemie rasant verteuert

Im Vergleich zum Mai im Vorjahr sind Holz, Stahl und Dämmmaterial teurer geworden. Die Nachfrage und Probleme in der Rohstoffversorgung haben für Preissteigerungen von bis zu 83 Prozent gesorgt.

Bauherren haben im Mai stark steigende Preise bei wichtigen Materialien zu spüren bekommen. dpa

Baustelle

Bauherren haben im Mai stark steigende Preise bei wichtigen Materialien zu spüren bekommen.

Wiesbaden Für Bauen oder Renovieren müssen Firmen und Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für viele Baustoffe wie Holz, Stahl oder Dämmmaterialien sind die Erzeugerpreise zuletzt deutlich gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am heutigen Montag mitteilte.

So verteuerte sich Konstruktionsvollholz im Mai um 83,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Dachlatten um 45,7 Prozent und Bauholz um 38,4 Prozent. Auch Stahlpreise treiben die Kosten auf dem Bau nach oben. Betonstahl in Stäben war im Mai um 44,3 Prozent teurer, Betonstahlmatten kosteten 30,4 Prozent mehr als im Mai 2020.

„Hauptgründe für die anziehenden Holz- und Stahlpreise dürfte die steigende Nachfrage im In- und Ausland während der Corona-Pandemie sein sowie Probleme in der Versorgung mit Rohstoffen“, erklärte das Amt. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte insgesamt stiegen im Mai um 7,2 Prozent binnen Jahressicht - das größte Plus seit Oktober 2008, als die Preise vor der Finanz- und Wirtschaftskrise merklich anzogen.

Preistreibend wirken sich auch die gestiegenen Erdölpreise aus: Bitumen auf Erdölbasis verteuerte sich um 63,9 Prozent. Dieses wird etwa zur Abdichtung gegen Wasser verwendet. Die Erzeugerpreise für Dämmplatten aus Kunststoff wie Polystyrol lagen um 19,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

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    Auch die Kosten anderer Rohstoffe sind im gleichen Zeitraum deutlich gestiegen: Die Erzeugerpreise für Halbzeug aus Kupfer und Kupferlegierungen, die etwa für den Einsatz im Heizungsbau oder in der Elektroinstallation genutzt werden, stiegen um 37,7 Prozent.

    In manchen Segmenten steigen die Preise nur leicht

    Während die Preise vieler Baumaterialien stark anzogen, wurden für Kies und Sand (+4,8 Prozent), Mauerziegel (+2,2 Prozent), Dachziegel (+2,2 Prozent), Frischbeton (+1,7 Prozent) oder Gipserzeugnisse für den Bau (+1,4 Prozent) in der gleichen Zeit nur leichte Preissteigerungen beobachtet.

    Das von den Preissteigerungen im laufenden Jahr besonders betroffene Holz wurde 2020 sehr häufig bei Wohnhäusern im Fertigteilbau eingesetzt. Hier setzten bei 88,1 Prozent der Baugenehmigungen die Bauherren auf Holz als Baustoff. Insgesamt stieg die Holzbauweise bei Wohngebäuden mit ein und zwei Wohnungen in den letzten Jahren langsam, aber stetig an: 2020 verwendeten rund ein Viertel (23,1 Prozent) der Bauherren von Ein- und Zweifamilienhäusern Holz für tragende Konstruktionen. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil hier noch bei 16,7 Prozent.

    Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, hatte jüngst vor den Folgen der Rohstoffknappheit gewarnt. „Unternehmen müssen bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden, weil sie kein Material haben“, sagte er. Aufträge müssten storniert oder verschoben werden - zu Lasten von Handwerkskunden.

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