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27.06.2019

11:28

Statistisches Bundesamt

Deutsche Bevölkerung wird trotz Zuwanderung stärker altern

Deutschland hat erstmals mehr als 83 Millionen Einwohner. Ab spätestens 2040 werde diese Zahl aber zurückgehen, denn die Bevölkerung wird immer älter.

„In 30 Jahren wird etwa jede zehnte Person mindestens 80 Jahre sein“, so Destatis-Expertin Sabine Bechtold. dpa

Senioren

„In 30 Jahren wird etwa jede zehnte Person mindestens 80 Jahre sein“, so Destatis-Expertin Sabine Bechtold.

Wiesbaden Trotz Zuwanderung und gestiegener Geburtenzahlen wird sich die Alterung der Bevölkerung in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) weiter verstärken. Zugleich sei in den nächsten 20 Jahren ein Rückgang der Personen im Erwerbsalter und ein Anstieg der Seniorenzahl vorgezeichnet. Wie aus den am Donnerstag in Berlin vorgestellten Vorausberechnungen der Statistiker weiter hervorgeht, wird die Bevölkerungszahl von 83 Millionen im Jahr 2018 mindestens bis 2024 zunehmen, aber spätestens ab 2040 zurückgehen.

Im vergangenen Jahr wuchs die Bevölkerung um 227.000 Bürger oder 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Grund sei, dass nach vorläufigen Ergebnissen 386.000 Menschen mehr zu- als abwanderten und zugleich die Zahl der Sterbefälle die der Geburten um 167.000 überstieg. Das Wachstum fiel aber geringer aus als in den Vorjahren: 2017 hatte es 271.000 betragen, im Jahr zuvor 346.000. Der Ausländeranteil stieg von 11,7 auf 12,2 Prozent. Ende 2018 lebten 72,9 Millionen deutsche und 10,1 Millionen ausländische Bürger (plus 4,2 Prozent) in Deutschland.

Die Alterung werde sich dabei trotz hoher Zuwanderung und höherer Geburtenrate weiter verstärken. „In 30 Jahren wird etwa jede zehnte Person mindestens 80 Jahre sein“, so Destatis-Expertin Sabine Bechtold. Derzeit sind es rund fünf Prozent. Die Zuwanderungswelle aus dem Jahr 2015 wird aus Sicht der Statistikerin „kein Dauerzustand“ sein. „Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten sowie die instabile Lage in mehreren afrikanischen Staaten deuten aber darauf hin, dass die Zuwanderung Schutzsuchender mittelfristig auf der Tagesordnung bleiben wird.“

Im Jahr 2018 waren hierzulande 51,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 66 Jahren. Bis 2035 wird diese im Berufsleben stehende Gruppe voraussichtlich um rund vier bis sechs Millionen schrumpfen. Anschließend wird sie sich zunächst stabilisieren und danach wird sie bis zum Jahr 2060 je nach der Höhe der Nettozuwanderung auf 40 bis 46 Millionen sinken.

Ohne Zuwanderer würde die Bevölkerung im Erwerbsalter laut Destatis bereits bis 2035 um rund neun Millionen Menschen schrumpfen. Die gesamtgesellschaftliche Versorgungslast dieser Gruppe dürfte künftig deutlich zunehmen: Während 2018 insgesamt 100 Personen im Erwerbsalter 60 Leistungsempfängern gegenüberstanden, werden es 2038 laut den Destatis-Vorausberechnungen bereits 80 sein.

Die Bevölkerung in den ostdeutschen Ländern werde voraussichtlich deutlich abnehmen, während sie in den westdeutschen Flächenländern stabil oder leicht rückgängig sein werde. In den Stadtstaaten sei hingegen mit einem Wachstum zu rechnen.

Mehr: Der deutsche Schuldenberg ist etwas geschrumpft. Ende des ersten Quartals 2019 stand der Staat um 1,1 Prozent weniger in der Kreide als ein Jahr zuvor.

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