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21.08.2019

04:00

Strategiepapier

Altmaier bezeichnet Mittelstand als Geheimwaffe Deutschlands

Von: Thomas Sigmund

Der Mittelstand erweist sich in schwierigen Zeiten als robuster als die Dax-Konzerne. Wirtschaftsminister Altmaier will die Unternehmen gezielter fördern.

Der Minister legt eine neue Strategie für den Mittelstand vor. dpa

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Der Minister legt eine neue Strategie für den Mittelstand vor.

Berlin Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat eine Strategie für den Mittelstand erarbeitet. „Der Mittelstand ist in den Augen des Auslands die Geheimwaffe Deutschlands und auch aktuell erweist sich der Mittelstand im Gegensatz zu den Dax-30-Unternehmen als ausgesprochen robust“ schreibt Altmaier in dem 13 Punkte umfassenden Eckpunktepapier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Der Mittelstand sei vielfältig aufgestellt von Handwerksbetrieben bis hin zu digitalaffinen Start-ups und heimlichen Weltmarktführern in Nischenmärkten. „Darunter sind viele Familienunternehmen mit bekannten Namen wie Hipp, Villeroy & Boch und Bitburger“, heißt es.

Konkret will Altmaier angesichts des internationalen Steuerwettbewerbs den Unternehmensstandort Deutschland stärken. Dazu gehört die steuerliche Forschungsförderung insbesondere für den Mittelstand, bessere Abschreibungsbedingungen für digitale Innovationsgüter.

Die komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags gibt Altmaier nicht auf. Von seinem dreistufigen Konzept findet sich allerdings kein Wort mehr in dem Papier. Übrig geblieben ist der Satz in der Aufzählung der steuerlichen Vorschläge: „Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen“.

Die Digitalisierung der Wirtschaft will Altmaier gezielt fördern, etwas durch den Netzausbau und digitale Bildung. Deutschland und Europa sollen nach seinen Plänen zu einem führenden Standort bei der Entwicklung der künstlichen Intelligenz werden. Ein Vorhaben, das Altmaier als KI-Airbus bezeichnet.

Altmaier, der Mittwoch kommender Woche zu einer dreitägigen Reise zu Mittelständlern aufbricht, korrigiert auch einen Fehler seiner umstrittenen Industriestrategie. Er betont ausdrücklich die Wichtigkeit des Mittelstands. „Die Stärke der deutschen Wirtschaft beruht auf dem Miteinander von erfolgreichen mittelständischen Unternehmen und Großunternehmen. Insofern ist darauf zu achten, dass die Industriestrategie 2030 dieses Miteinander unter Berücksichtigung der Interessen des Mittelstands stärkt“, heißt es in dem Papier.

Mehr: Die Deutschen unterschätzen die Leistungen der Familienunternehmen. Wenn sie nicht offensiver für sich werben, kann das gefährliche Folgen haben.

Kommentare (4)

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Herr Sven Lehmann

21.08.2019, 08:07 Uhr

Altmaier soll endlich mal abliefern anstatt nur zu reden. Die Erhöhung der Bilanzierungspflichtgrenze von 60.000 auf 80.000, oder besser noch 100.000 Euro Betriebsgewinn ist längst überfällig.

Herr Nino Messaoud

21.08.2019, 09:09 Uhr

Ich nehme an, wir reden von dem gleichen Altmaier, der auch behauptet hat, dass Deutschland in 5 Jahren bzgl. der Digitalisierung & Infrastruktur "ganz weit vorne" mit dabei ist. Ich kann nur sagen, dass der gute Mann Lichtjahre vom realen IST-Zustand entfernt ist. Deutschland spielt in diesen Themen international ÜBERHAUPT KEINE Rolle. Das muss man erst einmal verstehen und einsehen ! Und wenn der Mittelstand die Geheimwaffe & das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist (was ich defintiv auch so sehe !!), warum wird dem Mittelstand dann das Leben so unendlich schwer gemacht ? (Kredite, Administration, Attraktivität für Mitarbeitergewinnung usw.) ?? Aber wahrscheinlich ist das wie mit den beschriebenen 5 Jahren... wir warten einfach ab, vernichten unser Rückgrat und fragen uns dann, was wohl passiert ist....

Herr Michael Müller

21.08.2019, 11:19 Uhr

Der Deutsche Mittelstand wird durch die deutsche Erbschaftsteuer für Ehepartner und Kinder zerstört! Diese Steuer vertreibt Unternehmer und wohlhabende Menschen in das nicht neidgetriebene Ausland. Deutschland verliert immer mehr Unternehmen und somit Steuern und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Österreich erkannte den volkswirtschaftlich kontraproduktiven Effekt der Erbschaftsteuer für Ehepartner und Kinder und hat diese 2008 abgeschafft! Seither hat Österreich für Ehepartner und Kinder keine Erbschaftsteuer.

Auch in Bulgarien, Estland, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Tschechien, Schweden, Schweiz, Slowakei und Zypern fallen keine nennenswerten Erbschaftssteuern für Ehepartner und Kinder an. Selbst in Russland gibt es für Ehepartner und Kinder keine Erbschaftsteuer!

Sehr viele Unternehmen und vermögende Familien (Sportler!) haben auf Grund dieses gewichtigen (!) Nachteils des Wirtschaftsstandorts Deutschland die Konsequenzen gezogen und ihre Firmensitze verlagert. Neben Steuern gehen somit auch sehr viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren! Für immer! Wer kehrt schon in das Höchststeuerland Deutschland zurück? Dazu noch die latente Gefahr von Zwangsenteignungen und Verstaatlichungen (Rot-Rot-Grün!).

Deutschland braucht einen Wandel, weg von der international ungerechten, wettbewerbsverzerrenden, kontraproduktiven und den Mittelstand zerstörenden Erbschaftsteuer!

Leider fehlt unseren Politikern die wirtschaftliche Weitsicht der Österreicher, welche dies bereits 2008 erkannten und die Erbschaftsteuer für Ehepartner und Kinder absetzten.

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