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09.12.2019

17:53

Studie

E-Mobilität ist eine teure Form der CO2-Vermeidung

Von: Klaus Stratmann

Die hohen staatlichen Hilfen für Elektroautos sind ein Zeichen für dessen fehlende Effizienz, kritisiert eine Studie. So würden falsche Anreize gesetzt.

Eine neue Studie stellt die Effizienz der staatlichen Förderung infrage. dpa

Elektroautos

Eine neue Studie stellt die Effizienz der staatlichen Förderung infrage.

Berlin Die Politik hat sich festgelegt, die Automobilindustrie ist ihr gefolgt: Elektroautos gelten als das Mittel der Wahl, wenn es um CO2-Reduktion im Straßenverkehr geht. Doch eine am Montag veröffentlichte Studie von Deutsche Bank Research nährt Zweifel, ob der starke Fokus auf batteriebetriebene Autos tatsächlich nachhaltig und effizient ist.

„E-Mobilität bleibt eine sehr teure Art der CO2-Vermeidung. Die staatliche Förderung der E-Mobilität ist ein weiteres Beispiel für den fehlenden Fokus auf kosteneffizienten Klimaschutz“, heißt es in der Studie.

Tatsächlich unterstützt die Bundesregierung den Kauf von E-Autos mit einer Reihe von Maßnahmen: Wenn man alle steuer- und regulierungsbedingten Belastungen konventioneller Antriebstechnologien zu den Vergünstigungen für E-Autos in Relation setzt, beträgt der Vorteil für einen E-Golf gegenüber einem VW Golf mit Benzinmotor nach Berechnung der Mineralölwirtschaft rund 26 000 Euro.

Neben Förderungen wie der Kaufprämie und der Kfz-Steuerbefreiung schlägt dabei als wichtigster Einzelposten die CO2-Flottenregulierung zu Buche. Überschreitet ein Hersteller den ab 2020 geltenden Flottengrenzwert von 95 Gramm, so werden beim Verkauf eines Neuwagens Strafzahlungen von 95 Euro je Gramm Überschreitung und verkauften Neuwagen fällig. Wenn Hersteller der Strafe entgehen wollen, bietet es sich an, E-Autos auf die Straße zu bringen.

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    Ein Hersteller, der ein E-Auto und ein Auto mit 190 Gramm CO2-Emission verkauft, wird behandelt, als hätte er zwei Autos mit 95 Gramm CO2-Emission in Verkehr gebracht. Er hat damit den Grenzwert von 95 Gramm eingehalten. Ein E-Auto reduziert somit Strafzahlungen des Herstellers um 9.025 Euro. Man könnte auch von einer indirekten Subvention für E-Autos sprechen.

    Nach Berechnungen von Deutsche Bank Research kann die Branche Strafzahlungen komplett vermeiden, wenn sie den Neuzulassungsanteil von E-Autos, der in Deutschland derzeit bei 2,6 Prozent liegt, bis 2021 auf zehn bis 15 Prozent steigert. Bis 2030 müsste der Marktanteil von E-Autos laut Deutsche Bank Research sogar auf 30 bis 50 Prozent steigen, um den angestrebten Grenzwert für die Neuwagenflotte zu erreichen.

    Allerdings sei offen, „wann der durchschnittliche Kunde auch ohne Subventionen von Elektroautos überzeugt sein wird“, schreibt Eric Heymann von Deutsche Bank Research. Außerdem sei es problematisch, dass eine technologiespezifische Förderung andere Antriebsarten vernachlässige, die eventuell besser geeignet sein könnten. Genannt werden Erdgas, synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff.

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