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14.06.2018

20:28 Uhr

Studie

So viel Geld investiert der Staat in Start-ups

VonDana Heide

Mit Finanzspritzen versucht der Staat, Gründern in Deutschland zum Wachstum zu verhelfen. Das lässt er sich immer mehr kosten.

Zum Wachstum brauchen die jungen Unternehmen viel Kapital. dpa

Start-up-Konferenz

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BerlinDer deutsche Staat stellt immer mehr Geld zur Finanzierung von Unternehmensgründungen zur Verfügung. Das zeigt eine Erhebung der Wirtschaftskanzlei Lutz Abel, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach standen im Jahr 2018 rund 467 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Finanzierung von Start-ups zur Verfügung. Auf Landesebene waren es nochmal 161 Millionen Euro. Im Jahr 2014, als die Erhebung zum letzten Mal erstellt wurde, waren es noch 109 Millionen Euro auf Bundes- und 113 Millionen Euro auf Landesebene.

Allerdings, räumen die Studienautoren ein, wurden in der Studie von 2018 erstmalig auch anteilig die Mittel aus dem Dachfonds des European Recovery Program (ERP) hinzugerechnet. Die betrugen immerhin 150 Millionen Euro in diesem Jahr.

„Die Studie ist eine Annäherung, wie viel Venture Capital der Staat bereitstellt“, sagt Studienautor Lorenz Jellinghaus von Lutz Abel. Sie sei der Versuch, mehr Transparenz zu schaffen.

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Mit den Finanzierungen will der Staat den Start-ups in Deutschland zu mehr Erfolg verhelfen. Laut der Studie sind bei fast der Hälfte aller Frühphasen-Investments öffentliche Beteiligungsfonds engagiert. Allein der High-Tech-Gründerfonds sei an mehr als 20 Prozent aller Venture-Capital-Investments in der frühen Phase einer Gründung beteiligt.

Erst vergangene Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier festgestellt, dass die Gründer von staatlicher Seite in der ersten Phase gut unterstützt werden, es ihnen aber in der Wachstumsphase an Mitteln fehlt. Er stellte Gesetzesänderungen in Aussicht, die private Investitionen anregen sollen.

Die Studie betrachtet auch die Finanzierungsangebote der einzelnen Bundesländer. Dabei schneidet Nordrhein-Westfalen am besten ab. Demnach stehen Gründern dort derzeit durchschnittlich pro Jahr 48 Millionen Euro staatliches Beteiligungskapital zur Verfügung, 2014 waren es laut der Studie noch weniger als drei Millionen. Auf dem zweiten Platz ist Bayern mit 37 Millionen Euro, 2014 waren es noch 33 Millionen Euro.

Baden-Württemberg kommt auf 1,5 Millionen und Berlin auf 11,1 Millionen. Das Saarland und Hessen stellt derzeit kein öffentliches Wagniskapital zur Verfügung.

Die Autoren geben an, dass bei ihrer Erhebung nicht eventuelle Erträge etwa von Exits einberechnet wurden.

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