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Studie zur Energiewende

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Rezepte gegen den Preisverfall

Dieser Effekt ist laut Hirth schon heute zu sehen. Vor wenigen Jahren sei der Strompreis in den Mittagsstunden besonders hoch gewesen, heute sei der Preis oft gerade zu dieser Tageszeit sehr niedrig, weil mittags viel Solarstrom erzeugt wird. Bei besonders hoher Wind- oder Solareinspeisung fällt demnach der Börsenpreis regelmäßig auf null. Erneuerbarer Strom ist dann nichts wert.

Noch drastischer fielen die Zahlen nach dem Sturm „Niklas“ aus, der im März über Deutschland fegte. Durch den starken Wind und einer parallel hohen Solareinspeisung wurde ein Ökostromrekord erzielt – mit der Folge, dass der Preis an der Strombörse zweitweise in den negativen Bereich rutschte. Nach Auswertung aller Daten des Sturmtags (30.03.2015) ermittelte das Institut Agora Energiewende für 14.15 Uhr eine Wind- und Solareinspeisung von rund 44.000 Megawatt, was der Leistung von 31 Atomkraftwerken entspricht.

Wertverluste an der Strombörse können laut der Studie zwar nicht vollständig aufgehalten werden. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Preisverfall abzumildern: mehr Speicher, mehr Netze, flexiblere konventionelle Kraftwerke und verbesserte Windturbinen. „Insbesondere die Flexibilisierung von fossilen Kraftwerken und die Verwendung von Windturbinen mit größeren Rotoren erscheinen vielversprechend“, meint der Wissenschaftler Hirth.

So vergleichen Sie richtig

Tipps der Verbraucherzentrale

Vergleichsrechner im Internet sind eine sinnvolle Hilfe bei der Suche nach einem günstigen Stromtarif. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie Verbraucher die Rechner richtig nutzen.

Mehrere Preisrechner nutzen

Im Internet finden sich zwar etliche Vergleichsrechner, viele davon greifen aber auf dieselben Preis-Datenbanken zurück. Die größte Transparenz verschafft sich, wer parallel bei verschiedenen Anbietern sucht wie zum Beispiel Verivox, Check 24, Toptarif oder Mut-zum-Wechseln.

Voreinstellungen bewusst wählen

In vielen Eingabemasken sind bestimmte Suchkriterien voreingestellt. Wer mehrere Rechner nutzt, sollte immer dieselben Einstellungen wählen. Die Verbraucherzentrale rät, Angebote mit Vorkasse oder Kaution von der Suche auszuschließen. Auch Boni sollte man zunächst ausblenden, um den Preisvergleich nicht zu verzerren.

Hervorgehobene Angebote hinterfragen

Zurzeit finden sich bei manchen Vergleichsrechnern hervorgehobene Angebote ganz oben in der Ergebnisliste, beim Preisrechner Verivox etwa heißen sie „Tipp“, gleichzeitig sind sie als „Anzeige“ ausgewiesen. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass bezahlte Anzeigen in Preisrechnern oft nicht deutlich genug markiert sind. Für Verbraucher ist in vielen Fällen nicht erkennbar, aus welchem Grund manche Angebote besonders empfohlen werden.

Nicht nur auf den Preis schauen

Wer bei der Suche den billigsten Anbieter wählt, kann später Probleme bekommen. Bei der Verbraucherzentrale häufen sich Beschwerden über Stromanbieter, die sich oder ihre Markentöchter mit besonders preiswerten Angeboten an die Spitze der Preisvergleiche schieben. Vor dem Zuschlag sollte jeder im Internet recherchieren, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Anbieter haben.

Vor Vertragsschluss recherchieren

Zur Suche gehört auch: Nicht sofort über den Preisrechner einen neuen Vertrag abschließen. Die Rechner übernehmen nämlich keine Gewähr für Konditionen. Verbraucher sollten sich erst auf den Internetseiten des jeweiligen Stromanbieters informieren, ob der ausgewählte Tarif noch aktuell ist. Auch ein Vertragsabschluss ist natürlich mit dem Stromanbieter direkt möglich, statt über einen Stromvergleichsrechner.

Sich höchstens für ein Jahr binden

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit dem neuen Anbieter einen Vertrag von nicht länger als einem Jahr Laufzeit zu vereinbaren. Die Kündigungsfrist sollte höchstens einen Monat betragen. Denn auch vermeintliche Preisgarantien werden im Kleingedruckten manchmal eingeschränkt, so dass die Preise weiter steigen können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich die Chance lassen, auf neue Marktentwicklungen schnell zu reagieren.

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Standort erkennen

    Beide Optionen würden den Marktwert von erneuerbaren Energien „signifikant“ anheben, seien heute technisch verfügbar und verursachten nur moderate Kosten. „Die Politik sollte durch ein geeignetes Design des Strommarktes die ökonomischen Anreize setzen, diese Optionen weiterzuentwickeln und anzuwenden.“

    Dessen ungeachtet stellt orkanartiges Wetter wie im März ein unkalkulierbares Risiko dar und kann zu ungewöhnlich starken Eingriffen der Netzbetreiber führen.

    Wie die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland – Tennet,50Hertz, Amprion und TransnetBW – mitgeteilten hatte wurde durch den März-Orkan ein „unterer bis mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ an Kosten verursacht. Diese Kosten werden bundesweit auf die Strompreise umgelegt.

    Den Angaben zufolge wurden insgesamt 20.300 Megawatt an Netzreserven (6700 MW) und zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten (13 600MW) zur Stabilisierung der Stromversorgung in Süddeutschlandeingesetzt. Zudem seien Hunderte Windräder mit 2300 Megawatt Leistung zwangsweise abgeschaltet worden.

    Kommentare (17)

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    Account gelöscht!

    20.04.2015, 15:33 Uhr

    "Speisen die Erneuerbaren zu einer bestimmten Stunde Strom ein, sinkt die Netto-Nachfrage und damit der Preis."

    So muss es sein.
    Bitte noch mal lesen: Wenn Strom produziert wird sinkt die Nachfrage.

    Liebes Handelsblatt, früher habe ich Dich mal ernst genommen, ja, früher.

    Account gelöscht!

    20.04.2015, 15:41 Uhr

    Nochmal....
    Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Erneuerbare Energien ist besser als unser Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Kernkraft), danach kommt der Selbstbetrug (der Gesetzgeber mischt sich mit dem EEG in den Markt = unsere Gesellschaft ein), danach kommt der Mangel (wir als Gesellschaft werden dazu gezwungen Energie/Strom einzusparen, obwohl wir mit der Kern- Kohle und Gaskraft noch über hunderttausend Jahre genug Energie/Strom zur Verfügung haben) und zum Schluss kommt die Armut über unsere strom- und industriebasierenden soziale Wohlstands-IT Gesellschaft.
    Energiewende ist der politische Zwang per EEG Gesetz uns als freie Marktgesellschaft in die Vergangenheit der Vorindustrialisierung zurück zu diktieren. Keinen ist da geholfen...nicht einmal den Energiewendebefürwortern der Mercator Stiftung (EE-Mafia).

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