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24.07.2019

03:48

Unternehmensgründung

FDP fordert mehr politische Rückendeckung für deutsche Gründerszene

Von: Moritz Koch

Die Liberalen kritisieren, dass die Bundesregierung nur an Großunternehmen denke und Gründergeist ignoriere. Deshalb haben sie eine Gründeragenda skizziert.

Junge Menschen arbeiten in Coworking places. Die FDP will Start-ups auf die Sprünge helfen. imago/PhotoAlto

Coworking Space

Junge Menschen arbeiten in Coworking places. Die FDP will Start-ups auf die Sprünge helfen.

Berlin Das Neue, Unverbrauchte verdrängt das Alte, Ausgelaugte: Dem Naturgesetz der Selbstverjüngung folgt idealerweise auch die Wirtschaft. Doch nach Jahren des Aufschwungs wächst in Deutschland die Sorge, dass die wirtschaftliche Dynamik nicht bloß wegen konjunktureller Schwankungen nachlässt, sondern sie auch aus strukturellen Gründen erlahmt.

Großkonzerne, die so alt sind, dass sie Unternehmenshistoriker beschäftigen, und Familienbetriebe, die von Generation zu Generation weitergereicht werden, prägen das Gesicht der deutschen Wirtschaft. Wo aber bleiben die Newcomer, die das Unerprobte wagen, wo sind die frischen Ideen, mit denen sich neue Industrien aufbauen lassen?

Um diese Frage wird in Berlin mal wieder heftig gestritten. Die Große Koalition „ruht sich auf dem Erfolg über 100 Jahre alter Großunternehmen aus und ignoriert, dass Gründergeist, Wagemut und Innovation erst zu unserem Wohlstand geführt haben“, kritisiert die Bundestagsfraktion der FDP. Wie es besser gehen könnte, skizzieren die Liberalen in einer Gründeragenda, die dem Handelsblatt vorliegt.

Der Gründungsprozess soll entbürokratisiert, Behördengänge und Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht und digitalisiert werden. Ein Zukunftsfonds soll Geld privater und institutioneller Anleger bündeln und es als Wagnis- und Risikokapital wachsenden Jungunternehmen zur Verfügung stellen.

Auch für eine gründerfreundliche Anpassung des Urheberrechts, eine bessere Bildungspolitik und den flächendeckenden Ausbau von schnellen Internetverbindungen spricht die FDP sich aus.

„Mit mehr politischer Rückendeckung kann die deutsche Gründerszene ihr großes Potenzial ausschöpfen und beispielsweise zu Israel aufschließen“, sagt Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. „Es ist ein Fehler, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier in seiner Industriestrategie nur auf die etablierten Konzerne zu setzen.“

Dass Deutschland ein Problem mit der Gründerkultur hat, lässt sich statistisch belegen. Die „Gründerquote“, welche die Zahl der Existenzgründer pro 100 Einwohner im Erwerbsalter misst, sinkt seit Jahren. Doch den FDP-Vorwurf, Gründer zu vernachlässigen, weist das Wirtschaftsministerium entschieden zurück.

Die Bundesregierung habe ein „umfassendes Instrumentarium zur Start-up-Finanzierung aufgesetzt, das wir mit großem Volumen fortführen und weiterentwickeln“, betont eine Sprecherin. Altmaier stehe im Dialog mit Investoren, um mehr privates Kapital zu mobilisieren.

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