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17.10.2019

14:34

Wirtschaftswachstum

Bundesregierung sieht keine Krise – senkt aber ihre Konjunkturprognose für 2020

Die Wirtschaft leidet unter internationalen Handelskonflikten und die Unsicherheit durch den Brexit. Die Bundesregierung senkt daher ihre Konjunkturprognose.

Der Welthandel sei seit 2018 ins Stocken geraten, berichtet das Bundeswirtschaftsministerium. dpa

Konjunktur

Der Welthandel sei seit 2018 ins Stocken geraten, berichtet das Bundeswirtschaftsministerium.

Berlin Die Bundesregierung hat vor allem wegen eines schwächeren Welthandels ihre Konjunkturprognose für 2020 deutlich gesenkt. Erwartet wird nun noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag in Berlin sagte. Im April hatte die Regierung noch ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Es drohe aber keine Konjunkturkrise, sagte Altmaier.

Für das laufende Jahr bleibt die Prognose unverändert: die Regierung erwartet wie auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum von 0,5 Prozent.

Zum Vergleich: Anfang des Jahres hatte sie hier noch 1,8 Prozent veranschlagt. Doch die exportlastige Wirtschaft – und hier vor allem die Industrie – leidet unter den internationalen Handelskonflikten und der Unsicherheit durch den EU-Austritts Großbritanniens. So sei der Welthandel seit 2018 ins Stocken geraten, erklärte das Ministerium.

„Besonders die globale Industrie- und Investitionsschwäche belasten die Exporte der deutschen Industrie.“ Deutsche Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie bekämen das längst zu spüren. Allerdings dürfte bei der Entwicklung im internationalen Handel die Talsohle bald erreicht sein, hieß es. 2018 war das Bruttoinlandsprodukt noch um 1,4 Prozent gestiegen.

Die Binnennachfrage sei allerdings weiterhin intakt, so Altmaier. „Beschäftigung und Einkommen steigen und der Bausektor ist weiter in Hochkonjunktur.“ Bis Ende 2020 werde die Zahl der Erwerbstätigen auf 45,4 Millionen steigen. Durch eine Entlastung der Arbeitnehmer bei Steuern und Sozialabgaben bleibe den Menschen mehr von ihren Löhnen.

Altmaier bekräftigte, er wolle mit seinen Vorschlägen für Mittelstand und Industrie Unternehmen stärken und die Konjunktur somit anschieben. „Wir brauchen jetzt Wachstumspolitik mit Steuerentlastungen und Bürokratieabbau, marktwirtschaftlichen Lösungen bei der Energiewende, Investitionen in Zukunftstechnologien und mehr Anstrengungen im Bereich der Digitalisierung.“

Im zweiten Quartal 2019 war die deutsche Wirtschaft leicht geschrumpft. Experten erwarten, dass es auch im dritten Quartal ein Minus gegeben hat. Dann wäre Deutschland offiziell in der Rezession. Die Daten liegen aber noch nicht vor.

Mehr: Der Internationale Währungsfonds sieht die Wirtschaft fast aller Länder im Abschwung. Der globalen Wirtschaft droht demnach das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise.

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