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04.08.2022

16:36

Folge der Inflation

Mindestlohn in Japan steigt in Rekordtempo – ist im Vergleich zu Deutschland aber immer noch niedrig

Wegen der Inflation hebt die japanische Regierung den Mindestlohn stark an – nachdem dieser seit 2000 kaum gestiegen war. Im Vergleich zu Deutschland bleibt das Niveau aber extrem niedrig.

Durch die steigenden Importkosten, die durch Lieferengpässe und den russischen Krieg in der Ukraine verursacht werden, verändern sich die Löhne in dem Land. dpa

Passanten in Tokio

Durch die steigenden Importkosten, die durch Lieferengpässe und den russischen Krieg in der Ukraine verursacht werden, verändern sich die Löhne in dem Land.

Tokio Die japanische Regierung hebt den Mindestlohn in diesem Jahr wegen der von Energiepreisen angetriebenen Inflation so stark an wie noch nie. Das Gesundheitsministerium billigte am Dienstag eine Erhöhung für das bis März 2023 laufende Fiskaljahr um 31 Yen oder 3,3 Prozent auf 961 Yen (7,16 Euro) pro Stunde, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

„Tempo der Mindestlohnerhöhungen angemessen“

Zuvor hatte ein Ausschuss eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, der sich aus Unternehmensvertretern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern zusammensetzt. Im Frühjahr hatten die großen Unternehmen angeboten, die Löhne für ihre Beschäftigten um mehr als zwei Prozent anzuheben, um die Arbeitnehmer für die steigende Inflation zu entschädigen, die an deren Kaufkraft nagt.

„Angesichts der zugrundeliegenden Inflation von über zwei Prozent und des japanischen Wachstumspotenzials von etwa einem Prozent ist das Tempo der Mindestlohnerhöhungen angemessen“, sagte Ökonom Yoshimasa Maruyama von SMBC Nikko Securities. „Wichtig ist, dass die Löhne nachhaltig angehoben werden und es sich nicht um eine einmalige Maßnahme handelt.“

Mindestlohn soll Folgen der Inflation und der hohen Rohstoffpreise abfedern

Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den durchschnittlichen Mindestlohn „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ auf mindestens 1000 Yen anzuheben. Ministerpräsident Fumio Kishida will damit die Folgen für die privaten Haushalte durch die globale Inflation der Rohstoffpreise abfedern.

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    Japans Durchschnittslöhne sind seit dem Jahr 2000 trotz eines angespannten Arbeitsmarktes kaum gestiegen. Grund dafür war, dass die Unternehmen nur schwer höhere Preis durchsetzen konnten und sie deshalb vor steigenden Personalkosten zurückschreckten.

    Dies ändert sich jedoch gerade durch die steigenden Importkosten, die durch Lieferengpässe und den russischen Krieg in der Ukraine verursacht werden. Das zwingt mehr und mehr Unternehmen dazu, ihre Verkaufspreise anzuheben.

    Erstpublikation: 02.08.22, 08:44 Uhr.

    Von

    rtr

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