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++ Liveblog zur Griechenland-Krise ++

Seite 10 von 10

Steinbrück fordert Schuldenschnitt

Wie es in der griechischen Finanzkrise weitergeht

Montag, 29. Juni

Werden die griechischen Banken nach dem Scheitern der Verhandlungen zu Wochenbeginn öffnen? Wie viel Geld dürfen Sparer dann von ihren Konten abheben? Wie reagieren die Börsen weltweit auf die Lage? In Berlin hat Kanzlerin Angela Merkel die Spitzen der Bundestagsparteien zu einem Sondertreffen ins Kanzleramt eingeladen.

Dienstag, 30. Juni

Euro-Befürworter wollen vor dem Parlament in Athen demonstrieren. Das aktuelle Hilfspaket der Geldgeber endet. Etwa 15,5 Milliarden Euro stehen Griechenland damit nicht mehr zur Verfügung. Bis Mitternacht US-Ostküstenzeit (früher Mittwochmorgen in Deutschland) muss das Krisenland etwa 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Unklar, ob die Regierung das noch kann oder will. Falls nicht, wäre das Land im Verzug, würde aber nicht automatisch als zahlungsunfähig eingestuft.

Sonntag, 5. Juli

Geplantes Referendum in Griechenland. Die Bürger sollen über das letzte Spar- und Reformprogramm der Gläubiger abstimmen. Dies haben die Geldgeber jedoch bereits für obsolet erklärt.

+++ S&P hält Zahlungsausfall für wahrscheinlich +++
Griechenland bekommt von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Quittung für die am Wochenende angekündigte Volksabstimmung präsentiert. Das Institut senkte am Montagabend die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf „CCC-“. Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands. Die Entscheidung für ein Referendum über die Vorschläge der Gläubigergemeinschaft sei ein weiteres Zeichen, dass der Regierung von Alexis Tsipras die heimische Politik wichtiger sei als finanzielle und wirtschaftliche Stabilität, hieß es in der Begründung der Entscheidung. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone liege nun bei 50 Prozent. Sollte es nicht zu unerwartet positiven Änderungen der Gegebenheiten kommen, sei ein Zahlungsausfall innerhalb der kommenden sechs Monate unvermeidbar.

+++ Österreichs Notenbankchef stellt EZB-Hilfen in Frage +++
Die Notenbankunterstützung für die griechischen Banken steht auf der Kippe. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss klären, ob sie auch nach Ablauf des aktuellen Rettungsprogramms für das Land am Dienstag weitere Nothilfen für dessen Geldhäuser genehmigen kann. „Der 30. Juni ist ein heikler Termin", sagte Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“. „Es gilt die Frage zu beantworten, ob die EZB ohne Programm diese Hilfe leisten kann, und es werden alle rechtlichen Aspekte geprüft.“

Drohender Grexit: Schock für Europa

Drohender Grexit

Schock für Europa

Die Staatspleite Griechenlands ist kaum mehr zu vermeiden. Europa richtet alle Kraft darauf, die Ansteckungsgefahren für den Euro einzudämmen. Doch zunächst gilt es, dass erwartete Chaos in Griechenland einzudämmen.

+++ Steinbrück fordert Schuldenschnitt +++
In der SPD-Fraktion ergreift nach Angela Merkel Peer Steinbrück als zweiter das Wort. Er fordert den Schuldenschnitt und kritisiert, dass die Grundsätze der europäischen Finanzmarktpolitik weitreichend durch die EZB verletzt würden, wie Teilnehmer berichten. Er hätte dem aktuellen Angebot der EU im Bundestag nicht zugestimmt, sagt er. Es gibt Beifall. In der Unionsfraktion, berichten Teilnehmer, seien „alle begeistert“ über die aktuelle Situation zu Griechenland.

+++ IWF muss auf seine 1,6 Milliarden Euro warten +++
Griechenland wird nach Angaben eines Regierungsvertreters die am Dienstag fällige IWF-Kreditrate von 1,6 Milliarden Euro nicht zahlen. Dies sagte der Regierungsvertreter am Montagabend.

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    Kommentare (130)

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    Account gelöscht!

    30.06.2015, 07:47 Uhr

    Es wird Zeit einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.
    Wie lange wollen wir uns noch von der griechischen Regierung am Nasenring durch die Euroarena ziehen lassen? Wenn die rechtliche Lage die ist, dass wir niemandem aus der €urozone entlassen können und die Griechen unbedingt den €uro behalten wollen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Lassen wir den Griechen und dem Rest der €urofanatiker ihren geliebten € und führen den Dexist durch. Ich weiß viele sehen dadruch unsere Wirtschaft und unser weltpolitische Stellung mehr als in Gefahr, aber das hat vor dem € perfekt funktioniert, jetzt muss mir einer erklären warum das nicht auch zukünftig funktionieren soll. Beispiele gefällig. Schweiz, England, Norwegen, Schweden, Dänemark etc. Der leidtragenden griechischen Bevölkerung können wir trotzdem helfen, und sei es mit Lebensmittelpaketen.

    Account gelöscht!

    30.06.2015, 08:14 Uhr

    @ Alfred Hirt
    Griechenland ist nur der Anfang. Ende des Jahres wird Spanien anfangen aufzubegehren. Es sind nicht Griechenland oder andere EURO-Schuldenländer, die an den Pranger zu stellen sind, es ist diese heuchlerische und willkürliche EURO Politik von Merkel, Schäuble, Draghi und anderen Großfinanzmarrionetten. Vor dem EURO hätte erst einmal eine tragfähige Wirtschafts- und Sozialpoltiik in Europa (in den Ländern) vereinheitlicht werden müssen. Und von der Wirtschaftsleistung und Sozialstandards haben wir noch erhebliche Gefälle in Europa zu verzeichnen. Deutschland als Primus mit weiten Vorsprung voraus und die anderen EURO Länder sind teilweise noch auf einen den Stand von Entwicklungsländern mit geringer Wirtschaftsleistung und staatlichen Sozial-Steuerstrukturen.
    Das ist das Problem einer EURO/EU Politik, deren Versagen immer offensichtlicher zu Tage tritt. Und Merkel hat von Anfang an die Weichen mit dem Maastricher Vertragsbruch (ESM) auf die Spaltung der EURO und EU gestellt.
    Eine Politische Führungskraft hätte auf den Einhalt des Maastricher Vertrages gepocht! Merkel ist hier eingeknickt!

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