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01.09.2021

11:53

+++ Newsblog +++

Die Afghanistan-Krise zum Nachlesen

Die Nato-Truppen unter Führung der USA haben sich aus Afghanistan zurückgezogen. Bei der Evakuierungsmission wurden Tausende Afghanen außer Landes gebracht. Die Taliban haben die Macht übernommen.

Redaktionell
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Sarah Sendner
Die Ansprache des US-Präsidenten ist nun vorbei.
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Sarah Sendner
Auch mit Blick auf seine persönliche Vergangenheit und seinen Sohn Beau Biden, spricht der US-Präsident auch die emotionalen und psychologischen Folgen von Kriegseinsätzen bei den Streitkräften und ihren Familien an. Er schließt mit der Bekräftigung, dass das Ende des Einsatz die richtige Entscheidung für die USA sei. 
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Sarah Sendner
Biden unterstreicht sein nun erfülltes Wahlversprechen, den Afghanistan-Krieg zu beenden und verweist erneut auf die immensen Kosten des Einsatzes. Er sei nicht bereit weitere Generationen junger Amerikaner in diesen Krieg zu schicken, der, so Biden, nicht mehr im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten lege.
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Sarah Sendner
Man habe ein neues Kapitel in der Außenpolitik aufgeschlagen und man müsse nun aus seinen Fehlern lernen. Dazu gehöre Missionen mit klaren, erfüllbaren Zielen zu versehen. 
Das Ende des Afghanistan-Einsatzes sei auch ein grundsätzliches Ende solcher Auslandseinsätze. Menschenrechte stünden im Fokus der amerikanischen Außenpolitik.
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Sarah Sendner
Biden verteidigt erneut den Ende des Einsatzes, der zu viele Menschenleben und zu viel Geld gekostet habe. Es sei außerdem nicht notwendig, weiterhin Truppen vor Ort zu haben. Biden verweist auf den Vergeltungsschlag gegen ISIS-K den die Amerikaner mit einer Drohne ausgeführt haben. Gegenüber dem Terror-Ableger ISIS-K spricht Biden eine erneute Warnung aus.

Wir sind noch nicht fertig mit euch. 

Joe Biden zum Terror-Ableger ISIS-K

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Sarah Sendner
Seit März habe man Amerikaner in Afghanistan kontaktiert und über eine mögliche Evakuierung informiert. Viele die sich zunächst zum Bleiben entschieden hatten, haben das Land nun verlassen, sagt Biden. Auch Tausende Übersetzer und andere Ortskräfte seien durch die USA ausgeflogen worden. 90 Prozent der Amerikaner in Afghanistan, die eine Ausreise gewünscht haben, seien auch ausgeflogen worden. Für die Verbliebenen gebe es keine Deadline, verspricht Biden. Alle die das Land verlassen wollten, sollen auch in Zukunft noch evakuiert werden. 
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Sarah Sendner
Biden beginnt seine Rede mit dem Verweis auf die hohe Zahl an Menschen, die durch die US-Streitkräfte und Diplomaten aus Afghanistan evakuiert wurden. Viele Menschen hätten ihr Leben riskiert um die Evakuierungsmission durchzuführen. Diese sei keine „Mission der Krieges", sondern eine „Mission der Gnade" gewesen.
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Stefan Kaufmann
Die Republikaner im US-Senat haben US-Präsident Joe Biden bei der Evakuierungsmission in Afghanistan Wortbruch vorgeworfen. Der Minderheitsführer der Republikaner in der Parlamentskammer, Mitch McConnell, schrieb am Dienstag auf Twitter, der Demokrat Biden habe versprochen, die US-Truppen nicht abzuziehen, bevor nicht alle Amerikaner außer Landes gebracht worden seien. „Er hat dieses Versprechen gebrochen und die Amerikaner und unsere afghanischen Partner im Stich gelassen.“ Die letzten US-Soldaten hatten Kabul in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) verlassen. Damit endete auch die militärische Evakuierungsmission.

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Sarah Sendner
US-Präsident Biden äußert sich nun in Washington zur Lage der Nation und zum Abzug der letzten US-Streitkräfte aus Afghanistan. 
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Stefan Kaufmann
Deutschland strebt auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan unter bestimmten Bedingungen eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Kabul an. „Wenn es politisch möglich wäre und wenn die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine eigene Botschaft haben“, sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag bei einem Besuch in Katar. Zurzeit sei man in enger Abstimmung vor allem mit den europäischen Partnern zu diesem Thema.
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Stefan Kaufmann
Das Ende des Afghanistan-Einsatzes und der Evakuierungsmission der Bundeswehr soll im Oktober mit einer besonderen Militärzeremonie, dem Großen Zapfenstreich, vor dem Reichstagsgebäude gewürdigt werden. Das teilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Dienstagabend auf Twitter mit. Verbunden sein soll das mit einem Auftakt zur Diskussion über die Lehren aus dem fast 20-jährigen militärischen Engagement in dem Krisenstaat. Zuvor soll es im September einen Appell am Fallschirmjäger-Standort in Niedersachsen geben.

Die Ministerin schrieb: „Wir werden die Evakuierungsoperation beim Antreten in Seedorf am 22.9. und den gesamten Afghanistan-Einsatz mit einem Auftakt zur Bilanzdiskussion, Kranzniederlegung, Abschlussappell und einem Großen Zapfenstreich vor dem Deutschen Bundestag im Oktober angemessen würdigen.“
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Stefan Kaufmann
Die Taliban in Chost feiern den Abzug der letzten US-Truppen mit einer Scheinbeisetzung. Durch die Straßen der Stadt im Osten des Landes werden Fernsehaufnahmen zufolge Särge getragen, die mit den Flaggen der USA und anderer Nato-Staaten bedeckt sind. Die Menschenmenge schaut zu, hält Waffen hoch, schwenkt die Fahne der Taliban oder macht Aufnahmen mit dem Handy.
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Stefan Kaufmann
Nach den Worten von Außenminister Heiko Maas führt „überhaupt kein Weg vorbei an Gesprächen mit den Taliban". Man könne sich Instabilität in Afghanistan nicht leisten, sagt er in Doha. Es gehe derzeit „nicht um die formalen Anerkennungsfragen", sondern um ganz praktische Themen. Die Bundesregierung fordere die Bildung einer inklusiven Regierung. Man sei bereit zu Hilfe. 

Wer erwartet, dass die internationale Gemeinschaft hilft, (...) der muss auch sehen, dass die internationale Gemeinschaft auch gewisse Voraussetzungen dafür fordert

Heiko Maas

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Stefan Kaufmann
Bundesaußenminister Heiko Maas dankt Katar für seine Hilfe bei den Evakuierung aus Afghanistan. „Katar hat in einer äußerst schwierigen Lage eine führende Rolle bei den Evakuierungen übernommen", sagt Maas in Doha. Katar habe auch eine große Rolle bei der Organisation des Flughafens in Kabul gespielt.
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Anastasia Zejneli
Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Verhandlungen über den Schutz von Ortskräften und anderen in Afghanistan erfolgreich sein können. „Es sind wirklich jetzt intensivste Bemühungen der Diplomatie da“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Dienstag in Potsdam. „Deutschland macht das und engagiert sich dort ganz an vorderster Stelle, aber in enger Abstimmung mit all unseren Verbündeten. Unsere Bemühungen sind alle gleich gerichtet, deshalb sind wir auch sehr zuversichtlich, dass wir trotz der sehr schwierigen Lage Erfolge erreichen können.“
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Robert Laubach
Angaben von Widerstandskämpfern zufolge haben die militant-islamistischen Taliban versucht, in die afghanische Provinz Pandschir vorzudringen. Diese ist die einzige von 34 Provinzen des Landes, die noch nicht unter Kontrolle der Islamisten steht. Taliban-Kämpfer hätten am Montagabend (Ortszeit) am Eingang zum Pandschir-Tal angegriffen, sagte der Sprecher der Nationalen Widerstandsfront, Fahim Daschti, in einer am Dienstag auf Whatsapp geteilten Videonachricht. Die Taliban äußerten sich noch nicht zu dem Vorfall.

Die Islamisten hätten sieben oder acht Kämpfer verloren, die gleiche Zahl sei verletzt worden, sagte Daschti weiter. Auch mehrere Widerstandskämpfer seien verwundet worden. Zuletzt hatte es von beiden Seiten geheißen, man wolle die offene Machtfrage durch Verhandlungen lösen. Gleichzeitig bauen prominente Afghanen aus dem Tal einen Widerstand gegen die Islamisten auf.
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Robert Laubach
Die Bundesregierung ist im Gespräch mit europäischen Partnern, um nach einem Weg für reguläre Kontakte mit den Taliban in Kabul zu suchen. Man müsse schauen, „wie können wir mit den Taliban sprechen“, sagt Merkel in Berlin. Mit Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Italien und den Niederlanden berate die Bundesregierung deshalb darüber, wie eine Präsenz Europas in Kabul aufgebaut werden könne, ohne dass dies einer diplomatischen Anerkennung gleichkomme.
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Tobias Döring
Taliban werben in Afghanistan um Vertrauen der Bevölkerung
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Robert Laubach
Nach dem Ende des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) dazu aufgerufen, sich vor künftigen Militäreinsätzen besser über die Ziele klar zu werden. Militäreinsätze seien nicht geeignet, „um langfristig eine Staatsform zu exportieren“, sagte er am Dienstag im pakistanischen Islamabad. Der Versuch sei in Afghanistan gescheitert und man müsse die Lehren daraus ziehen. Militärische Interventionen seien allerdings dazu geeignet, eine terroristische Bedrohung, einen Krieg oder die Verletzung von Menschenrechten zu beenden.
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