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19.09.2022

17:06

Afghanistan

Afghanischer Drogenbaron aus Guantánamo entlassen

Die USA haben den führenden afghanischen Drogenbaron Bashir Nursai aus Guantánomo entlassen. Im Gegenzug ließen die Taliban die US-amerikanische Geisel Mark Frerichs frei.

Bashir Nursai hatte die Taliban während ihrer ersten Herrschaft in den 90er Jahren mit Waffen beliefert und ließ sich in den frühen 2000er Jahren von den USA als Geheimagent anwerben. dpa

Afghanischer Drogenbaron Bashir Nursai

Bashir Nursai hatte die Taliban während ihrer ersten Herrschaft in den 90er Jahren mit Waffen beliefert und ließ sich in den frühen 2000er Jahren von den USA als Geheimagent anwerben.

Kabul Die USA haben den führenden afghanischen Drogenbaron Bashir Nursai aus dem Gefangenenlager Guantánomo entlassen. Nursai wurde nach seiner Freilassung von den Taliban am Montagmorgen Ortszeit in der afghanischen Hauptstadt Kabul empfangen. Im Gegenzug ließen die Taliban die US-amerikanische Geisel Mark Frerichs frei.

Bashir Nursai hatte die Taliban während ihrer ersten Herrschaft in den 90er Jahren mit Waffen beliefert und ließ sich in den frühen 2000er Jahren von den USA als Geheimagent anwerben. Zuvor waren die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in Afghanistan einmarschiert.

2005 wurde Nursai in den Staaten jedoch wegen Heroinschmuggels festgenommen und 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Laut dem FBI galt er zu diesem Zeitpunkt als einer der mächtigsten und gefährlichsten Drogenbosse der Welt.

Auch nach dem Friedensvertrag von 2020 zwischen den USA und den Taliban in Doha wurden Tausende Talibankämpfer und -unterstützer aus dem Gefängnis entlassen. Nicht zuletzt deswegen stieß der Friedensvertrag auf scharfe Kritik in Afghanistan. Nach Ansicht vieler Afghanen ebnete dieser den Siegeszug für die Taliban.

Im August 2021 - nach dem chaotischen Rückzug der Nato-Truppen - übernahmen die militanten Islamisten wieder die Macht in Afghanistan. Ohne die Taliban wäre seine Freilassung „unmöglich“ gewesen, sagte Nursai am Montag. US-Vertreter äußerten sich vorerst nicht dazu.

Von

dpa

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