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21.11.2022

16:06

Apec-Gipfel

Plötzlich Corona-gefährdet: Xi Jinping könnte sich auf Auslandsreise infiziert haben

Von: Mathias Peer

Bei seiner Südostasien-Reise verzichtete Chinas Staatschef auf Mund-Nasen-Schutz und Abstandhalten. Nun ist einer seiner engen Kontakte an Covid erkrankt.

Der chinesische Staatschef neben dem Spitzenpolitiker aus Hongkong, der nun positiv auf das Coronavirus getestet wurde. AP

Xi Jinping und John Lee (Mitte r.)

Der chinesische Staatschef neben dem Spitzenpolitiker aus Hongkong, der nun positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Bangkok Die erste Auslandsreise von Hongkongs Regierungschef John Lee seit seinem Amtsantritt endet mit einer Covid-Infektion. Der ranghöchste Politiker der chinesischen Sonderverwaltungszone wurde am Montag nach seiner Rückkehr aus Thailand positiv auf das Coronavirus getestet.

Lee hatte in dem südostasiatischen Land an dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Bangkok teilgenommen. Er habe leichtes Fieber und befinde sich nun vorschriftsgemäß in Isolation, teilte ein Regierungssprecher mit.

Der Positivtest nach dem Gipfelwochenende macht eine Reihe anderer Staats- und Regierungschefs zu potenziellen Kontaktpersonen – darunter Chinas Staatschef Xi Jinping. Xi und Lee trafen in Bangkok mehrmals aufeinander, unter anderem bei einem Gala-Dinner am vergangenen Donnerstag. Fotos von der Veranstaltung zeigen die beiden Politiker ohne Mundschutz eng nebeneinander – umringt von einer Gruppe von Begleitpersonen, die Mund-Nasen-Schutz mit der chinesischen Landesflagge trugen.

Xis Kontakt zu dem nun positiv getesteten Spitzenpolitiker aus Hongkong unterstreicht aus chinesischer Sicht die Risiken des Neustarts internationaler Kontakte. Das Land schottet sich nach wie vor ab.

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    Die strikten Einreisebeschränkungen wurden zuletzt aber etwas gelockert. Reisende müssen nach ihrer Ankunft künftig noch fünf statt wie bisher sieben Tage in zentraler Hotelquarantäne verbringen. Zudem soll es statt Massentests künftig gezieltere Testmaßnahmen geben, verkündeten die Behörden vor anderthalb Wochen.

    Xi verzichtete auf Corona-Schutzmaßnahmen

    Xi Jinping verzichtete bei seiner Reise nach Südostasien, wo er vor dem Apec-Gipfel in Bangkok auch am G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali teilnahm, auffällig oft auf Corona-Vorsichtsmaßnahmen. Er zeigte sich bei öffentlichen Auftritten regelmäßig ohne Maske und schüttelte anderen Staats- und Regierungschefs die Hand.

    Noch vor zwei Monaten bei seinem Staatsbesuch in Kasachstan hatte sich Xi diesbezüglich deutlich zurückhaltender gezeigt. Beobachter werteten die neue Lockerheit als Indiz für einen veränderten Blick von Chinas Führung auf die Pandemie.

    In Bangkok sorgte Xis Auftreten dennoch für Verwunderung: Aufnahmen von einem Fototermin mit Thailands Regierungschef Prayut Chan-ocha vermittelten den Eindruck, als wollte der Apec-Gastgeber dem chinesischen Präsidenten die Hand reichen – was dieser jedoch zu ignorieren schien.

    Xi zeigte sich während des Gipfels oft ohne Maske und schüttelte Hände von Gesprächspartnern. IMAGO/ZUMA Wire

    Xi Jinping trifft Thailands Premier Prayuth Chan-o-cha

    Xi zeigte sich während des Gipfels oft ohne Maske und schüttelte Hände von Gesprächspartnern.

    Die Szene wurde in den sozialen Medien stark diskutiert. Ein thailändischer Regierungssprecher erklärte die Zurückweisung später mit Chinas Corona-Maßnahmen. Eine Erklärung, warum Xi anderen Regierungschefs – und später auch Prayut – die Hand reichte, gab es nicht.

    Ein prominenter Covid-Fall war zuvor bereits am Rande des G20-Gipfels in Bali bekannt geworden. Kambodschas Regierungschef Hun Sen wurde kurz nach seiner Ankunft am Tagungsort positiv auf das Coronavirus getestet. Seine Kontakte vor Ort hielten sich aber in Grenzen: Ein gemeinsames Abendessen mit anderen Staats- und Regierungschefs verpasste er wegen seiner verspäteten Ankunft in Indonesien. Nach dem Positivtest reiste Hun Sen mit seiner Delegation direkt wieder ab – ein geplantes Treffen mit Xi Jinping fiel daher aus.

    Hun Sen hatte zuvor in seiner Heimat den Gipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean ausgerichtet sowie den Ostasiengipfel, an dem auch US-Präsident Joe Biden und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang teilnahmen. Seine ursprünglich geplante Reise zum Apec-Gipfel strich der kambodschanische Regierungschef wegen der Erkrankung.

    Chinas Präsident Xi hatte seit seiner Rückkehr aus Thailand, wo der Apec-Gipfel am Samstag endete, keine öffentlichen Auftritte. Für Donnerstag steht ein Treffen mit Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel in seinem Terminplan, der als Staatsgast erwartet wird. Mit Blick auf Xis Kontakt zu dem nun positiv getesteten Hongkonger Regierungschef Lee teilte das chinesische Außenministerium mit: „Die chinesische Delegation hat entsprechende Vorkehrungen gemäß den Covid-Präventionsregeln getroffen.“

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