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10.01.2019

07:16

Atomwaffenprogramm

Südkorea ruft Nordkorea und USA zu Kompromiss im Atomstreit auf

Die Gespräche zwischen Nordkorea und USA stocken. Südkorea mahnt die Länder, gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen. Nun steht ein zweites Gipfeltreffen vor der Tür.

Südkorea ruft Nordkorea und USA zu Kompromiss im Atomstreit auf AP

Kim Jong Un (l.) und Donald Trump (r.)

Im Juni kam es zu einem ersten Gipfeltreffen der beiden Staatsmänner.

Peking, Seoul Angesichts der stockenden Gespräche über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm hat Südkoreas Präsident Moon Jae In die USA und Nordkorea aufgerufen, stärker aufeinander zuzugehen. Nordkorea müsse „energischere Schritte zur Denuklearisierung“ unternehmen, wenn es das Problem der internationalen Sanktionen lösen wolle, sagte Moon am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Seoul.

Die USA müssten ihrerseits „entsprechende Maßnahmen“ ergreifen, die eine Abrüstung Nordkoreas unterstützten. Beide Seiten wüssten, was sie tun müssten. Zwischen beiden Ländern herrsche seit Jahrzehnten Misstrauen und Feindseligkeit, sagte Moon. „Ich denke, dass ist auch der Grund, warum das zweite Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea bis heute hinausgezögert wurde.“

Moon erklärte jedoch, der nächste Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un scheine kurz bevorzustehen. Als Anzeichen dafür führte er auch den überraschenden Besuch Kims in dieser Woche in China und dessen Gespräche mit Präsident Xi Jinping an. Kim war in Peking, um seine Strategie mit Peking abzustimmen, bevor er erneut mit Trump verhandelt. Dort bekräftigte Letzterer seine Unterstützung für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

„Die politische Lösung des Problems der Halbinsel ist eine seltene historische Chance“, betonte Xi. „China hofft, dass Nordkorea und die Vereinigten Staaten sich auf halbem Weg begegnen werden.“ Ort und Zeitpunkt sollten „möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet“ werden, sagte Trump am Sonntag.

Bei ihrem Treffen im vergangenen Juni in Singapur hatten sich Trump und Kim allgemein auf das Ziel einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel geeinigt. Doch konkrete Zusagen, bis wann Nordkoreas Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus. Nordkorea fordert unter anderem eine Lockerung der Sanktionen.

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Nordkorea will ernstgenommen werden

Kim strebt nach chinesischer Darstellung ein zweites Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump an. Dieses solle zu einem Ergebnis führen, das von der internationalen Gemeinschaft begrüßt werde, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag nach einem Besuch Kims in Peking. Nordkoreas „berechtigte Bedenken“ müssten ernst genommen und aktiv auf sie reagiert werden, um eine umfassende Lösung für die koreanische Halbinsel zu erreichen, wird Kim zitiert.

Offen ist, wo und wann ein neuer Gipfel stattfinden könnte. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in sagte, dass die jüngste China-Reise ein bevorstehendes zweiten Treffen zwischen Kim und Trump signalisiere. Er erwarte, dass es „in Kürze“ Gespräche auf hoher Ebene geben werde. Sollte es dazu kommen, würde dies wohl den geplanten erstmaligen Besuch Kims beschleunigen.

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