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28.09.2019

14:56

Britischer Premier

Tory-Parteitag: Boris Johnson auf der Jagd nach Rückhalt

Von: Kerstin Leitel

Der Parteitag der Konservativen in Großbritannien soll ab Sonntag die Basis auf den Premier einschwören. Johnson sucht händeringend Unterstützung.

Brexit

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London Wortgewaltig wie immer hat der britische Premierminister Boris Johnson vor Beginn der diesjährigen Parteikonferenz seinen Parteikollegen versprochen, „die düstere und gedrückte Stimmung und die Untergangsprophezeiungen“ hinter sich zu lassen. „Lasst uns nicht vergessen, was wir hier erreichen wollen“, kündigte er in der Einladung an seine Parteikollegen an, „Großbritannien gemeinsam zurück auf den Weg in eine gute Zukunft zu bringen“.

Sein Ziel für das Partei-Highlight, das von Sonntag bis Mittwoch in Manchester stattfinden soll, ist klar zu erkennen: Johnson will die Parteibasis hinter sich vereinen. Sie soll es ihm ermöglichen, seine immer stärker kritisierte Politik fortzusetzen und ihm bei den nächsten, am besten vorgezogenen, Wahlen zum Sieg verhelfen. Manchester soll richten, was in London derzeit schiefläuft.

Nach Einschätzung von Alan Wager vom Londoner Thinktank „UK in a Changing Europe“ dürfte ihm nicht schwerfallen, derlei Begeisterung zu wecken. „Das wird eine große Boris-Show“, prognostiziert er. „Johnson war schon immer der Star auf derartigen Veranstaltungen, und das wird dieses Jahr, wenn er zum ersten Mal als Premier kommt, nicht anders sein: Er ist die Hauptattraktion“.

Schon seit Wochen ist Boris Johnson inoffiziell auf Wahlkampftour. Mal führt er medienwirksam ein zotteliges Rind über einen Bauernhof, mal klemmt er sich in einer Grundschule zwischen Kinder auf winzige Stühlchen, dann macht er bei einer Auktion schottischer Fischer mit und besucht auch noch Krankenhäuser.

Auch seine innenpolitische Agenda klingt aktuell nach teils altbekannten Wahlkampfversprechen: Mehr Geld für den chronisch unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienst NHS, mehr Polizisten zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, mehr Unterstützung für Schulen – und natürlich die Umsetzung des Brexits. Kritik an seinem kompromisslosen Brexit-Kurs wischt er mit dem Kommentar beiseite, er setze schließlich nur „den Willen des Volkes“ um. Das Parlament ist in seiner Argumentation der Buhmann, das versuche, den EU-Austritt zu verhindern.

Boris Johnson ist ein Mann des Volkes, lautet die Botschaft Boris Johnsons. Das verfängt: In Umfragen liegt die konservative Partei mit 33 Prozent deutlich vor der zweitplatzierten Labourpartei, die bei Wahlen derzeit auf 22 Prozent käme.

Auf die Unterstützung der Parteibasis und zumindest von Teilen der Bevölkerung konnte sich Johnson bislang verlassen. Doch nach den Ereignissen in den vergangenen Tagen könnte es Premier Johnson schwerfallen, den Fokus in Manchester auf seine eigene Agenda zu lenken.

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