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29.05.2021

16:57

Coronavirus

Kreuzung aus britischer und indischer Mutation: Vietnam meldet neue Variante

Vietnam hat das Coronavirus bislang stark eingedämmt. Die neu entdeckte Virusvariante könnte für den kürzlichen Anstieg der Infektionen verantwortlich sein.

Labor-Tests legten nahe, dass diese Variante sich stärker ausbreite als andere. Reuters

Corona-Test in Hanoi

Labor-Tests legten nahe, dass diese Variante sich stärker ausbreite als andere.

Hanoi In Vietnam ist eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Der Gesundheitsminister des kommunistisch regierten Landes, Nguyen Thanh Long, sagte nach Berichten von staatlichen Medien, die neue Variante weise sowohl Eigenschaften der bisher bekannten britischen Form (B.1.1.7) als auch der indischen Form (B.1.617.2) auf

Labor-Tests legten nahe, dass diese Variante sich stärker ausbreite als andere. Möglicherweise sei das der Grund, dass die Fallzahlen in Vietnam zuletzt exponentiell zugenommen hatten.

„Das Gesundheitsministerium würde die neue Coronavirus-Variante auf der globalen Genomkarte bekanntgeben“, zitierte die Zeitung „VnExpress“ in ihrer Online-Ausgabe den Minister. Die Coronaviren bilden immer wieder neue Mutationen, seit das Virus Sars-CoV-2 erstmals Ende 2019 in China entdeckt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bisher vier Varianten als besorgniserregend eingestuft: Die die zuerst in Großbritannien und Indien entdeckt wurden, und zwei weitere aus Südafrika und Brasilien.

Vietnam hatte bis Anfang Mai nur etwas mehr als 3500 bestätigte Infektionen und 47 Todesfälle gemeldet. Immer wenn neue Infektionen auftauchten, reagierte das Land mit rigorosen Lockdowns und Quarantäneanordnungen, wodurch das Leben in Vietnam ansonsten weitgehend normal verlief. Innerhalb der vergangenen Wochen gab es jedoch mehr als 3500 Neuinfektionen, mehr als in allen Monaten zuvor. Zwölf Menschen starben.

Die australische Epidemiologin und Biostatistikerin Zoë Hyde kommentierte die Meldung am Samstag auf Twitter mit einer Grafik der steigenden Infektionen: „Vietnam hat das Auftreten einer Variante gemeldet, die Elemente der britischen (B.1.1.7) & indischen (B.1.617.2) Varianten kombiniert.“ Hyde schreibt, dass „viele dieser Ereignisse keine klinische Bedeutung haben werden“. Es bestehe aber das Risiko, „dass stärker übertragbarere oder virulentere Varianten entstehen“.

Besonders viele Fälle gab es in den beiden Provinzen Bac Ninh und Bac Giang, wo in Industriegebieten hunderttausende Arbeiter für Firmen wie Samsung oder Canon arbeiten und Apple-Produkte zusammenbauen. Trotz strenger Auflagen infizierte sich bei einer Firma in Bac Giang ein Fünftel der 4800 Arbeiter.

In der mit neun Millionen Einwohnern größten Metropole des Landes, Ho-Chi-Minh-Stadt, wurden 85 Personen positiv auf das Virus getestet. Die Fälle seien auf eine protestantische Kirche zurückzuführen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Religiöse Veranstaltungen sind seither landesweit verboten. In größeren Städten wurden Veranstaltungen abgesagt, Parks geschlossen und Restaurants, Bars und andere Betriebe geschlossen.

In Vietnam mit seinen 96 Millionen Einwohnern erhielten bisher eine Million Einwohner Impfungen mit dem Vakzin von Astra-Zeneca. 30 Millionen Dosen von Pfizer und Biontech werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Auch mit dem Hersteller Moderna wird verhandelt.

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