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22.09.2021

19:00

Covax-Initiative

Joe Biden verspricht 500 Millionen weitere Impfstoffdosen für Entwicklungsländer

Von: Jan Dirk Herbermann, Katharina Kort

Die USA finanzieren damit insgesamt über eine Milliarde Dosen. Der UN-Generalsekretär prangert weiterhin eine „obszöne“ Verteilung der Vakzine an.

Die versprochenen neuen Dosen sollen in den USA produziert werden. AP

Unicef-Mitarbeiter überprüft Covax-Pakete in Kenya

Die versprochenen neuen Dosen sollen in den USA produziert werden.

New York US-Präsident Joe Biden will weitere 500 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Entwicklungsländer kaufen. Das kündigte er auf dem virtuellen Covid-Gipfel von Washington aus an. Damit haben die USA insgesamt 1,1 Milliarden Dosen versprochen. Pfizer hat den Plan bestätigt.

Er rief auch andere Länder auf, mehr Vakzine und Therapien zu finanzieren. „Dies ist eine globale Tragödie“, sagte Biden. „Und wir werden diese Krise nicht mit halbherzigen Maßnahmen und mittelmäßigen Ambitionen lösen“, sagte er. Die Welt brauche einen großen Wurf. An dem Gipfel haben sich Regierungsvertreter aus Ländern wie Großbritannien, Kanada, Südafrika und Indonesien ebenso zugeschaltet wie NGOs und Vertreter der Wirtschaft.

Die versprochenen neuen Dosen sollen in den USA produziert werden und über das Covax-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verteilt werden. Die WHO will damit armen Ländern Impfstoff zur Verfügung stellen und eine gleichmäßigere Verteilung von Corona-Impfstoffen gewährleisten. Der Initiative gehören auch mehrere internationale Organisationen wie das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi an. Fast alle Länder beteiligen sich an dem Programm.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere UN-Einrichtungen prangern schon lange an, dass arme Länder mit Impfstoffen gegen Covid-19 schleppend versorgt werden. Der eklatante Mangel an Vakzinen schade nicht nur einkommensschwachen Regionen wie Afrika, sondern der ganzen Welt, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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    UN-Generalsekretär warnt vor neuen Mutationen

    Der UN-Generalsekretär António Guterres nannte die ungleiche Verteilung der Vakzine auf der Welt am Dienstag „obszön“. Je länger Menschen armer Regionen nur ungenügenden Zugang zu den Wirkstoffen gegen das Coronavirus hätten, desto größer sei das Risiko von neuen Mutationen und Übertragungen.

    Von den weltweit 5,7 Milliarden verabreichten Impfdosen seien bislang nur zwei Prozent in Afrika verimpft worden (Stand 14. September). In Afrika leben aber rund 1,3 Milliarden Menschen.

    Tedros rief die reichen Länder mit überschüssigen Impfdosen wiederholt dazu auf, die Vakzine dem internationalen Programm Covax zu übergeben. Dabei bezieht die Initiative die Wirkstoffe direkt bei der Pharmaindustrie. Bis Mitte September lieferte Covax mehr als 260 Millionen Dosen an 141 Staaten aus, die meisten davon Entwicklungsländer.

    Bis Ende des Jahres will Covax 1,4 Milliarden Dosen entweder übergeben oder auf Lager haben. Größter Geber für Covax sind derzeit die USA, die nun 1,1 Milliarden Impfstoffdosen zugesagt haben. Auf dem zweiten Platz folgt Deutschland mit 100 Millionen zugesagten oder ausgehändigten Dosen (Stand 10. September)

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