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21.12.2017

11:28

„Danke, Mr. President“

Die bizarre Trump-Show am Kabinettstisch

Von: Stefan Kaufmann

Zur der Abstimmung über die Steuerreform trommelt Donald Trump das Kabinett zusammen. Dort lässt sich der US-Präsident für seinen Erfolg feiern. Prompt verfällt sein Vize Mike Pence in eine überschwängliche Lobhudelei.

Jetzt spricht der Chef: Donald Trump feiert die Verabschiedung seiner Steuerreform, Mike Pence (r.) hört ihm zu. AFP

Der Präsident und sein Vize

Jetzt spricht der Chef: Donald Trump feiert die Verabschiedung seiner Steuerreform, Mike Pence (r.) hört ihm zu.

Donald Trump hat sein Kabinett um sich geschart. Es ist die letzte Sitzung des Jahres. Der US-Präsident erteilt seinem Vize das Wort, lehnt sich zurück, verschränkt die Arme und genießt. Denn Mike Pence enttäuscht ihn nicht und liefert das, was seinem Boss gefällt: Eine Jubelarie auf ein Jahr Donald Trump.

„Das ist ein Schlüsselmoment für das Land. Die Reform ist ein Wunder für die Mittelklasse“, schwärmt Pence über die US-Steuerreform. Am Kabinettstisch legt er nach. Hier einige Aussagen:

  • „Glückwunsch und Danke. Danke dafür, dass Sie im Laufe des Jahres nach einer Agenda gesucht haben, die dieses Land wirklich wieder herstellt.“
  • „Sie haben Amerikas Glaubwürdigkeit in der Welt wieder hergestellt. Wir stehen zu unseren Verbündeten – und wir stehen gegen unsere Feinde.“
  • „Sie haben in diesem Land einen Optimismus ausgelöst, der Maßstäbe setzt.“
  • „Ich bin zutiefst demütig als ihr Vizepräsident hier sein zu können.“
  • „Ich möchte Ihnen danken, Mr. President. Ich möchte Ihnen danken, dass Sie jeden Tag im Namen der vergessenen Männer und Frauen von Amerika sprechen und für sie kämpfen.“

Es ist ein Auftritt nach Trumps Geschmack. Den ganzen Tag über genießt er es, seine Steuerreform noch pünktlich vor Weihnachten auf den Weg gebracht zu haben. Das Repräsentantenhaus lässt das Gesetz mit klarer Mehrheit passieren. 224 Republikaner stimmen dafür, alle 189 Demokraten sowie zwölf Konservative dagegen. Am frühen Mittwochmorgen hat bereits der Senat den Entwurf verabschiedet.

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Republikanern nach der Verabschiedung der Reform vor dem Weißen Haus sagt Trump: „Wir haben jeden Rekord gebrochen.“ Es handele sich um die größte Steuersenkung in der Geschichte des Landes. Anschließend ruft der Präsident einige Abgeordnete und Senatoren einzeln auf, um sich bei ihnen zu bedanken.

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Beim ersten Kabinettstreffen mit allen Ministern und Beauftragten seit Regierungsantritt hat US-Präsident Donald Trump alle Anwesenden zur Lobhudelei gebeten. Eine Mitschrift des denkwürdigen Treffens.

Dass Trump derlei Auftritte liebt, ist nicht neu. Auch, dass er eine Kabinettssitzung als Showbühne nutzt, ist keine Premiere. Bereits im Juni, als erstmals alle Minister und Beauftragten der neuen Regierung beisammensaßen, bat der US-Präsident jeden einzelnen um ein paar Worte. Die folgende Lobhudelei, die öffentlich übertragen wurde, erinnerte verdächtig an die Inszenierungen diktatorischer Machthaber.

Auch bei jener Vorstellungsrunde huldige Vize Pence seinem Chef überschwänglich – und erklärte, es sei „das größte Privileg seines Lebens, als Vizepräsident dem Präsidenten zu dienen, der seine Versprechen dem Volk gegenüber einlöst“.

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Kommentare (9)

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21.12.2017, 11:35 Uhr

Oligarchen.

Herr Robbie McGuire

21.12.2017, 11:39 Uhr

vor dem Weißen Haus sagte Trump: „Wir haben jeden Rekord gebrochen.“ Es handele sich um die größte Steuersenkung in der Geschichte des Landes.
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Klar, insbesondere profitiert der Donald-Clan davon mit einer Steuerersparnis von 1 Mrd. Dollar in den nächsten Jahren. Und dafür lässt sich Donald auch noch von von den republikanischen Abnickern feiern. Gibt es einen Unterschied zu Russland? Natürlich nicht.

Frau Marianne Schad

21.12.2017, 11:49 Uhr

Wenn mein ein hohes Einkommen hat und dementsprechend viel Steuern zahlt, dann profitiert man normalerweise auch von Steuererleichterungen mehr als derjenige, der kaum Steuern zahlt. So wird es auch in Deutschland mit der Abschaffung des Soli sein. Da hilft keine Neiddebatte. Das Steuerrecht sollte kein Sozial- und Umverteilungsrecht sein sondern jeden nach seiner Leistungsfähigkeit besteuern.

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