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29.08.2019

03:11

Demokratische Senatorin

Kirsten Gillibrand steigt aus Präsidentschaftsrennen aus

Die Riege der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber wird kleiner: Senatorin Kirsten Gillibrand hat das Ende ihrer Kampagne angekündigt.

Zuletzt hatte Gillibrand die höheren Hürden für eine Teilnahme an der für September in Houston geplanten TV-Debatte mit ihren Rivalen nicht nehmen können. AFP

Kirsten Gillibrand

Zuletzt hatte Gillibrand die höheren Hürden für eine Teilnahme an der für September in Houston geplanten TV-Debatte mit ihren Rivalen nicht nehmen können.

Washington Das große Feld der Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten schrumpft weiter. Die Senatorin Kirsten Gillibrand stieg am Mittwoch aus dem Rennen um die Parteinominierung fürs Weiße Haus aus. Dies sei zwar nicht das Ergebnis, das sich ihre Kampagne erhofft habe, sagte die 52-Jährige in einem Online-Video. „Doch ist es wichtig, zu erkennen, wenn die Zeit für dich nicht reif ist.“

Gillibrands Entscheidung fiel, nachdem sie die höheren Hürden für die Teilnahme an der für September in Houston geplanten TV-Debatte mit ihren innerparteilichen Rivalen nicht nehmen konnte: Um dabei zu sein, hätte sie nicht nur 130.000 verschiedene Spender nachweisen müssen, sondern auch auf mindestens zwei Prozent Zustimmung in vier Meinungsumfragen kommen müssen.

Bis Mittwochmitternacht (US-Zeit) hatten die Bewerber Zeit, die nötige Auflagen für einen Auftritt bei der TV-Debatte zu erfüllen. Schon am Vorabend hatte Gillibrand gemeinsam mit ihrer Familie das Aus für ihre Präsidentschaftsambitionen beschlossen, sollte es für sie in zwei Umfragen nicht reichen. Am Ende lag sie in beiden Erhebungen bei null Prozent.

Dabei hatte Gillibrands Kampagne vielversprechend begonnen. Zum Auftakt hatte sie mehr als 10,5 Millionen Dollar im Wahlkampfsäckel, die von ihrem Erdrutschsieg beim Rennen um einen Senatssitz für den Staat New York im Jahr 2018 übrig waren. Zuletzt hatte sie jedoch Mühe, beim Spendensammeln mit ihren Kontrahenten mitzuhalten: Nur 800.000 Dollar hatte Gillibrand am Ende auf dem Wahlkampfkonto, was bedeutet, dass sie allein seit dem 30. Juni mehr als sieben Millionen Dollar ausgegeben hatte.

In den Mittelpunkt ihrer Bewerbung hatte Gillibrand den Kampf gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe im Militär und ein Eintreten für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern sowie Familienurlaub gerückt. Zudem verteidigte sie eisern das Recht auf Abtreibung. Ihre Haltung brachte ihr früh den Nimbus als prominente Vertreterin der #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt ein.

In Erinnerung blieb vielen Beobachtern ein Auftritt Gillibrands bei einer Fragerunde mit Bürgern, die der konservative TV-Sender Fox News im Juni ausrichtete. „Wir wollen, dass Frauen einen Platz am Tisch haben“, erklärte sie, woraufhin Moderator Chris Wallace fragte: „Was ist mit Männern?“ Gillibrand entgegnete: „Die sind schon da – wissen Sie das nicht?“.

Gillibrand verwies indes seit Monaten darauf, dass ihr Umgang mit Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens gegen ihren früheren Kollegen Al Franken ihrer Kampagne zu schaffen gemacht habe. Als erstes Senatsmitglied der Demokraten forderte sie den damaligen Senator von Minnesota im Dezember 2017 zum Rücktritt auf. Dies habe Spender und einige Wähler im benachbarten Staat Iowa verschreckt, wo im Februar 2020 der Vorwahlreigen für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beginnt. Franken trat zwar im Januar 2018 zurück, doch musste sich Gillibrand Fragen gefallen lassen, warum sie so früh attackiert habe.

Schon seit Wochen dünnt sich das mit mehr als 20 Anwärtern dicht gedrängte Bewerberfeld der Demokraten aus. Zuletzt gaben der Abgeordnete Eric Salwell, Colorados früherer Gouverneur John Hickenlooper, der Gouverneur von Washington Jay Inslee und der Abgeordnete Seth Moulton auf.

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