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15.05.2022

11:51

Die Lage am Mittag

Ukraine gewinnt Eurovision Song Contest – Selenski: Werden Pflichten als Gastgeberland nachkommen

Die Band Kalush Orchestra liegt bei dem Musikwettbewerb deutlich vor dem britischen Konkurrenten. Die militärische Lage in ihrem Heimatland bleibt derweil schwierig.

Die Ukrainer landeten mit 631 Punkten deutlich vor dem britischen Sänger Sam Ryder, der mit 466 Punkten auf dem zweiten Platz landete. IMAGO/ZUMA Press

Kalush Orchestra

Die Ukrainer landeten mit 631 Punkten deutlich vor dem britischen Sänger Sam Ryder, der mit 466 Punkten auf dem zweiten Platz landete.

Kiew Während die Ukraine sich erste Gedanken darüber macht, wo sie kommendes Jahr den Eurovision Song Contest ausrichten könnte, gehen vor allem im Osten des Landes erbitterte Kämpfe weiter. Präsident Wolodimir Selenski sprach von einer sehr schwierigen Lage im dortigen Industriegebiet Donbass. Regionale Behörden rechnen mit neuen Angriffen russischer Truppen in mehreren Richtungen.

Nach dem Sieg der Band Kalush Orchestra beim in Turin ausgetragenen ESC zeigte sich Selenski entschlossen, trotz des aktuellen russischen Angriffskrieges den Pflichten als Gastgeberland nachzukommen. „Im nächsten Jahr empfängt die Ukraine den Eurovision!“, schrieb Selenski in der Nacht zum Sonntag in seinem Nachrichtenkanal beim Chatdienst Telegram.

Selenski nahm auch Bezug auf den Aufruf der Band beim ESC, die von russischen Truppen belagerte Hafenstadt Mariupol zu retten. „Wir tun alles dafür, damit eines Tages das ukrainische Mariupol die Teilnehmer und Gäste der Eurovision empfängt. Ein freies, friedliches, wieder aufgebautes!“, schrieb er.

Der ukrainische Kulturminister Olexandr Tkatschenko schrieb bei Telegram, die Regierung fange an, darüber nachzudenken, wo man den Eurovision Song Contest veranstalten könnte. Die Ukrainer landeten mit 631 Punkten deutlich vor dem britischen Sänger Sam Ryder, der mit 466 Punkten auf dem zweiten Platz landete.

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    Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba tauscht sich in Berlin mit seinem US-Kollegen Antony Blinken aus. Aus den USA seien „weitere Waffen und andere Hilfe auf dem Weg in die Ukraine“, erklärte Kuleba auf Twitter. Zudem sein eine enge Zusammenarbeit bei den Bemühungen verabredet worden, ukrainische Lebensmittelexporte nach Asien und Afrika zu ermöglichen. „Blinken und den USA dankbar für ihre Führungsrolle und ihre standhafte Unterstützung“, twitterte der ukrainische Minister.

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