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03.04.2017

13:51 Uhr

Dürre

Deutschland sichert mehr Ostafrika Geld zu

In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit fünfzig Jahren. Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Entwicklungsminister Müller bezeichnet die bloße Zuschauerrolle der Weltgemeinschaft als Schande.

Es ist dei schlimmste Dürre der vergangenen fünf Jahrzehnte in Ostafrika. Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Deutschland stockt seine finanzielle Hilfe auf. dpa

Dürre in Ostafrika

Es ist dei schlimmste Dürre der vergangenen fünf Jahrzehnte in Ostafrika. Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Deutschland stockt seine finanzielle Hilfe auf.

Addis AbebaDeutschland stockt seine Hilfe für die vom Hunger bedrohten Menschen in den Dürregebieten am Horn von Afrika um 100 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro auf. „Es ist eine Schande, wie die Weltgemeinschaft mit ansieht, wie hier gestorben und gelitten wird“, sagte Minister Gerd Müller (CSU) am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Adeba.

In Ostafrika herrscht die schlimmste Dürre seit fünfzig Jahren – allein in Äthiopien leiden etwa 5,6 Millionen Menschen akut an Hunger. Der Höhepunkt der Dürre wird in diesem Mai erwartet. Besonders dramatisch ist die Situation im Südsudan, wo der Bürgerkrieg auch die Versorgung der Hungernden erschwert.

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Müller sagte, bislang sei erst ein Viertel des Geldes aufgebracht worden, das nach UN-Berechnung für die Finanzierung der laufenden Programme benötigt werde. Deutschland werde einen internationalen Aufruf starten, um die Überlebenshilfe für Millionen von Menschen zu sichern.

„Ich schäme mich, dass es dazu erst Bilder toter und hungernder Kinder bedarf“, sagte Müller vor seinem Abflug von Addis Abeba in die Somali-Region an der Grenze zu Somalia. Finanziert wird die zusätzliche deutsche Unterstützung in diesem Jahr mit Mitteln aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums.

In Somalia sind über sechs Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Bei einer Dürre im Jahr 2011, die anders als heute nicht das ganze Land betraf, kamen mehr als 250 000 Menschen ums Leben.

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Die Lage in dem Land und am Horn von Afrika soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Mittwoch auch nach einer von EU und UN organisierten Syrien-Konferenz in Brüssel beraten werden. Dort solle darüber nachgedacht werden, „wie wir die ja wirklich drohende Hungersnot am Horn möglicherweise noch abwenden können“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin. Dabei gehe es zum einen um die Ausstattung der Hilfsorganisationen und zum anderen darum, dass Geber vorgesehene Mittel sehr schnell bereit stellen und diese möglicherweise auch noch einmal erhöhen.

Ein Sprecher des Entwicklungsministeriums kritisierte, „dass der UN-Generalsekretär wieder einmal bei einer Krise mit einem Klingelbeutel hausieren gehen muss“.

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Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Ragin Allraun

03.04.2017, 14:49 Uhr

Wie bescheuert ist das denn ?

Die Entwicklungshilfe dient doch nur der idiotischen und rational nicht zu erfassenden Aufpäppelung der ansässigen Bewohner, - damit diese sich danach, - wenn sie gestärkt sind, - durch deutsche Zuwendungen ins Boot setzen um nach Europa schippern zu können um die direkt an die Töpfe zu gelangen.

Und um Hartz4 als Lebensmodell zu verwirklichen.

Herr Heinz Keizer

03.04.2017, 15:01 Uhr

Dem Herrn Müller ist aber hoffentlich nicht entgangen, dass in vielen dieser Länder Krieg herrscht, im Jemen z.B. betrieben von unseren Freunden in Saudi Arabien. In diese Kriegsländer kommen die Hilforganisationen doch gar nicht. Wem will er das Geld denn dann geben? Den kriminellen Kriegsbanden vor Ort? Soland die UN nicht in der Lage sind, durch Truppen Gebiete zu sichern und den Menschen zu helfen, wird da nichts gehen. Im Weltspiegel war gestern ein Beitrag über Somaliland. Die Hilforganisationen können dort kaum helfen, da der Staat international nicht anerkannt ist. Dort wäre aber Frieden und man könnte helfen. Wenn es so eine Schande ist, wie Müller sagt (ich gebe ihm ja Recht), dann müße doch zumindest die EU massiven Einfluß auf die Länder nehmen, die dort Krieg führen oder begünstigen. Er kann ja mal mit seiner Chefin und dem Außenminister reden. Oder gehört das jetzt schon zum Wahlkampf? Die Dürre hält dort nämlich schon länger an.

Herr Old Harold

03.04.2017, 15:23 Uhr

@ Ragin Allraun

Über Ihren widerlichen Kommentar würde ich gerne einmal mit Ihren Eltern diskutieren:

Was die so unter Kindererziehung verstanden hatten, und warum die sich nicht sterilisieren, oder, um Himmels Willen, wenigstens verhütet hatten?

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